Leichtathletik-WM Guliyev beerbt Bolt als 200-Meter-Weltmeister

Schock für Wayde van Niekerk: Der favorisierte Sprinter musste sich über 200 Meter Ramil Guliyev geschlagen geben. Speerwerfer Johannes Vetter beeindruckte mit einem 91-Meter-Wurf. Und ein deutsches Nachwuchstalent sagte zu oft "sorry".

Ramil Guliyev
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Ramil Guliyev


Der für die Türkei startende gebürtige Aserbaidschaner Ramil Guliyev hat das Gold-Double von Top-Favorit Wayde van Niekerk bei der Leichtathletik-WM in London vereitelt. In 20,09 Sekunden siegte er überraschend vor dem Südafrikaner, der in 20,11 Sekunden ins Ziel kam. Van Niekerk setzte sich im Fotofinish gegen Jereem Richards aus Trinidad und Tobago durch.

Guliyev ist der erste männliche Weltmeister aus der Türkei, nach dem Sieg hängte er sich sowohl die Flagge Aserbaidschans als auch die der Türkei um. Bei den vergangenen vier Titelkämpfen hatte Usain Bolt den Titel über diese Distanz gewonnen, diesmal war er jedoch nicht an den Start gegangen.

Der geschlagene Van Niekerk gab nach dem Rennen der BBC ein emotionales Interview:

Vetter mit Traumwurf im Finale

Johannes Vetter
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Johannes Vetter

Er schleuderte den Speer so stark in die Luft, dass er danach zu Boden ging - mit Erfolg: Der Deutsche Johannes Vetter hat bei der Leichtathletik-WM in London einen überragenden ersten Versuch gezeigt und sich mit einer Weite von 91,20 Metern für das Speerwurffinale qualifiziert. Es war der bislang weiteste Wurf in einer WM-Qualifikation, Vetter übertraf die geforderte Weite von 83 Metern deutlich. "Ich kann nicht mit 80 Prozent werfen, daher dachte ich mir: alles drauf", sagte er im ZDF. Auch Olympiasieger Thomas Röhler (83,87 Meter) und Andreas Hofmann (85,62 Meter) stehen im Finale.

Dreispringer Taylor gelingt historischer Sieg

Christian Taylor
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Christian Taylor

Der zweimalige Olympiasieger Christian Taylor hat als erster Dreispringer der Geschichte seinen WM-Titel erfolgreich verteidigt. Der US-Amerikaner gewann mit 17,68 Metern Gold und setzte sich mit nur fünf Zentimeter Vorsprung gegen seinen Landsmann Will Claye durch, Bronze sicherte sich Peking-Olympiasieger Nelson Evora aus Portugal (17,19 Meter). Taylor holte nach 2011 und 2015 zum insgesamt dritten Mal WM-Gold. Europameister Max Heß hatte seinen Start verletzungsbedingt kurzfristig absagen müssen.

Carter schlägt die Olympiasiegerin

Kori Carter
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Kori Carter

Die US-Amerikanerin Kori Carter hat Gold über 400 Meter Hürden geholt. Die 25-Jährige setzte sich in 53,07 Sekunden vor ihrer favorisierten Landsfrau Dalilah Muhammad (53,50 Sekunden) durch. Olympiasiegerin Muhammad war als Jahresweltbeste angetreten. Bronze ging an die Jamaikanerin Ristananna Tracey (53,74 Sekunden).

Reh verpasst Finale trotz Bestleistung

Alina Reh
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Alina Reh

5000-Meter-Läuferin Alina Reh ist bei ihrer ersten WM im Vorlauf trotz persönlicher Bestzeit von 15:01,01 Minuten ausgeschieden. "Ich habe heute gemerkt, dass es international noch mal ganz anders abgeht. Das war ein echtes Gerangel", sagte die 20-jährige Deutsche: "Ich habe am Anfang immer noch 'sorry' gesagt, am Ende konnte ich von der Puste her nicht mehr. Vorne ging es am Ende zu schnell ab, da fehlt mir noch die Tempohärte."

Semenya locker ins Halbfinale

Caster Semenya (r.)
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Caster Semenya (r.)

Die zweimalige Olympiasiegerin Caster Semenya aus Südafrika ist ins 800-Meter-Halbfinale eingezogen. Die hyperandrogene Läuferin, die erneut im Mittelpunkt einer Debatte um Testosteronwerte steht, siegte in ihrem Vorlauf in 2:01,33 Minuten. Auch die deutsche Meisterin Christina Hering ist im Halbfinale dabei, sie lief in ihrem Vorlauf 2:01,13 Minuten und kam über die Zeitregel weiter.

Hochspringerin Jungfleisch im Finale

Marie-Laurence Jungfleisch
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Marie-Laurence Jungfleisch

Die deutsche Hochsprung-Meisterin Marie-Laurence Jungfleisch hat das Finale erreicht. Die 26-Jährige sprang in der Qualifikation im dritten Versuch 1,92 Meter. Titelverteidigerin Maria Lasizkene schaffte ebenfalls 1,92 Meter, leistete sich bei ihren drei Sprüngen aber nicht einen Fehlversuch. Die Russin, die aufgrund der Sperre ihres Landes wegen systematischen Dopings mit einer Ausnahmegenehmigung des Weltverbands IAAF als neutrale Athletin am Start ist, sprang in diesem Jahr bereits 2,06 Meter.

Kenianer Kiprop jagt den vierten WM-Titel in Serie

Asbel Kiprop (2.v.l.)
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Asbel Kiprop (2.v.l.)

Die deutschen 1500-Meter-Läufer Homiyu Tesfaye (3:38,57 Minuten) und Timo Benitz (3:46,01 Minuten) stehen im Halbfinale. Der Kenianer Asbel Kiprop, der zum vierten Mal in Serie Weltmeister werden und damit die Bestmarke des Marokkaners Hicham El Guerrouj einstellen kann, kam ebenfalls weiter. Er wurde in seinem Lauf mit 3:45,96 Minuten Zweiter hinter Landsmann Elijah Manangoi.

Schippers ohne Probleme ins 200-Meter-Finale

Dafne Schippers
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Dafne Schippers

Titelverteidigerin und Europarekordlerin Dafne Schippers aus den Niederlanden zog in 22,49 Sekunden ebenso locker ins 200-Meter-Finale ein wie Shaunae Miller-Uibo von den Bahamas (22,49 Sekunden). Verpasst hat den Einzug hingegen die deutsche Sprinterin Rebekka Haase, die 23,03 Sekunden benötigte und der damit 18 Hundertstelsekunden fehlten.

bka/sid/dpa



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