Leichtathletik-WM McLeod sprintet allen davon

Omar McLeod ist der erste Jamaikaner, der im Hürdenlauf einen WM-Titel erringen konnte. Bei den Hammerwerferinnen wurde Anita Wlodarczyk ihrer Favoritenrolle gerecht. Im Dreisprung der Frauen entschieden Zentimeter.

Omar McLeod (r.) jubelt
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Omar McLeod (r.) jubelt


Omar McLeod hat nach Olympia-Gold über 110 Meter Hürden auch den Titel bei der Leichtathletik-WM gewonnen. Der 23-jährige Jamaikaner erreichte in London nach 13,04 Sekunden als Erster das Ziel. Historisches Silber errang Sergej Schubenkow in 13,14 Sekunden: Der 26 Jahre alte Titelverteidiger holte als erster Russe unter neutraler Flagge eine Medaille bei der WM. Der Weltverband IAAF hatte Russland wegen Staatsdoping ausgeschlossen - bis auf 19 Sportler, die nachweislich im Ausland trainieren und deshalb ein Sonderstartrecht eingeräumt bekommen hatten.

Bronze ging an den Ungarn Balazs Baji (13,28). Zwei Jahre nach seiner Nierentransplantation wurde Weltrekordler Aries Merritt aus den USA Fünfter. Der Frankfurter Matthias Bühler war im Halbfinale ausgeschieden.

Hammerwerferin Wlodarczyk lässt der Konkurrenz keine Chance

Die Deutsche Kathrin Klaas ist im Hammerwurf nicht über Rang elf hinausgekommen. Die WM-Vierte von 2009 warf im Finale 68,91 Meter und blieb damit deutlich hinter ihrer persönlichen Saisonbestleistung (71,06) zurück. Ihren dritten WM-Titel sicherte sich Top-Favoritin und Olympiasiegerin Anita Wlodarczyk. Die polnische Weltrekordlerin gewann Gold mit einer Weite von 77,90 Metern. Silber ging an Wang Zheng aus China (75,98), Dritte wurde Malwina Kopron (74,76/Polen). Wlodarczyk ist nun seit 41 Wettkämpfen ungeschlagen und ist die erste polnische Leichtathletin, die drei Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften gewinnen konnte.

"Ich mache das hier nicht für einen elften Platz. Das ist nicht das, was ich will", sagte eine enttäuschte Klaas in der ARD: "Es war mehr drin, ich konnte auch schon 74 Meter werfen. Aber nicht heute." Susen Küster war in der Qualifikation gescheitert. Ex-Weltmeisterin Betty Heidler hatte nach der Olympiade in Rio 2016 ihre Karriere beendet.

Caster Semenya rettet über 1500 Meter immerhin Bronze

Erst in einem packenden Endspurt hat sich Olympiasiegerin Faith Kipyegon im 1500-Meter-Lauf Gold gesichert. In 4:02,59 Sekunden setzte sich die Kenianerin durch, Silber holte die amerikanische Ex-Weltmeisterin Jennifer Simpson in 4:02,59 Minuten. 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya eroberte bei ihrer Aufholjagd auf den letzten 200 Metern noch Bronze (4:02,90 Minuten). Für Semenya war es der erste WM-Start über 1500 Meter nach zwei Olympiasiegen 2012 und 2016 sowie einem WM-Titel 2009 über 800 Meter.

Leer ging hingegen das britische Toptalent Laura Muir als Vierte aus. Die 24-jährige Hanna Klein von der SG Schorndorf lief nach 4:06,22 auf den elften Platz. Bereits im Halbfinale war deutsche Meisterin Konstanze Klosterhalfen ausgeschieden.

Caster Semenya (l.) strauchelt auf den letzten Metern
AP

Caster Semenya (l.) strauchelt auf den letzten Metern

Rojas schreibt venezolanische Geschichte

Hallen-Europameisterin Kristin Gierisch hat den fünften Platz im Dreisprung belegt. Sie kam im Olympiastadion von London auf 14,30 Meter. Bronze verpasste sie um deutliche 45 Zentimeter: Der dritte Platz ging stattdessen an die Kasachin Olga Rybakowa.

Knapper ging es beim Kampf um den WM-Titel zu: Der Kolumbianerin Caterine Ibargüen fehlten mit 14,89 Metern nur zwei Zentimeter zur Titelverteidigung. Die 33 Jahre alte Olympiasiegerin unterlag in einem packenden Duell Hallen-Weltmeisterin Yulimar Rojas aus Venezuela. Sie kam auf 14,91 Meter und eroberte das erste Gold überhaupt in der WM-Geschichte für ihr Land. Ibargüen verpasste hingegen ihr drittes WM-Gold. Neele Eckhardt aus Göttingen wurde bei ihrem WM-Debüt Letzte des Finals mit 13,97 Metern.

lst/dpa



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