Leichtathletik-EM: Medaillenhoffnung Mohr stürzt ab

Er träumte von der Goldmedaille - und scheiterte schon im Vorkampf: Der deutsche Stabhochspringer Malte Mohr ist bei der Leichtathletik-EM in Barcelona weit unter den Erwartungen geblieben. Auch Dreispringerin Katja Demut patzte, sie leistete sich drei Fehlversuche.

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dpa

Stabhochspringer Mohr: "Es ist gelaufen"

Hamburg - Die Serie der deutschen Enttäuschungen bei der Leichtathletik-EM in Barcelona setzt sich fort. Stabhochspringer Malte Mohr scheiterte dreimal an der geforderten Höhe von 5,65 Metern und schied im Vorkampf aus. Vor der EM hatte er von 5,90 Metern und der Goldmedaille gesprochen, er galt als einer der aussichtsreichsten Herausforderer des großen Favoriten Renaud Lavillenie aus Frankreich. "Was soll ich machen? Trübsal blasen bringt jetzt auch nichts. Es ist gelaufen", sagte Mohr, der bei der Hallen-WM im März Silber gewonnen hatte.

Bei seinem Aus habe auch der starke Wind eine Rolle gespielt: "Die Böe hat mich ganz kurz vor dem Einstichkasten erwischt. Da kannst du nichts mehr machen, ich konnte den Stab nicht halten und habe total verrissen", sagte Mohr. Während der 24-Jährige nur 5,50 Meter übersprang, meisterten seine Teamkollegen Fabian Schulze und Raphael Holzdeppe die Norm von 5,65 Metern. "Malte ist jetzt raus. Deshalb muss ich jetzt in die Bresche springen und seinen Medaillentraum wahr machen", sagte Schulze.

Dreispringerin Katja Demut musste ihre Hoffnungen vom Finale dagegen aufgeben, sie leistete sich drei Fehlversuche. Ein ähnliches Missgeschick war ihr bereits vor einem Jahr bei der WM in Berlin unterlaufen: Damals hatte sie die Qualifikation mit zwei ungültigen Versuchen und einem Sprung über schwache 11,38 Meter verpatzt. Diesmal trat die 26-Jährige zweimal über und brach den dritten Versuch ab. "Ich fühle mich beschissen", sagte Demut. "Ich war gut drauf und bin jetzt einfach nur tief enttäuscht. Woran es lag, weiß ich auch nicht."

In den vergangenen Tagen waren in den Hammerwerfern Markus Esser und Kathrin Klaas zwei weitere ambitionierte Athleten bereits im Vorkampf ausgeschieden. Die Mitfavoriten Nadine Müller im Diskuswerfen und Nadine Kleinert im Kugelstoßen enttäuschten als Achte beziehungsweise Siebte in ihren Finals.

Der 100-Meter-Europameister Christophe Lemaitre hat auch über 200 Meter das Halbfinale erreicht. 14 Stunden nach seinem ersten Titelgewinn dominierte der Franzose seinen Vorlauf in 20,64 Sekunden. Auch Sebastian Ernst zog als Dritter seines Rennens (20,72) in die nächste Runde ein. Der deutsche Meister Daniel Schnelting verpasste dagegen das Halbfinale. Als Vierter des Vorlaufs (20,98) fehlten ihm drei Hundertstelsekunden, um über die Zeitwertung weiterzukommen.

Die Hürdensprinter Alexander John und Matthias Bühler hatten in diesem Punkt mehr Glück. Beide belegten über 110 Meter Hürden jeweils den vierten Platz und erreichten über die Zeit das Halbfinale. John lief in 13,61 Sekunden die achtschnellste Vorlaufzeit, der deutsche Meister Bühler (13,62) die neuntschnellste.

hut/dpa

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