Leichtathletik-EM Diskuswerferin Craft gewinnt Bronze

Die deutsche Diskuswerferin Shanice Craft hat bei der Leichtathletik-EM überraschend die Bronzemedaille gewonnen. Mit der schnellsten Zeit ist die Sprintstaffel der Männer ins Finale gestürmt. Die Frauen verpatzten hingegen einen Wechsel.

Diskuswerferin Craft: Bronzemedaille bei der EM in Zürich
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Diskuswerferin Craft: Bronzemedaille bei der EM in Zürich


Hamburg - Die deutsche Diskuswerferin Shanice Craft hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich die Bronzemedaille gewonnen. Die 21-Jährige sicherte sich den dritten Platz mit einer Weite von 64,33 Metern. Sandra Perkovic aus Kroatien wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und feierte mit der Jahresweltbestweite von 71,08 Metern ihren dritten EM-Titel in Serie. Silber ging an die Französin Mélina Robert-Michon (65,33). Direkt hinter ihrer Teamkollegin Craft landete Anna Rüh (62,46 Meter) auf dem vierten Rang; Fünfte wurde Julia Fischer (61,20).

Die französische Ausdauerläuferin Christelle Daunay ist neue Marathon-Europameisterin. In 2:25:14 Stunden erreichte die 39-Jährige das Ziel. Zweite wurde die Vizeweltmeisterin Valeria Straneo aus Italien mit 13 Sekunden Rückstand vor der portugiesischen Favoritin Jessica Augusto, die weitere 14 Sekunden länger für die 42,195 Kilometer lange Strecke benötigte. Sabrina Mockenhaupt musste wegen Problemen im rechten Fußgelenk frühzeitig aufgeben. Beste Deutsche war Mona Stockhecke (2:35:44 Stunden) als 22., Katharina Heinig, Tochter der Marathon-Olympiadritten von 1988, Kathrin Dörre-Heinig, wurde 28. (2:40:11 Stunden).

Die deutsche Sprintstaffel der Männer hat mit einem beeindruckenden Auftritt den Endlauf erreicht. Julian Reus, Sven Knipphals, Alexander Kosenkow und Lucas Jakubczyk gewannen ihren Vorlauf über viermal 100 Meter in der deutschen Jahresbestzeit von 38,15 Sekunden. Den ersten Vorlauf hatte Favorit Großbritannien in 38,26 Sekunden gewonnen.

Ehemaliger DLV-Athlet gewinnt Bronze im Hammerwerfen

Die deutschen Frauen haben hingegen das Finale über viermal 100 Meter verpasst. Das Quartett des Titelverteidigers verpatzte im Vorlauf den Wechsel zwischen Rebekka Haase und Tatjana Pinto. Startläuferin war Josefina Elsler, Schlussläuferin Verena Sailer aus Mannheim kam erst gar nicht zum Einsatz. Pinto bekam im entscheidenden Moment den Staffelstab nicht zu greifen.

Marina Arsamassowa hat hat über 800 Meter Gold gewonnen. Die Weißrussin hielt im Endspurt nach 1:58,15 Minuten die Britin Lynsey Sharp (1:58,80) auf Distanz. Bronze ging an die Polin Joanna Jozwik in 1:59,63 Minuten. Eine deutsche Teilnehmerin hatte sich nicht für die EM qualifizieren können.

Olympiasieger Krisztian Pars aus Ungarn hat das Duell im Hammerwerfen gegen Weltmeister Pawel Fajdek aus Polen gewonnen und seinen Titel erfolgreich verteidigt. Der 32 Jahre alte Pars setzte sich in einem packenden Wettkampf mit 82,69 Metern vor dem sieben Jahre jüngeren Fajdek durch, der auf 82,05 m kam. Bronze sicherte sich der Russe Sergej Litwinow (79,35), der von 2008 bis 2010 für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) gestartet und 2009 deutscher Meister sowie WM-Fünfter geworden war.

Stabhochspringer Dilla fehlen 40 Zentimeter

Die deutsche Frauenstaffel hat das Finale über viermal 400 Meter erreicht. Ruth Spelmeyer, Lena Schmidt, Janin Lindenberg und Lara Hoffmann zogen nach 3:30,39 Minuten als Vierte des zweiten Vorlaufs über die Zeitregel in den Endlauf ein. Die deutsche Meisterin Esther Cremer wurde geschont. Den stärksten Eindruck hinterließen die Titelverteidigerinnen aus der Ukraine (3:28,18), Russland (3:28,42), die starken Britinnen (3:28,44) sowie Top-Favorit Frankreich (3:28,58).

