Leichtathletik-EM Schwanitz gewinnt Gold im Kugelstoßen

Die ersten Medaillen für Deutschland: Christina Schwanitz hat bei der Leichtathletik-EM im Kugelstoßen gewonnen. Im Hürdensprint siegte Vize-Weltmeisterin Cindy Roleder. Eine 19-Jährige überraschte über 200 Meter.

Christina Schwanitz
DPA

Christina Schwanitz


Christina Schwanitz hielt stolz die deutsche Fahne in die Höhe und freute sich wie schon lange nicht mehr: Nachdem Deutschlands beste Kugelstoßerin die Konkurrenz nach Belieben dominiert und sich wie 2014 den Europameistertitel gesichert hatte, war ihre lange Verletzungszeit erst einmal vergessen.

EM-Gold 2014 und 2016, Weltmeisterin 2015: Dem dritten Titelgewinn in Serie soll in 36 Tagen in Rio de Janeiro der nächste Triumph folgen - der Olympiasieg. Es ist der einzige Titel, der Schwanitz noch in ihrer Sammlung fehlt.

Für den Traum vom Olympia-Gold gab Schwanitz der Auftritt in Amsterdam Rückenwind: 20,17 Meter im ersten Versuch des gesamten Wettbewerbs bedeuteten europäische Jahresbestleistung. Anschließend riss sie jubelnd die Arme in die Höhe. Nie bestanden in der Folge Zweifel daran, dass Deutschlands Sportlerin des Jahres 2015 noch eine überraschende Niederlage hinnehmen könnte.

Und so war der Wettbewerb bereits nach dem ersten Stoß entschieden. Die Zweitplatzierte Anita Marton aus Ungarn hatte fast eineinhalb Meter Rückstand - einen so großen Vorsprung hatte es seit 18 Jahren nicht mehr gegeben. Sara Gambetta aus Leipzig kam mit persönlicher Bestleistung auf Platz sieben. Alle gültigen Versuche von Schwanitz hätten locker zum Sieg gereicht - eine Zweiklassengesellschaft.

Deutsche Nachwuchssprinterin holt ihre erste Medaille

Im 200-Meter-Sprint der Frauen sorgte die deutsche EM-Debütantin Gina Lückenkemper für eine Überraschung: Die mit 19 Jahren jüngste DLV-Athletin in Amsterdam sicherte sich in 22,74 Sekunden den dritten Platz und damit ihre erste Medaille bei einem Großereignis. Den Titel gewann Dina Asher-Smith aus Großbritannien in 22,37 Sekunden. Auf den Silberrang lief die Bulgarin Ivet Lalowa-Collio in 22,52 Sekunden. Die zweite deutsche Starterin Lisa Mayer landete auf Rang acht (23,10 Sekunden).

Vize-Weltmeisterin Cindy Roleder entschied die Konkurrenz über 100 Meter Hürden für sich. Die 26-Jährige sprintete in 12,62 Sekunden zu ihrem ersten großen Titel und verwies die Weißrussin Alina Talay (12,68) und Titelverteidigerin Tiffany Porter aus Großbritannien (12,76) auf die Plätze zwei und drei. Als bisher letzte Deutsche hatte Johanna Klier 1978 Hürden-Gold für die DDR gewonnen.

Beim Speerwurf mussten die deutschen Leichtathleten hingegen eine Enttäuschung hinnehmen. Der zuvor als Topfavorit gehandelte Thomas Röhler verpasste die Medaillenränge deutlich. Der Weltjahresbeste kam im Finale nicht über eine Weite von 80,78 Metern hinaus und musste sich letztlich mit Platz sechs zufrieden geben. Gold gewann der Lette Zigismunds Sirmais (86,66), Silber holte Tschechiens Ex-Weltmeister Vitezslav Vesely (83,59) vor Titelverteidiger Antti Ruuskanen aus Finnland (82,44).

mru/lst/sid/dpa



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
globaluser 07.07.2016
1. Wenn ich dieses Etwas sehe,
frage ich mich, wie man darauf kommt, deutsche Athleten würden nie irgendwelche Substanzen zu sich nehmen.
denkdochmal 07.07.2016
2. Gartuliere!
Zuerst selbstverständlich Gina Lückenkemper, der 19-Jährigen, tollen Nachwuchsläuferin aus Soest in Westfalen. Großartig! Hoffentlich entwickelt sie sich weiterhin so erfolgreich, wie es soeben bewiesen hat. Gartuliere auch dem SPON, der sich vor Begeisterung über diese tolle Leistung geradezu überschlägt: ..."sorgte die deutsche EM-Debütantin Gina Lückenkemper für eine Überraschung"... Das ist das Lob einer Presse, die offenbar tolle Leistungen des talentierten Nachwuchses angemessen zu würdigen weis... ;-)
sorrento48 07.07.2016
3. Auch eine Art von Rassismus
Zitat von globaluserfrage ich mich, wie man darauf kommt, deutsche Athleten würden nie irgendwelche Substanzen zu sich nehmen.
wenn man in einer für ihre Sportart perfekt trainierten Sportlerin nicht den Menschen, sondern ein "Etwas" sieht. Aber damit nicht genug, es muss auch noch implizit Doping unterstellt werden. Sie sind ja ein wahrlich toleranter Zeitgenosse und ein echter Experte auf dem Gebiet der Leichtathletik.
C-Hochwald 08.07.2016
4. Präsens in der Berichterstattung
Auf SPON muß man schon lange suchen, um von der Leichtathletik EM zu lesen. Schade, dass immer wieder der Fußball so überdominant ist. Eine Tabelle über die Ergebnisse der Einzeldisziplinen wäre erfreulich. Richtig super wäre auch die Würdigung der deutschen Medalliengewinner auf der HOME-Seite. Schliesslich ist Leichtathletik eine Traditionssportart, und die EM gibt es auch nur alle 4 Jahre.
rjsedv 08.07.2016
5. Immerhin eine Randnotiz
Leider nimmt Sport in Deutschland nur eine Außenseiterrolle ein. Stattdessen Fussball bis zum Ersticken. Aber immerhin wird die EM als Randnotiz in SPON erwähnt. Wenngleich man mehr Fundament und umfangreichere Infos wünschen kann.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.