Leichtathletik Olympiasieger Schumann beendet Karriere

Keine Motivation mehr: 800-Meter-Läufer Nils Schumann beendet nach zahlreichen Verletzungen seine Karriere. Der Überraschungsolympiasieger von Sydney will sich nach der verpassten Qualifikation für die Leichtathletik-WM in Berlin neuen Aufgaben widmen.


Hamburg - "Irgendwann muss man Realist sein und sich neue Ziele stellen", sagte Nils Schumann der Tageszeitung "Thüringer Allgemeine". Der 31-Jährige, der 2000 in Sydney erster deutscher Olympiasieger über 800 Meter geworden war, hatte die Teilnahme an der Leichtathletik-WM (15. bis 23. August) in Berlin verpasst.

Olympiasieger Schumann: "Man muss Realist sein"
dpa

Olympiasieger Schumann: "Man muss Realist sein"

Nach einer Stirnhöhlenvereiterung sei er nicht mehr in Fahrt gekommen. "Und ich gestehe, dass es mir von Mal zu Mal schwerer fiel, solche gesundheitlichen Rückschläge wegzustecken", so Schumann, der sich jetzt verstärkt um seine Agentur für Motivationstraining und Ernährungsberatung kümmern will.

In Sydney hatte er nach einer taktischen Meisterleistung im Finale über 800 Meter in 1:45,08 Minuten dank eines famosen Endspurts auch Weltrekordhalter Wilson Kipketer aus Dänemark geschlagen. Dem Sieg von Sydney folgten zahlreiche Ehrungen. Schumann wurde sowohl zum "Sportler des Jahres" als auch zum "Leichtathlet des Jahres" gewählt.

Zwei Jahre später konnte der Europameister von 1998 seine persönliche Bestzeit sogar auf 1:44,20 Minuten steigern und noch einmal Bronze bei der EM 2002 gewinnen. Zahlreiche Verletzungen, darunter zwei Achillessehnenoperationen, warfen ihn danach jedoch immer wieder zurück. Bei den Deutschen Meisterschaften im Juli in Ulm bestritt Schumann das letzte Rennen seiner Karriere.

ged/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.