Leichtathletik-WM in London Farah bleibt der König der Langstrecke

Die Gastgeber feiern die erste Goldmedaille der Leichtathletik-WM. Superstar Usain Bolt ist dagegen nur schwer in Trab gekommen. Und für Diskuswerfer Harting war nach nur einem Wurf schon wieder Feierabend.

Mo Farah (r.)
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Mo Farah (r.)


Wieder einmal war Mohamed "Mo" Farah nicht zu schlagen: Der Langstrecken-Star hat Gastgeber Großbritannien einen Traumstart in die Leichtathletik-WM in London beschert und das erste Gold der Titelkämpfe geholt. Der 34-Jährige setzte sich über 10.000 Meter in 26:49,51 Minuten durch und wurde zum dritten Mal in Serie Weltmeister über die längste Stadiondistanz.

Unter dem Jubel von 60.000 Zuschauern in der ausverkauften Olympia-Arena von 2012 verwies der gebürtige Somalier im Sprint den Ugander Hoshua Cheptegei (26:49,94 Minuten) auf Platz zwei, Bronze holte der Kenianer Paul Tanui (26:50,60 Minuten). Für Farah war es der insgesamt siebte WM-Titel.

Farah strebt auch diesmal wieder das Langstrecken-Double an, Siege also sowohl über die 5000 Meter als auch auf der 10.000-Meter-Strecke. Dieses Kunststück war ihm nicht nur bei den vergangenen beiden Olympischen Sommerspielen gelungen, sondern auch bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften.

Bolt trabt kopfschüttelnd in die nächste Runde

Sprint-Superstar Usain Bolt ist letztlich doch noch locker ins Halbfinale über 100 Meter gelaufen und hat sein zwölftes Gold weiter fest im Visier. Der achtmalige Olympiasieger gewann seinen Vorlauf in der nur siebtschnellsten Zeit nach einem holprigen Start in 10,07 Sekunden, am Samstag finden die Halbfinals (20.05 Uhr) und das Finale (22.45 Uhr MESZ) statt. Schnellster der Vorläufe war Bolts Landsmann Julian Forte in 9,99 Sekunden.

Usain Bolt (M.)
REUTERS

Usain Bolt (M.)

"Der Start war der Horror, da lief gar nichts", sagte Bolt, "aber es ist immer schön, den ersten Lauf hinter sich zu haben." Unmittelbar nach dem Zieleinlauf hatte Bolt lange den Kopf geschüttelt. "Das sind die schlechtesten Startblöcke, die ich je erlebt habe", beschwerte Bolt sich später.

Auch Harting locker ins Finale

Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat das Finale erreicht: Mit 65,32 Metern übertraf der 32-Jährige gleich im ersten Versuch die geforderte Qualifikationsweite von 64,50 Metern. Der dreimalige Weltmeister kämpft im Endkampf am Samstagabend (20.25 Uhr) um eine Medaille. Sein Bruder Christoph, Olympiasieger von 2016, war in der nationalen WM-Ausscheidung gescheitert und konnte sich den Diskus-Wettkampf nur von der Tribüne anschauen. Ebenfalls mit dem ersten Versuch qualifizierte sich der polnische Titelverteidiger Piotr Malachowski, der 65,13 Meter weit warf.

Robert Harting
AP

Robert Harting

"Es war nicht einfach, aber es ist eine schöne Atmosphäre und ein tolles Publikum. Hoffentlich kann ich das nutzen", sagte Harting. Der Berliner, der 2012 an gleicher Stelle Olympiasieger geworden war, kämpft nun um seinen vierten Weltmeister-Titel. 2009, 2011 und 2013 hatte Harting jeweils Gold geholt, 2015 fehlte er bei der WM in Peking in Folge eines Kreuzbandrisses.

DLV-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen ist ins Halbfinale über 1500 m eingezogen. Die 20-Jährige kam in ihrem Vorlauf nach 4:03,60 Minuten auf Platz sechs ins Ziel. Hanna Klein erreichte in 4:09,32 Minuten ebenfalls das Semifinale am Samstag (20.35 Uhr).

Weitspringer Julian Howard hat dagegen das Finale im Weitsprung (Samstag, 21.05 Uhr) klar verpasst. Der 28-jährige Deutsche Meister, der seine Bestleistung in diesem Jahr auf 8,15 Meter verbessert hatte, kam nicht über 7,72 Meter hinaus und blieb deutlich unter der geforderten Weite (8,05 Meter). Julian Reus verpasste zudem das 100-Meter-Halbfinale. In 10,25 Sekunden wurde der 27-Jährige in seinem Rennen Sechster und kam insgesamt nur auf den 26. Rang.

chh/dpa/sid



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Seite 1
Alias_aka_InCognito 05.08.2017
1. Unglaublich
10 Km in gut 26 Minuten. Für einen äußerst fitten Läufer sind schon 5 Km in 21 - 25 Minuten ein sehr guter Wert. Der läuft einfach doppelt so schnell. 2.6 Minuten pro Kilometer. 38,46 Km/h durchschnittliche Geschwindigkeit über 26 Minuten durchgehalten. Das sind Werte, an die nur sehr wenige Menschen auf der Erde rankommen können.
Alias_aka_InCognito 05.08.2017
2.
Zitat von Alias_aka_InCognito10 Km in gut 26 Minuten. Für einen äußerst fitten Läufer sind schon 5 Km in 21 - 25 Minuten ein sehr guter Wert. Der läuft einfach doppelt so schnell. 2.6 Minuten pro Kilometer. 38,46 Km/h durchschnittliche Geschwindigkeit über 26 Minuten durchgehalten. Das sind Werte, an die nur sehr wenige Menschen auf der Erde rankommen können.
Sorry verrechnet. Eine Stunde hat 60 Minuten nicht 100. 38,46 Km/h ist ein Spitzenwert, den kein Mensch über eine lange Distanz rennen kann. Höchstens über 200 - 400 m. Mo Farahs Durchgeschwindigkeit ist aber mit 23,1 Km/h immer noch sehr hoch. 98% der Menschen würden diese Geschwindigkeit wohl nicht mal erreichen, geschweige denn über 26 Minuten durchhalten.
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