Leichtathletik-EM Organisatoren entschuldigen sich für Mess-Chaos

Orkanböen, Messfehler, Verspätungen: Die Leichtathletik-EM in Zürich erlebte am Mittwoch einen chaotischen Tag. Die Verantwortlichen haben sich jetzt dafür entschuldigt.

Zehnkämpfer Kazmirek: Wettkampf stundenlang unterbrochen
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Zehnkämpfer Kazmirek: Wettkampf stundenlang unterbrochen


Hamburg - Die Veranstalter der Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich haben sich nach einem chaotischen Abend für einige Pannen entschuldigt. Wegen Sturm und Regen hatte es nicht nur Zeitplanverschiebungen gegeben, sondern auch Verwirrung bei den Athleten und Messfehler. "Der hohe Druck, bedingt durch die besondere Situation und die kurzfristig beschlossenen Zeitplanänderungen, hat in einzelnen Fällen leider zu menschlichem Fehlverhalten geführt", sagte Organisations-Chef Patrick K. Magyar.

"Die Organisatoren entschuldigen sich in aller Form für diese Vorkommnisse, bitten jedoch in Anbetracht der außerordentlichen Umstände um Verständnis", hieß es in der Pressemitteilung weiter. Stürmische Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 90 Kilometern pro Stunden hätten die Kampfrichter und Helfer vor große Herausforderungen gestellt. Die Gesundheit von Athleten und Zuschauern habe im Vordergrund gestanden.

So musste der Wettkampftag wegen des Sturms lange unterbrochen werden. Auslöser war ein Unfall auf dem Stadiongelände. Demnach war tags zuvor bei heftigen Sturmböen ein Ordner von einem umherfliegenden Absperrgitter verletzt worden und hatte ins Krankenhaus gebracht werden müssen.

Danach entschieden die Organisatoren, dass die Sicherheit von Zuschauern, Bediensteten sowie Sportlern nicht mehr gewährleistet sei und brachen den laufenden Wettbewerb ab. Im Stadion wurden die Stabhochsprung- und Diskusanlage weitgehend abgebaut.

Betroffen von den chaotischen Verhältnissen war unter anderem die deutsche Weitspringerin Melanie Bauschke, die sich auf einem Bronzerang wähnte, bevor die Kampfrichter einen Messfehler festgestellt hatten. Bauschke, die danach nur noch Sechste war, hatte das Stadion danach untröstlich verlassen.

Am Donnerstag waren die Wetterbedingungen dann wieder regulär. Profitiert davon hat als erste die Russin Elmira Alembekowa. Sie hat am Vormittag die Goldmedaille im Gehen über 20 Kilometer gewonnen. Bei der ersten Donnerstag-Entscheidung kam die 24-Jährige in 1:27:56 Stunden als Erste ins Ziel. Silber holte die Ukrainerin Ljudmila Oljanowska in 1:28:07 Stunden, eine Sekunde vor der drittplatzierten Tschechin Anezka Drahotova.

Karsten Dilla trägt im Stabhochsprung der Männer die deutschen Hoffnungen im Finale. 5,50 Meter reichten ihm am Donnerstag in der Qualifikationen, um bei der Entscheidung dabei zu sein. Insgesamt kämpfen 14 Springer am Samstag um die Medaillen.

Für Dillas Teamkollegen Tobias Scherbarth platzte der Traum von einer Medaille dagegen bereits in der Qualifikation; Routinier Malte Mohr hatte seinen geplanten EM-Start wegen Formschwäche abgesagt.

aha/dpa/sid



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