Leichtathletik-WM Schäfer holt Silber im Siebenkampf

Erste Medaille für Deutschland: Siebenkämpferin Carolin Schäfer hat in London Silber gewonnen. Kugelstoßer David Storl war weniger zufrieden - und sprach von einem "Scheiß-Wettkampf".

Carolin Schäfer
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Carolin Schäfer


Carolin Schäfer hat bei der Leichtathletik-WM in London die Silbermedaille im Siebenkampf geholt. Die 25-Jährige musste sich mit 6696 Punkten nur Top-Favoritin Nafissatou Thiam geschlagen geben. Die Olympiasiegerin aus Belgien sicherte sich Gold mit 6784 Punkten. Dritte wurde Anouk Vetter aus den Niederlanden (6636 Punkte). Schäfer sicherte dem deutschen Team die erste Medaille bei den Titelkämpfen in der englischen Hauptstadt.

"Es ist unglaublich schön, ein absoluter Moment zum genießen", sagte Schäfer: "Ein Traum ist in Erfüllung gegangen."

Vor sechs Jahren hatte Jennifer Oeser zuletzt eine WM-Medaille im Siebenkampf für Deutschland gewonnen, die Leichtathletin bekam bei einer nachträglichen Siegerehrung Silber überreicht - nachdem die Russin Tatjana Tschernowa des Dopings überführt worden war.

Storl: "Das ist ein desaströses Abschneiden"

Der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl ist im Finale früh gescheitert. Nach zwei ungültigen Versuchen und 20,80 Metern im dritten Durchgang verpasste der 27-Jährige als Zehnter den Endkampf der besten Acht. "Das war einfach ein Scheiß-Wettkampf", sagte der 27-Jährige.

David Storl
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David Storl

"Das ist ein desaströses Abschneiden. Ich ärgere mich sehr", sagte Storl im ZDF: "Beim Einstoßen war die Lockerheit da, der letzte Versuch war nur noch ein Krampf. Die Form war richtig gut, es war ein rein technisches Problem."

In der Qualifikation am Tag zuvor hatte Storl noch mit 21,41 Metern und Platz zwei überzeugt. Storl blieb damit erstmals seit seinem Debüt 2009 in Berlin ohne WM-Medaille, damals war er in der Qualifikation ausgeschieden.

Tori Bowie gewinnt 100-Meter-Rennen der Frauen

Die Amerikanerin Tori Bowie hat Gold über 100 Meter gewonnen und damit 24 Stunden nach dem Sieg ihres Landsmannes Justin Gatlin den Sprinttriumph der USA perfekt gemacht. Die 26-Jährige setzte sich im Finale in 10,85 Sekunden vor der Ivorerin Marie-Josée Ta Lou (10,86 Sekunden) durch, Bronze gewann die Niederländerin Dafne Schippers (10,96 Sekunden).

Tori Bowie
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Tori Bowie

Es war das erste Doppel-Gold durch eine Nation seit 2005, damals waren in Helsinki Gatlin und Lauryn Williams für die USA erfolgreich gewesen.

mru/dpa/sid



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Nili_S 07.08.2017
1. Besser recherchieren...
"Es war das erste Doppel-Gold durch eine Nation seit 2005, damals waren in Helsinki Gatlin und Lauryn Williams für die USA erfolgreich gewesen." 2009, 2013 und 2015 haben jeweils Usain Bolt und Shelly-Ann Fraser-Pryce Gold (beide für Jamaika startend) über die 100m geholt.
steingärtner 07.08.2017
2.
Bei der Vorstellung der “Frauen“ im 100m-Finale konnte man erkennen, was der angebliche Antidopingkampf bringt. Unterkiefer zum fürchten und Muskelpakete an Stellen, die wirklich niemand braucht, um schnell zu laufen. Vom Hals abwärts oder von hinten war niemand der Teilnehmerinnen als Frau zu erkennen.
zaunreiter35 07.08.2017
3. Ich seh das anders
Zitat von steingärtnerBei der Vorstellung der “Frauen“ im 100m-Finale konnte man erkennen, was der angebliche Antidopingkampf bringt. Unterkiefer zum fürchten und Muskelpakete an Stellen, die wirklich niemand braucht, um schnell zu laufen. Vom Hals abwärts oder von hinten war niemand der Teilnehmerinnen als Frau zu erkennen.
da waren genug Frauen, die weiblich und austrainiert aussahen. Wenn Sie allerdings gern den Typ Frau im Finale eines 100-Meter-Laufes sähen, den Peter Paul Rubens meistens zeichnete...ja, dann muss ich Sie enttäuschen. Btw...meinen herzlichen Glückwunsch an Carolin Schäfer zur Silbermedaille im Siebenkampf.
germ, 07.08.2017
4. Carolin Schäfer
...sympathische Frau und ich freue mich mit ihr über die Silbermedaille! Ansonsten glaube ich, dass alle Sieger in den Laufwettbewerben gedopt sind. Vor allem alle Afrikaner und Amerikaner. Daher interessieren mich auch hauptsächlich die Wettbewerbe, wo (das) Dopen nichts bringt.
uli_san 07.08.2017
5. Ich denke,
Zitat von germ...sympathische Frau und ich freue mich mit ihr über die Silbermedaille! Ansonsten glaube ich, dass alle Sieger in den Laufwettbewerben gedopt sind. Vor allem alle Afrikaner und Amerikaner. Daher interessieren mich auch hauptsächlich die Wettbewerbe, wo (das) Dopen nichts bringt.
es gibt keine Wettbewerbe, wo man nicht mit unlauteren Mitteln nachhelfen kann. Das gilt vom Schach über den Fußball bis zum Gewichtheben in allen Sportarten. Es ist nicht nur das Anabolika- und EPO-Doping, was scheinbare Vorteile verschafft. Was die Strafen angeht, ist man hier viel zu milde. Spätestens im Wiederholungsfall sollte eine lebenslange Sperre ausgesprochen werden. Dann hätte es diesen untragbaren Sprintweltmeister nicht gegeben. Es verstärkt sich der Eindruck, dass in verschiedenen Ländern mit deutlich unterschiedlicher Intensität getestet wird. Die Berichte der ARD Dopingredaktion zeigen genau das und das ist nicht gut für die Zukunft des Sports.
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