Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Leichtathletikskandal: Nestlé zieht sich offenbar als IAAF-Sponsor zurück

Skandalverband IAAF: Rückschlag jetzt auch durch die Sponsoren Zur Großansicht
DPA

Skandalverband IAAF: Rückschlag jetzt auch durch die Sponsoren

Doping und Korruption in der Leichtathletik haben für den Weltverband IAAF Konsequenzen. Medienberichten zufolge steigt mit dem Lebensmittelkonzern Nestlé ein wichtiger Sponsor aus.

Dem Leichtathletik-Weltverband IAAF droht anscheinend der Verlust eines weiteren Sponsors. Der Lebensmittelkonzern Nestlé will nach übereinstimmenden Berichten der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und der französische Nachrichtenagentur "AFP" die Zusammenarbeit beenden. "Angesichts der negativen öffentlichen Wahrnehmung bezüglich Korruptionsvorwürfen und Dopings" wolle Nestlé demnach sein Engagement als Hauptsponsor des IAAF-Programms "Kids Athletics" vorzeitig und fristlos beenden.

Faz.net und AFP zitieren aus einer Mail, die den Redaktionen vorliegt. "Wir glauben, dass sich dies negativ auf unsere Reputation und das Image auswirken könnte und werden daher den bestehenden Vertrag mit der IAAF beenden, der 2012 geschlossen wurde", soll es in der Mail heißen. Man habe die IAAF über den Schritt bereits informiert und warte auf "auf eine formale Bestätigung". Das Schweizer Unternehmen Nestlé ist seit Januar 2012 Hauptsponsor von "Kids Athletics", einem Trainingsprogramm für Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren. Der Vertrag läuft ursprünglich noch bis 2017.

Erst Ende Januar hatte die BBC berichtet, dass auch der deutsche Sportartikel-Hersteller adidas sein Engagement bei der IAAF beenden werde. Adidas bestätigte die Berichte seinerzeit nicht.

Seit Monaten hält der Doping- und Korruptionsskandal den Weltverband in Atem. Präsident Sebastian Coe steht unter Druck, auch wenn er beteuert, vom mutmaßlich kriminellen System seines Vorgängers Lamine Diack nichts gewusst zu haben.

Die unabhängige Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte den langjährigen IAAF-Präsident Diack schwer beschuldigt. Zusammen mit seinen Söhnen und weiteren Komplizen soll er eine "Schattenregierung" installiert und unter anderem versucht haben, positive Dopingtests gegen Geldzahlungen zu vertuschen. Zuvor hatte eine ARD-Dokumentation systematisches Doping in Russland aufgedeckt. Die russischen Leichtathleten sind deshalb derzeit von den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ausgeschlossen.

krä/sid

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Oh je !
NSUPRINZ2010 10.02.2016
Da machen die von Nestle auf moralisch empört, sind darauf bedacht das ihr ach soo makelloser Ruf nicht geschädigt wird und in Afrika bestechen die reihenweise Politiker und Dorfvorstände damit die ganzen Regionen das Wasser abgraben zu können um dies dann zu überhöten Preisen der Bevökerung, welcher der Zugang zu kommunalen Brunnen untersagt wird, zu verhökern.
2. grad nestlè
locke27 10.02.2016
die sollte hier nicht auf moralapostel machen.
3. markelloser Ruf?
verspiegelt24 11.02.2016
Wer im Glashaus sitzt sollte Steinen werfen. Hauptsächlich wegen des Trinkwasser Geschäftes verzichte ich seit Jahren ohne Probleme auf alle Produkte aus dem Hause Nestlé und den aufgekauften Marken.
4. schade für denn sport
teddyboy 11.02.2016
ich finde es immer sehr schade wenn sich ein engagierter Sponsor aus dem Sport zurück zieht. Allerdings dürfte ein solch attraktiver verband wie die IAAF kein Problem damit haben Ersatz zu finden.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: