Leichtathletik-WM Symmonds widmet Silbermedaille Homosexuellen

Erstmals hat ein Sportler bei der Leichtathletik-WM in Moskau offen die homosexuellenfeindliche Haltung Russlands kritisiert. Der US-Amerikaner Nick Symmonds sprach sich für die Rechte von Schwulen und Lesben aus und widmete ihnen seine Silbermedaille.

United States Nick Symmonds: "Wir alle verdienen dieselben Rechte"
AP/dpa

United States Nick Symmonds: "Wir alle verdienen dieselben Rechte"


Hamburg - Aus Protest gegen den Druck auf Homosexuelle in Russland hat 800-Meter-Läufer Nick Symmonds seine Silbermedaille bei der Leichtathletik-WM in Moskau seinen schwulen und lesbischen Freunden gewidmet. "Egal ob du schwul, hetero, schwarz oder weiß bist: Wir alle verdienen dieselben Rechte", sagte der US-Amerikaner: "Wenn es irgendeine Möglichkeit gibt, für gleiche Rechte einzutreten, werde ich das tun, egal, ob ich dafür ins Gefängnis gehe." Bei Twitter erhielt der Sportler viel Lob für seine Äußerungen.

Symmonds ist damit der erste Athlet, der das international umstrittene Verbot von "Homosexuellen-Propaganda" in Russland offen kritisiert. Das von Kreml-Chef Wladimir Putin unterzeichnete Gesetz verbietet, im Beisein von Minderjährigen positiv über Homosexualität zu sprechen. Im Westen waren deshalb Forderungen nach einem Boykott der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi (7. bis 23. Februar) laut geworden.

Die Debatte um einen möglichen Boykott der Spiele hat der Präsident des Olympischen Komitees Russlands (OKR), Alexander Schukow, als schädlich kritisiert: "Das ist eine völlig unsinnige Sache, die nur den Sportlern schadet." Schukow versichert, dass es in Sotschi keine Diskriminierung aus ethnischen oder geschlechtlichen Gründen geben werde: "Das können wir garantieren."

Jacques Rogge, scheidender Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), bekräftigte mit Blick auf die Winterspiele: "Wir müssen der Olympischen Charta treu bleiben." Sport sei ein Menschenrecht und solle "offen sein für jeden, unabhängig von Rasse, Geschlecht und sexueller Orientierung".

ham/sid/dpa

insgesamt 14 Beiträge
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brazzy 14.08.2013
1. Sehr mutig!
Hoffen wir, dass das Beispiel Schule macht und die Russen vielleicht zum Nachdenken bringt.
Felix MS 14.08.2013
2. Danke, Nick Syymonds!
Zitat von sysopAP/dpaErstmals hat ein Sportler bei der Leichtathletik-WM in Moskau offen die homosexuellenfeindliche Haltung Russlands kritisiert. Der US-Amerikaner Nick Symmonds sprach sich für die Rechte von Schwulen und Lesben aus und widmete ihnen seine Silbermedaille. Auch die Fifa verfolgt das Thema jetzt. http://www.spiegel.de/sport/sonst/leichtathletik-wm-symmonds-widmet-silbermedaille-homosexuellen-a-916584.html
Über seine Silbermedaille als Sportler hinaus verdient Nick Symmonds eine Goldmedaille für sein mutiges Eintreten gegen die Diskriminierung von Minderheiten. Ich hatte es mir gewünscht, dass Sportler auf diese Weise gegen die Gesetzgebung in Russland eintreten. Danke, Nick Symmonds!
thoreaukrates 14.08.2013
3. Gut so!
Endlich mal einer, der sich gerade macht! Ein deutscher Sportler hätte solche Aussage auch gut zu Gesicht gestanden. Und die russische Regierung garantiert Sicherheit vor dem merkwürdigen Gesetz? Die amerikanische Regierung garantiert, daß keine Todesstafe oder Folter droht, obwohl die Gesetzeslage es zuläßt? Immer wieder merkwürdig, wenn die Exekutive die Judikative außer acht läßt. Wie sieht denn die Homosexuellen-Rechtslage in Quatar aus, liebe FIFA?
tatjuscha 14.08.2013
4. Chapeau!
Chapeau, Herr Symmonds! Ich wünsche Ihnen viele Nachahmer*innen!
juergw. 14.08.2013
5. Bravo !
Zitat von sysopAP/dpaErstmals hat ein Sportler bei der Leichtathletik-WM in Moskau offen die homosexuellenfeindliche Haltung Russlands kritisiert. Der US-Amerikaner Nick Symmonds sprach sich für die Rechte von Schwulen und Lesben aus und widmete ihnen seine Silbermedaille. Auch die Fifa verfolgt das Thema jetzt. http://www.spiegel.de/sport/sonst/leichtathletik-wm-symmonds-widmet-silbermedaille-homosexuellen-a-916584.html
er hätte noch die Rechte der Schwulen und Lesben in Saudi Arabien und den muslimischen Länder erwähnen können und auch ihnen seine Medaille widmen können.
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