Leichtathletik-WM Norweger Warholm feiert Hürden-Gold

Sensationell hat sich Außenseiter Karsten Warholm den WM-Titel auf der 400-Meter-Hürden-Strecke gesichert. Für Norwegens Leichtathleten war es die erste Goldmedaille seit acht Jahren.

Karsten Warholm
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Karsten Warholm


Der Norweger Karsten Warholm hat bei der Leichtathletik-WM in London Gold über die 400 Meter Hürden gewonnen. Der 21-Jährige setzte sich im Finale in 48,35 Sekunden vor dem Türken Yasmani Copello (48,49 Sekunden) durch, Bronze sicherte sich Olympiasieger Kerron Clemont aus den USA (48,52 Sekunden).

Warholm holte als erster Norweger überhaupt in dieser Disziplin eine WM-Medaille. Goldmedaillen hatte die norwegische Leichtathletik zuletzt 2009 in Berlin gefeiert, auf der Laufbahn gar vor drei Jahrzehnten (Ingrid Kristiansen über 10.000 Meter 1987 in Rom).

Eine Überraschung gab es im Dauerregen von London auch im 400-Meter-Finale der Frauen: Phyllis Francis jubelte über Gold, die US-Amerikanerin verwies nach 49,92 Sekunden Salwa Eid Naser aus Bahrain (50,06 Sekunden) auf Rang zwei, Bronze ging an Titelverteidigerin Allyson Felix (50,08 Sekunden, USA). Die 23-Jährige Olympiasiegerin Shaunae Miller-Uibo von den Bahamas lag noch bis etwa 30 Meter vor dem Ziel in Führung, brach dann aber ein und musste sich mit Platz vier (50,49 Sekunden) zufriedengeben. Felix gewann ihre insgesamt 14. WM-Medaille.

Gong Lijiao
DPA

Gong Lijiao

In Abwesenheit von Titelverteidigerin Christina Schwanitz hat die favorisierte Chinesin Gong Lijiao Gold im Kugelstoßen gewonnen. Gong setzte sich mit 19,94 Meter deutlich vor der Olympiadritten Anita Marton aus Ungarn (19,49 Meter) durch. Bronze sicherte sich Olympiasiegerin Michelle Carter aus den USA (19,14 Meter).

10.000-Meter-Weltmeister Farah bleibt auf Triple-Double-Kurs

Großbritanniens Langstreckenstar Mo Farah hat den nächsten Schritt zu seinem angestrebten Triple-Double gemacht. Der 34-Jährige qualifizierte sich nach 13:30,18 Minuten als Zweiter in seinem Vorlauf locker für das Finale über 5000 Meter am Samstag (21.20 Uhr). "Ich will defintiv noch eine weitere Goldmedaille", sagte Farah, der am WM-Auftakttag bereits über 10.000 m gewonnen hatte.

Der äthiopische Hallenweltmeister Yomif Kejelcha lag in 13:30,07 Minuten knapp vor Farah, der allerdings nicht ernsthaft um den Sieg sprintete. 2013 und 2015 hatte Farah jeweils Doppel-Gold über beide Langstrecken geholt. Über die 5000 m kann er sogar seinen vierten WM-Titel in Serie gewinnen. Nach den Titelkämpfen will er sich auf den Marathon konzentrieren.

DLV-Medaillenhoffnung Gesa Felicitas Krause hat problemlos das Finale über 3000 Meter Hindernis erreicht. Im strömenden Regen gewann die Dritte der Titelkämpfe in Peking 2015 ihren stark besetzten ersten Vorlauf in 9:39,86 Minuten und zog damit direkt ins Finale (Samstag, 22.25 Uhr) ein. Den Finaleinzug im Weitsprung (Freitag, 20.10 Uhr) schaffte auch die Deutsche Meisterin Claudia Salman-Rath. Die Hallen-EM-Dritte, die im Siebenkampf Achte wurde, verbesserte sich im dritten Versuch der Qualifikation auf 6,52 m und sprang damit unter die besten zwölf der Welt.

Isaac Makwala
DPA

Isaac Makwala

Zum Auftakt des Abends war Isaac Makwala in einem ungewöhnlichen Rennen gegen die Uhr doch noch der Einzug ins Halbfinale über die 200-Meter-Strecke gelungen, später mit der drittschnellsten Zeit auch die Qualifikation für den Endlauf am Donnerstag (22.50 Uhr). Der Top-Sprinter aus Botswana hatte nach einer Magen-Darm-Erkrankung im Anschluss an eine 48-stündige Quarantäne eine Ausnahmegenehmigung für seinen Start erhalten. Über die halbe Stadionrunde kommt es damit zum mit Spannung erwarteten Showdown gegen 400-Meter-Weltmeister Wayde van Niekerk, der in 20,28 Sekunden nur über die Zeitregel ins Rennen um Gold einzog.

chh/sid/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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fördeanwohner 10.08.2017
1. -
Können Sie so ausführlich bitte noch öfter über solche Sportgroßveranstaltungen berichten!? Gerade bei Leichtathletikveranstaltungen gibt es viele kleine Geschichten - wie z.B. die über den Mann aus Botswana oder die Mitglieder des Flüchtlingsteams u.v.m. - zu erzählen. Und dafür weniger Fußball! Wenn ein Trainer hustet, ein Spieler pupst, ein Verein niest, dann wird darüber berichtet. Dass man erfährt, dass ein Außenseiter ein Leichtathletikdisziplin gewinnt, ist schon eher eine Rarität. Ich glaube nicht, dass immer nur die Nachfrage das Angebot bestimmt, sondern, dass man oft einfach das Angebot verbessern muss, um die Nachfrage zu steigern.
Kalle Bond 10.08.2017
2. Allein gegen die Uhr ...
... und unter dem Beifall aller Zuschauer hat Isaac Makwala es in seinem "Einzelrennen" geschafft, ins Halbfinale zu kommen. Eine tolle Leistung! 20.2 sec!
St.Baphomet 10.08.2017
3. Sein Gesichtsausdruck auf diesem Foto
sieht nicht sehr nach WM-Titel aus. Eher als hätte er gerade Godzilla entdeckt der ihn zum Fressen gern hat ;-) Oder reichlich Zombies im Publikum......
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