Leichtathletik-EM Lückenkemper läuft zu Silber über 100 Meter

Sprinterin Gina Lückenkemper hat mit der zweitbesten Zeit ihrer Karriere EM-Silber geholt. Kugelstoßer David Storl verpasste seinen vierten Titel in Folge und musste sich mit Bronze begnügen.

Gina Lückenkemper
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Gina Lückenkemper


Sprinterin Gina Lückenkemper hat bei der Leichtathletik-EM 2018 im Rennen über 100 Meter der Frauen Silber erringen können. Sie blieb vor 34.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion mit 10,98 Sekunden nur drei Hundertstelsekunden hinter ihrer persönlichen Bestzeit. Gold ging an die Britin Dina Asher-Smith, die in 10,85 Sekunden eine neue Weltjahresbestzeit aufstellen konnte. Bronze holte die Niederländerin Dafne Schippers (10,99 Sekunden).

Storl verpasst vierten EM-Titel

David Storl
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David Storl

21,41 Meter im ersten Versuch haben für David Storl nicht zum vierten EM-Titel in Folge genügt. Der Europameister von 2012, 2014 und 2016 musste sich den beiden Polen Michal Haratyk (21,72 Meter) und Konrad Bukowiecki (21,66 Meter) geschlagen geben.

Vicaut verzichtet, Hughes gewinnt

Der Brite Zharnel Hughes hat den Titel über 100 Meter der Männer gewonnen. Er siegte im Finale von Berlin in 9,95 Sekunden vor seinem Landsmann Reece Prescod (9,96) und dem Türken Jak Ali Harvey (10,01).

Der deutsche Rekordhalter Julian Reus (Erfurt/10,37) hatte wie Lokalmatador Lucas Jakubczyk (10,32) das Finale verpasst und war im Halbfinale ausgeschieden.

Europarekordler Jimmy Vicaut aus Frankreich, im Halbfinale noch Schnellster, konnte wegen Oberschenkelproblemen nicht im Endlauf antreten.

Ringer steigt über 10.000 Meter aus

Über 10.000 Meter der Männer hat der deutsche Medaillenkandidat Richard Ringer acht Runden vor dem Ziel aufgegeben. Zu diesem Zeitpunkt lag der europäische Jahresbeste bereits aussichtslos hinter einer dreizehnköpfigen Spitzengruppe zurück.

Der EM-Titel ging überraschend an den Franzosen Morhad Amdouni (28:11.22 Minuten), der sich im Schlussspurt gegen den Belgier Abdi Bashir (28:11.76) und Yemaneberhan Crippa aus Italien (28:12.15) durchsetzen konnte.

Die weiteren deutschen Starter landeten auf den Rängen 16 (Amanal Petros, 29:01.19) und 24 (Sebastian Hendel, 29:53.45). Ringer hat noch bei seinem Start über 5000 Meter Chancen auf eine vordere Platzierung.

Abele auf Medaillenkurs

Arthur Abele
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Arthur Abele

Zehnkämpfer Arthur Abele liegt nach dem ersten Wettkampftag mit 4285 Punkten nur 95 Zähler hinter dem führenden Briten Tim Duckworth und knapp vor Martin Roe aus Norwegen (4282 Punkte).

Niklas Kaul rangiert bei seinem EM-Debüt mit 4089 Punkten auf dem 13. Platz. Weltmeister und Topfavorit Kévin Mayer aus Frankreich war nach drei ungültigen Versuchen im Weitsprung aus dem Medaillenrennen ausgeschieden. Das gleiche Schicksal hatte Mathias Brugger ereilt. Der Ulmer Vereinskamerad von Abele konnte ebenfalls keine gültige Weite vorweisen.

mfu/dpa/sid



insgesamt 4 Beiträge
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zaunreiter35 07.08.2018
1. Meinen herzlichen Glückwunsch!
So couragiert innerhalb von zwei Stunden und bei diesen Temperaturen zweimal unter 11 sec. laufen und dann Vize-Europameisterin werden. Und sich dann bei all dem Druck um "das neue Gesicht der LA" so zu freuen. Das ist schon enorm! Für mich DIE Sportlerin des Jahres (wenn ich mal von Kristina Vogel absehe). Und meinen Glückwunsch auch an David Storl, der sich wohl mehr erhoffte, aber doch im Interview mit Bronze zufrieden war. Das fand ich schon für die "LA-Regie" eine gute Initialzündung. Mein Glückwunsch geht auch an Sarah Köhler in Glasgow. Erst auf 1.500 m die Silbermedaille erschwommen und auch noch mit deutschem Rekord und eine Stunde später mit der 4x200m-Freistilstaffel zu Bronze gekommen.
Michael Kaufmann 08.08.2018
2. Schnellste Deutsche - aber noch nicht Sportlerin des Jahres
Gina Lückenkemper ist die erste und bisher einzige Bundesdeutsche unter 11 Sekunden. Nur sechs allesamt später des Dopings überführte DDR-Deutsche waren bisher schneller oder gleich schnell - ich würde diese sehr gerne ein für allemal herausrechnen. Gina Lückenkemper verdient jedenfalls den Ruhm, die schnellste saubere Deutsche zu sein. Außerdem ist sie eine unglaubliche coole Socke - ein weiblicher Usain Bolt. Sie ist eine, die Sport definitiv bereichert. Sportlerin des Jahres kann sie dennoch nicht werden - noch nicht. Ein zweiter Platz bei einer EM fällt doch noch weit hinter einen Wimbledon-Titel zurück. An Angelique Kerber als Sportlerin des Jahres führt auch 2018 kein Weg vorbei. Aber Gina Lückenkemper hat ja noch Zeit. eine Mischung aus
zaunreiter35 08.08.2018
3. Sie haben Recht, Herr Kaufmann!
Kerbers Wimbledon-Titel hatte ich schon wieder glatt vergessen. Dieses Jahr geht nichts über Kerber oder die Eishockeymannschaft. Was das Strahlen bei Gina Lückenkemper ein wenig dämpft, ist die Tatsache, dass sie für ihr verhunztes Olympia-Tattoo auf dem Arm ein Freilos bei dem Sendeformat "Horror-Tattoos" bekommen sollte.
bvitamin 08.08.2018
4. Gina
Menschlich ganz groß und auch sportlich ein Segen für den Sport. Ganz groß auch der Anspruch, der Ehrgeiz gepaart mit einem offensichtlich unerschöpfliches Reservoir an positiver Energie. Ohne Taschentücher ging es gestern nicht.
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