Stabhochsprung-Weltrekordler Renaud Lavillenie hat sich zum dritten Mal in Serie den EM-Titel gesichert. Der 27 Jahre alte Franzose überquerte in Zürich 5,80 Meter und war danach als einziger Springer noch im Wettbewerb. Silber gewann Ex-Weltmeister Pawel Wojciechowski aus Polen, der wie Kevin Menaldo (Frankreich) und Jan Kudlicka (Tschechien) 5,70 m übersprang. Menaldo und Kudlicka mussten sich jeweils mit Bronze begnügen, weil sie mehr Fehlversuche hatten. Der deutsche Starter Karsten Dilla belegte mit 5,40 Meter den geteilten neunten Platz.

Die Schottin Eilidh Child hat erstmals Gold über 400 Meter Hürden gewonnen. Die 27 Jahre alte Favoritin siegte nach 54,48 Sekunden vor der Ukrainerin Anna Titimets (54,56) und Irina Dawidowa aus Russland (54,60). Die deutsche Starterin Christiane Klopsch war bereits im Halbfinale ausgeschieden.

Dreisprung-Meisterin Gierisch enttäuscht

Die Goldmedaille über 5000 Meter hat sich Meraf Bahta aus Schweden gesichert. Die 25-Jährige verwies nach einem packenden Endspurt in 15:31,39 Minuten Europas Jahresbeste Sifan Hassan aus den Niederlanden (15:31,79) auf Platz zwei, Bronze ging an ihre Landsfrau Susan Kuijken (15:32,82). Für Schweden war es das erste Gold in Zürich. Maren Kock aus Deutschland kam in 16:04,60 Minuten als 15. ins Ziel.

Die Ukrainerin Olga Saladucha hat zum dritten Mal nacheinander EM-Gold im Dreisprung gewonnen. Die 31 Jahre alte Weltmeisterin von 2011 setzte sich mit 14,73 Metern vor den Russinnen Ekaterina Konewa (14,69) und Irina Gumenjuk (14,46) durch. Die deutsche Hallen- und Freiluftmeisterin Kristin Gierisch wurde mit 13,76 Metern Neunte. Jenny Elbe kam auf Rang elf.

tpr/dpa/sid



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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
dorfmensch 16.08.2014
1. Frauenstaffel
Ich will mal nur vorsichtig besserwissern. Aber so wie ich es verstanden habe, hat sich die deutsche Sprintstaffel der Damen über ihre Zeit auch noch fürs Finale qualifiziert. Es kamen doch jeweils die ersten drei aus den Halbfinals, sowie die beiden Zeitschnellsten weiter, was Deutschland war.
Holperik 16.08.2014
2.
Zitat von dorfmenschIch will mal nur vorsichtig besserwissern. Aber so wie ich es verstanden habe, hat sich die deutsche Sprintstaffel der Damen über ihre Zeit auch noch fürs Finale qualifiziert. Es kamen doch jeweils die ersten drei aus den Halbfinals, sowie die beiden Zeitschnellsten weiter, was Deutschland war.
Das war die 4x400er Staffel, steht auch im artikel, die 4x100m, also die Sprintstaffel, hat einen Wechsel verbockt und ist gar nicht erst ins Ziel gekommen.
Woknower 16.08.2014
3. Das darf doch nicht wahr sein !!!
Zitat von HolperikDas war die 4x400er Staffel, steht auch im artikel, die 4x100m, also die Sprintstaffel, hat einen Wechsel verbockt und ist gar nicht erst ins Ziel gekommen.
Sind wir eigentlich sportlich eine beschissene Bananenrepublik ? Die Leichtathletik-EM bringt es an den Tag: Wir reisen mir riesigem Gefolge dorthin, schwarenweise Funktionäre und sog. "Bundestrainer" für irgendwelche Exotendisziplinen. Und was gewinnen wir ? Nix, nix und nochmal nix. Selbst Randländer wie Polen, Ukraine und sogar Holland machen uns was vor. Das ist doch wohl nicht wahr. Stellt die Förderung diese Sportes sofort ein. Ausreden und Sprüche wie "es ist halt nicht so gelaufen", "der Muskel ging zu" oder "jetzt müssen wir halt nach vorne sehen" gehören sofort bestraft und jede Förderung zurückgefordert. Wenn aus zehn Teilnehmern nicht wenigsten 1 Medaille resultiert, dann machen wir was falsch. Jedes Wirtschaftsunternehmen würde sofort geschlossen, wenn es so gräßlich erfolglos wäre.
insomnium 17.08.2014
4.
Polen und Ukraine in der Leichathletik als Randländer zu bezeichnen zeugt nicht unbedingt von übermäßigem Sachverstand. Die Niederlande erinnern mich ein bisschen an Schweden vor ein paar Jahren - sie haben momentan ein paar herausragende Athleten, aber in der Breite ist da (noch) nicht so viel. Ich glaube nicht, dass es irgendjemandem hilft, Fördergelder zurück zu fahren, stattdessen sollte man prüfen, inwiefern das System der LA in Deutschland noch zeitgemäß ist und ob man sich nicht vielleicht das ein oder andere bei Frankreich oder Großbritannien abschauen kann, die ja immer wieder vielversprechende junge Talente an den Start bringen.
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