IAAF-Kongress Russische Leichtathleten bleiben gesperrt 

Die Suspendierung russischer Leichtathleten gilt weiterhin. Das hat der IAAF-Kongress beschlossen. Zudem fordert die Wada von Russland, die Erkenntnisse über das systematische Staatsdoping öffentlich zu akzeptieren.

IAAF-Präsident Sebastian Coe
REUTERS

IAAF-Präsident Sebastian Coe


Russlands Leichtathletik bleibt weiter von internationalen Meisterschaften ausgeschlossen. Der Kongress des Weltverbands IAAF hat in London der Verlängerung der weiteren Suspendierung des russischen Verbands Rusaf mit einer Mehrheit von 166:21-Stimmen zugestimmt und war damit einer entsprechenden Empfehlung des IAAF-Councils gefolgt. "Wir können als Verband und Sportart stolz sein, was wir mit den Maßnahmen erreicht haben, aber es sind noch einige Schritte notwendig", sagte IAAF-Präsident Sebastian Coe.

Nach der Aufdeckung des systematischen Dopings in Russlands Leichtathletik war der Verband Rusaf im November 2015 suspendiert worden. Der Verband begründet die Nichtaufhebung der Sperre vor allem damit, dass die Anti-Doping-Agentur Russlands (Rusada) noch nicht vollumfänglich ihre Aufgaben wahrnehmen kann.

Rune Andersen, Leiter der Taskforce der IAAF, stellte aber auch fest: "Russland hat verstanden, dass die Doping-Kultur sich in dem Land verändern muss." Bei der WM in London (5. August bis 13. August) können 19 Russen als neutrale Athleten starten.

Rusaf-Präsident Dimitri Schljachtin sagte vor der Versammlung, es seien seit der Enthüllung des systematischen Betrugs viele Fortschritte erzielt und Maßnahmen veranlasst worden. Als Beispiele nannte er die lebenslangen Sperren von Ex-Verbandschef Walentin Balachnitschew und dem früheren Leichtathletik-Cheftrainer Alexei Melnikow. 72 Athleten und acht weitere Trainer sitzen zudem ihre Sperren ab. Schljachtin sagte auch, im Zuge des Dopings-Skandals seien russischen Athleten "Siege auf unehrlichem Weg" gestohlen worden.

Russland will McLaren-Report nicht anerkennen

Uneinigkeit herrscht in einem anderen Punkt: Einen Tag vor der WM-Eröffnung hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) von Russland die Erfüllung von zwölf Bedingungen gefordert, bevor die Suspendierung der Anti-Doping-Agentur Rusada aufgehoben werden kann. Zu den Forderungen gehörte auch, dass Russland die Ergebnisse des McLaren-Reports zum systematischen Doping öffentlich akzeptieren muss. Wada-Sonderermittler Richard McLaren hatte in seinem im Juli 2016 veröffentlichten Bericht umfangreichen Doping-Betrug und Proben-Manipulationen in Russland nachgewiesen.

Witali Smirnow, Vorsitzender der von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin eingesetzten Anti-Doping-Kommission, wies die Wada-Forderung zum McLaren-Report zurück. "Niemand plant diesen Report bedingungslos zu akzeptieren", sagte er der russischen Agentur R-Sport.

jan/dpa



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
franz.v.trotta 03.08.2017
1.
Auch andere putschen ihre Leistung. Aber sie nehmen Mittelchen, die nicht auf der Liste stehn. - Und was nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen steht, ist kein Doping. So einfach ist das.
bauklotzstauner 03.08.2017
2.
"Zudem fordert die Wada von Russland, die Erkenntnisse über das systematische Staatsdoping öffentlich zu akzeptieren." Verstehe.... Weil man bis zum heutigen Tage keine gerichtsfesten Beweise vorlegen kann, fordert man ein Geständnis ein.... Es ist ein absurdes Theater!
haraldbuderath 04.08.2017
3.
Der Schwindel ist doch Weltweit organisiert, IAAF und WADA sind doch die Betreiber oder irre ich mich?
taglöhner 04.08.2017
4. WADA Independent Report
englisch: Teil I https://www.wada-ama.org/sites/default/files/resources/files/20160718_ip_report_newfinal.pdf Teil II https://www.wada-ama.org/sites/default/files/resources/files/mclaren_report_part_ii_2.pdf oder lieber auf russisch ;): Teil I https://www.wada-ama.org/sites/default/files/resources/files/20160718_ip_report_newfinal_ru_ac_1.pdf Teil II https://www.wada-ama.org/sites/default/files/resources/files/mclaren_independent_investigation_report_-_part_ii_ru.pdf
f-rust 04.08.2017
5. und wann ... ?
akzeptiert der IAAF, dass in den USA NACHGEWIESENE Dopingfälle Legion waren und eine Art "Staatsdoping" konstituieren? Politik im Sport - schlimm!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.