Leichtathletik-EM: Frauen-Staffel sprintet zur Goldmedaille

Fünfte Goldmedaille für Deutschland: Die 4x100-Meter-Staffel der Frauen hat bei der Leichtathletik-EM in Helsinki triumphiert. Es war der erste Sieg der deutschen Mannschaft in einer Laufdisziplin. Anschließend gewann die Staffel der Männer Silber. Auch Weitspringer Sebastian Bayer holte Gold.

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Deutsche Frauen-Staffel: Gold über 4x100-Meter

Hamburg - Die deutsche Sprint-Staffel der Frauen hat den Europameistertitel gewonnen. In 42,51 Sekunden siegten bei der Leichtathletik-EM in Helsinki Leena Günther, Anne Cibis, Tatjana Pinto und Verena Sailer. Zweite wurden die Niederlande, die nach 42,80 Sekunden ins Ziel kamen. Bronze sicherte sich das Quartett aus Polen in 43,06 Sekunden.

Schlussläuferin Verena Sailer, die im 100-Meter-Einzelrennen ihren EM-Titel von 2010 als Sechste nicht verteidigen konnte, machte mit deutlichem Vorsprung den Sieg perfekt. "Das Einzelrennen war total wurscht. Wir haben uns voll auf die Staffel konzentriert. Kurz vor dem Rennen hatte ich Angst, dass ich gar nicht laufen kann. Aber am Ende hatte ich so viel Adrenalin", so Sailer.

Leena Günther sagte: "Ohne Nervosität ging das nicht. Ich war sehr aufgeregt. Aber dann geht es auch am besten." Zuletzt hatte eine deutsche 4x100-Meter-Staffel 2002 bei der Heim-EM in München und 1998 in Budapest den Titel gewonnen. Es war für die deutsche Mannschaft bereits die fünfte Goldmedaille bei der EM. Zuvor hatten schon Zehnkämfer Pascal Behrenbruch, die Kugelstoßer David Storl und Nadine Kleinert sowie Diskuswerfer Robert Harting triumphiert.

Die zweite Goldmedaille des Tages gewann Sebastian Bayer. Der 26-jährige Weitspringer siegte im sechsten Versuch mit 8,34 Meter. Damit tritt er die Nachfolge von Christian Reif an, der verletzt passen musste. Zweiter wurde Luis Felipe Méliz aus Spanien, der 8,21 Meter weit sprang. Platz drei ging an den Schweden Michael Tornéus mit 8,17 Meter.

Zwei Medaillen haben die deutschen Stabhochspringer gewonnen. Hinter Frankreichs mit 5,97 Metern siegreichem Titelverteidiger Renaud Lavillenie gewann Hallen-Vizeweltmeister Björn Otto mit der Steigerung auf 5,92 Meter Silber und Raphael Holzdeppe 5,77 Meter Bronze. Bei gleicher Höhe blieb Malte Mohr, der seine Jahresweltbestmarke (5,90) verlor, nur Rang vier. Durch Silber und Bronze erhöhte das deutsche Team seine Bilanz nach fünf Siegen auf 12 Medaillen.

Auch die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Männer freute sich über Silber. Julian Reus, Tobias Unger, Alexander Kosenkow und Lucas Jakubczyk mussten sich in 38,44 Sekunden nur den Niederländern geschlagen geben, die in 38,34 Sekunden siegten. Bronze gewann Frankreich mit Einzel-Europameister Christian Lemaitre.

Die dritte Silbermedaille am Sonntag gewann Nadine Müller beim Diskuswerfen. Die Vizeweltmeisterin warf 65,41 Meter. Damit reichte sie nicht an Titelverteidigerin Sandra Perkovic (Kroatien) heran, die 67,62 Meter schaffte. Dritte wurde Natalija Semenowa aus der Ukraine mit 62,91 Meter. Sie verdrängte Anna Rüh, die 62,65 Meter warf, auf Platz vier. Julia Fischer wurde mit 62,10 Metern Fünfte.

Die deutsche Männer-Sprintstaffel gewann zum Abschluss über 4x400 Meter die Bronzemedaille. Jonas Plass, Kamghe Gaba, Eric Krüger und Thomas Schneider wurden in 3:01,77 Minuten Dritte. Gold im letzten von 42 EM-Wettbewerben holte sich die Staffel aus Belgien vor dem britischen Quartett.

Hammerwerferin Kathrin Klaas hat eine Medaille dagegen verpasst. Die 28-Jährige kam mit 70,44 Metern auf Rang vier und blieb damit deutlich hinter ihrer Saisonbestweite von 75,13 Metern. Gold gewann die Ex-Weltrekordhalterin Anita Wlodarczyk aus Polen mit 74,29 Metern vor der Slowakin Martina Hrasnova (73,34 Meter) und der Russin Anna Bulgakowa (71,47). Klaas' Clubkollegin Betty Heidler, Weltrekordhalterin und Titelverteidigerin, hatte nach einer verpatzten Qualifikation das Finale verpasst.

Ebenfalls eine Medaille knapp verpasst hat Langstreckenläuferin Sabrina Mockenhaupt. Die 34-Jährige wurde über 10.000 Meter Fünfte in 32:16,55 Minuten. Der Titel ging an die überlegene Portugiesin Dulce Felix in 31:44,75 Minuten vor der Britin Jo Pavey (31:49,03 Minuten) und der Ukrainerin Olga Skrypak (31:51,32).

leh/dpa/sid

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1. Spannender Sport,
kagemusha 01.07.2012
schöne Ergebnisse für das deutsche Team - und ganz ohne nationale Hybris wie beim Fußball.
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Die Weltmeister im Diskuswerfen
Jahr Weltmeister Weite*
2011 Robert Harting (Deutschland) 68,97
2009 Robert Harting (Deutschland) 69,43
2007 Gerd Kanter (Estland) 68,94
2005 Virgilijus Alekna (Litauen) 70,17
2003 Virgilijus Alekna (Litauen) 69,69
2001 Lars Riedel (Deutschland) 69,72
1999 Anthony Washington (USA) 69,08
1997 Lars Riedel (Deutschland) 68,54
1995 Lars Riedel (Deutschland) 68,76
1993 Lars Riedel (Deutschland) 67,72
1991 Lars Riedel (Deutschland) 66,20
1987 Jürgen Schult (DDR) 68,74
1983 Imrich Bugár (Tschechoslowakei) 67,72
*in Metern