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Stabhochsprung-Weltmeisterin: Issinbajewa verteidigt Putins Anti-Homosexuellen-Gesetz

Jelena Issinbajewa: Putins treue Jüngerin Fotos
AFP

Jelena Issinbajewa gewann in Moskau WM-Gold, jetzt hat der Stabhochsprung-Star klar Stellung zum Anti-Homosexuellen-Gesetz der russischen Regierung bezogen - und den Kurs Wladimir Putins verteidigt: "Männer sollten Frauen lieben und umgekehrt."

Hamburg - Jelena Issinbajewa fürchtet um die Zukunft Russlands. Einer der Gründe: Homosexualität. Die russische Goldmedaillengewinnerin im Stabhochsprung bei der Leichtathletik-WM in Moskau äußerte sich zum Anti-Homosexuellen-Gesetz in ihrem Land: "Wenn wir all diese Dinge auf unseren Straßen zulassen, würden wir Angst um unsere Nation haben", sagte die 31-Jährige, die als Unterstützerin des Präsidenten Wladimir Putin gilt.

"Wir verstehen uns als traditionelles Volk", sagte Issinbajewa am Rande der WM, wo sie am Dienstag ihren dritten WM-Titel gewonnen hatte. Männer sollten Frauen lieben und umgekehrt. "Dies ergibt sich aus der Geschichte. Ich hoffe, dass dieses Problem nicht die Olympischen Winterspiele in Sotschi belastet", so die Weltrekordhalterin (5,06 Meter).

"Wir sind vielleicht anders als die Europäer"

Kritische Aktionen gegen das Gesetz nannte Issinbajewa "nicht respektvoll gegenüber unseren Menschen und Sportlern. Wir sind Russen, wir sind vielleicht anders als die Europäer, aber wir setzen unsere Regeln nicht über ihre. Ich unterstütze unsere Regierung."

Zuletzt hatte der amerikanische Mittelstreckenläufer Nick Symmonds als erster Leichtathlet die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland öffentlich kritisiert. Symmonds widmete seine Silbermedaille über 800 Meter seinen schwulen und lesbischen Freunden in der Heimat. Einige Sportlerinnen lackierten ihre Fingernägel in den Farben des Regenbogens - dem Symbol der Homosexuellen-Bewegung.

Per Gesetz steht seit Juni in Russland die Verbreitung von Informationen über Homosexualität an Minderjährige unter Strafe. Das von Staatspräsident Putin unterzeichnete Gesetz hatte in den vergangenen Wochen international Zweifel an der Offenheit und den Gastgeberfähigkeiten Russlands aufkommen lassen. Es wurden gar Forderungen nach einem Boykott der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 laut. Der Fußball-Weltverband Fifa forderte Russland, das 2018 auch die Fußball-WM ausrichtet, zu einer Klarstellung auf. Die Zuschauer sollten die WM als "tolles Turnier, unabhängig von sexueller Orientierung" erleben, so die Forderung der Fifa.

luk/sid/dpa

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insgesamt 282 Beiträge
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1. Danke Frau Issinbajewa!
hohenstaufen45, 15.08.2013
Zitat von sysopAFPJelena Issinbajewa gewann in Moskau WM-Gold, jetzt hat der Stabhochsprung-Star klar Stellung zum Anti-Homosexuellen-Gesetz der russischen Regierung bezogen - und den Kurs Wladmir Putins verteidigt: "Männer sollten Frauen lieben und umgekehrt." http://www.spiegel.de/sport/sonst/leichtathletik-issinbajewa-verteidigt-putins-gesetz-a-916845.html
Da wird sie auf der Welt nicht die einzige sein. Wenn ich sehe, dass die Protestantische Kirche in Hessen-Nassau eine homosexuelle Ehe gesegnet und sogar beurkundet hat, frage ich mich, warum diese Kirche überhaupt noch Steuergelder erhält. Natürlich ist auch das alte Testament nicht außer Kraft gesetzt worden. Privat habe ich keinerlei Probleme mit Homos und Lesben. Aber die Kirche muss nicht immer den Zeitgeist überholen. Homosexualität hat viele Ursachen. Es ist gut dass Franziskus den homosexuellen Menschen nicht verurteilt. Nach dem katholischen Katechismus aber ist der Vollzug eine Sünde. Ich respektiere die Meinung von Frau Issinbajewa. Vielleicht ist sie eine gläubige orthodoxe Christin. Wir wollen doch immer so tolerant sein, dann müssen wir das nicht nur dem Islam gegenüber sein, sondern auch den orthodoxen Christen gegenüber
2. Wie peinlich...
fpwinter 15.08.2013
eine Vorzeigesportlerin des Landes versucht sich beliebt bei dessen homophoben Potentaten zu machen. Da sieht man wieder mal, das das ganze Menschenrechtsgerede Rußlands im Fall Snowden reine Makulatur ist. Putin bedient mit seiner restriktiven Pro-Hetero-Politik Ressentiments seiner engstirnigen Bevölkerung, der ach so aufgeklärte Westen applaudiert weitgehend oder schweigt -- und mit dem Argument, im Sport dürfe es keine Politik geben, versuchen sich viele aus der Verantwortung zu stehlen. Nein, es kann nur eine Antwort geben: Olympische Spiele in Russland boykottieren, und in jedem anderen Land, das sich durch seine Politik als des olympischen Gedankens (nämlich Sport ohne Ansehen der Herkunft oder Eigenart der Beteiligten im Sinne einer "Völkerverständigung") unwürdig erweist.
3.
lkm67 15.08.2013
Jeder soll den lieben der Er bzw. Sie will und damit ist auch schon alles gesagt.
4. Bitte verkneifen Sie sich das "wir"
koprolith 15.08.2013
Zitat von hohenstaufen45Da wird sie auf der Welt nicht die einzige sein. Wenn ich sehe, dass die Protestantische Kirche in Hessen-Nassau eine homosexuelle Ehe gesegnet und sogar beurkundet hat, frage ich mich, warum diese Kirche überhaupt noch Steuergelder erhält. Natürlich ist auch das alte Testament nicht außer Kraft gesetzt worden. Privat habe ich keinerlei Probleme mit Homos und Lesben. Aber die Kirche muss nicht immer den Zeitgeist überholen. Homosexualität hat viele Ursachen. Es ist gut dass Franziskus den homosexuellen Menschen nicht verurteilt. Nach dem katholischen Katechismus aber ist der Vollzug eine Sünde. Ich respektiere die Meinung von Frau Issinbajewa. Vielleicht ist sie eine gläubige orthodoxe Christin. Wir wollen doch immer so tolerant sein, dann müssen wir das nicht nur dem Islam gegenüber sein, sondern auch den orthodoxen Christen gegenüber
Sie möchten vielleicht allen mittelalterlich Gesinnten und religiösen Fanatikern gegenüber tolerant sein, ich aber nicht. Wieso sollte ich Leuten gegenüber tolerant sein, die andere für ihre natürliche Sexualität ins Gefängnis werfen wollen. Und jetzt kommen Sie nicht mit so einem überholten Kram, dass Homosexualität nicht natürlich sei.
5. Dann stimmt das alte Sprichwort:
koprolith 15.08.2013
Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben
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