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Leichtathletik: Behinderter Rehm ist Deutscher Weitsprung-Meister

Markus Rehm: Ein Sprung in die Geschichtsbücher Fotos
DPA

Markus Rehm ist neuer Deutscher Meister im Weitsprung. Der Behindertensportler setzte sich sensationell gegen seine nichtbehinderte Konkurrenz durch - und könnte nun sogar bei der EM starten.

Hamburg - Der behinderte Weitspringer Markus Rehm ist sensationell Deutscher Meister der Nichtbehinderten geworden. Mit 8,24 Meter setzte er sich bei den Meisterschaften in Ulm nicht nur gegen den ehemaligen Europameister Christian Reif durch, der mit 8,20 Meter Zweiter wurde. Vielmehr übertraf der 25 Jahre alte Paralympics-Sieger von 2012 auch die Norm für die Leichtathletik-Europameisterschaften vom 12. bis 17. August in Zürich.

Neben Rehm haben auch Reif und der Hamburger Sebastian Bayer die Norm erfüllt und die EM-Fahrkarte gesichert. "Unglaublich. Ich habe immer noch Herzklopfen", sagte Rehm bei der anschließenden Pressekonferenz. Mit den 8,24 Meter verbesserte er auch den von ihm gehaltenen Paralympics-Weltrekord von 7,95 Meter.

Der unterschenkelamputierte Rehm ist der erste Behindertensportler, der an einem nationalen Titelkampf der Nichtbehinderten teilnahm. Nicht geklärt ist, ob die Beinprothese ihm im Wettstreit mit den Nichtbehinderten einen Vorteil verschafft oder nicht. Unklar ist auch, ob der Europäische Leichtathletik-Verband EAA ihm das Startrecht bei der EM gewähren wird.

Der Verband hat sich mit dem Fall bisher nicht beschäftigt. Die Zeit für ein biomechanisches Gutachten bis zur EM ist wohl zu knapp, der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) sieht Rehms Start als regelkonform. "Er hat die Norm geschafft und kann nominiert werden", erklärte Thomas Kurschilgen, Sportdirektor des DLV. "Ich möchte wirklich auch Klarheit haben für mich und andere Athleten", sagte Rehm.

Rehm verlor im Alter von 14 Jahren seinen Unterschenkel bei einem Unfall beim Wakeboarden. Doch er trieb schnell wieder Sport und begann mit dem Weitsprung. 2008 trat er Bayer Leverkusen bei. Nach den Paralympics 2012 entschied der DLV, Sportler wie Rahm nicht bei seinen Wettkämpfen starten zu lassen. 2013 revidierte der Verband die Entscheidung.

asi/buc/dpa

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insgesamt 178 Beiträge
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1. karbonverstärkt
chuckal 26.07.2014
zum Sieg gesprungen. Das ist schon eine eigenartige Regelauslegung. Sicher eine Superleistung, aber auch gerecht? Kann man das wirklich im Wettkampf miteinander vergleichen?
2. Nicht Vergleichbar
Corbinian 26.07.2014
Den Vergleich von behinderten und nicht behinderten Sportlern, halte ich für falsch. Ein Vor- oder Nachteil durch die Prothese ist nicht auszuschließen. Deshalb halte ich so einen Wettkampf für unfair. MfG Corbinian
3. Sensationell?
Gottloser 26.07.2014
Kein Mensch mit normalen, sensiblen Muskeln, kann gegen eine unsensible Hochleistungsfeder gewinnen. Sensationell war das nicht, aber mal wieder eine komische Aktion, um auf die Leichtathletik in Deutschland aufmerksam zu machen. Nicht mehr und nicht weniger.
4. lächerlich
srb.armatus 26.07.2014
sorry aber das ist einfach lächerlich, die einzige. die einzige konsequenz auf kurz oder lang wird sein das bionische verbesserungen nötig werden um im Spitzensport mitzuhalten. man muss hier sofort den Riegeln vorschieben und sagen" wer prothesen verwennden darf nur an den behinderten Wettkämpfen teilnehmen." ich hab da ja vollste sympathien aber das darf einfach nicht zugelassen werden sowas.
5. Wird...
gurkensalat32 26.07.2014
…nicht mehr lange dauern, bis sich die Jugendlichen die Beine abnehmen lassen, um weiter springen und schneller laufen zu können. Sorry, aber Carbonprothesen verzerren den Wettbewerb. Und wenn noch nicht jetzt, dann in naher Zukunft.
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