Lob von Superstar Federer "Zverev hat das Komplettpaket"

Bei den ATP-Finals hat Roger Federer sich noch einmal gegen Alexander Zverev durchgesetzt. Dennoch war er von seinem 16 Jahre jüngeren Gegner beeindruckt. Ihm imponiere vor allem dessen zielgerichtete Arbeit.

Roger Federer (l.), Alexander Zverev
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Roger Federer (l.), Alexander Zverev


Alexander Zverev hat zwar bei den ATP Finals in London am Dienstag einen Sieg gegen Roger Federer verpasst. Deutschlands Nummer eins unterlag am Abend 6:7 (6:8), 7:5, 1:6, Federer qualifizierte sich damit vorzeitig für das Halbfinale. Ein wenig Grund zur Freude hatte Zverev aber trotzdem - weil Grand-Slam-Rekordsieger Federer sich anschließend als großer Bewunderer zeigte.

"Mir gefällt, was ich bei Sascha sehe", sagte Federer. "Ich sehe jemanden, der auf die Zukunft hinarbeitet. Es fühlt sich an, als arbeite er darauf hin, wie er mit 23, 24 spielen könnte. Das betrifft seine Fitness, Planung, Organisation - all diese Dinge." Zverev, so der 19-malige Grand-Slam-Sieger, bringe "das Komplettpaket" mit.

Nur Federer und Rafael Nadal haben in dieser Saison mehr Titel gewonnen als Zverev (fünf). "Er ist schon die Nummer drei in der Welt, er wird die Finals - unabhängig davon, ob er das Halbfinale erreicht - mit vielen Informationen verlassen", sagte Federer. Am Donnerstag trifft Zverev im entscheidenden Gruppenspiel der Turnier-Debütanten auf Jack Sock aus den USA (Nr. 9 der Weltrangliste). Im Finale am Sonntag könnten Zverev und Federer ein zweites Mal gegeneinander spielen.

chh/dpa/Reuters



insgesamt 6 Beiträge
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mactruth81 15.11.2017
1. Djoker fehlt
Schade, dass der Serbe nicht dabei ist. Leider stimmt bei ihm zur Zeit vieles nicht, privat und auch physisch. Für mich aber auf jeden Fall der Beste, wenn er in Form ist. Deshalb könnte es wieder Federer werden, vor allem weil sein Angstgegner Nadal schon raus ist. Zverev ist einer für die Zukunft, mit seinem Potenzial reicht es womöglich in ein paar Jahren bis ganz nach oben.
tschischdig 15.11.2017
2. Angstgegner ?
Roger Federer hat jetzt die letzten 5 Partien gegen Nadal gewonnen Jetzt noch von Angstgegner zu sprechen, halte ich für gewagt. Außer auf Sand ist die Bilanz von Federer gegen Nadal mittlerweile positiv. Auf Sand gibt es wohl keinen Tennisspieler, für den Rafael Nadal kein Angstgegner darstellt. Neben Djokovic fehlen auch Murray und Wawrinka, denen in Topform ebenfalls der Turniersieg zuzutrauen wäre.
mactruth81 15.11.2017
3. Mein Eindruck
Na gut zugegebener Maßen, das mit dem Angstgegner ist so ne persönliche Meinung, Statistiken hab ich da nicht so im Kopf. Hatte immer das Gefühl, dass Nadals Spielweise Federer überhaupt nicht liegt.
jjakob 15.11.2017
4. Die nächsten Jahre werden anders
Sehr interessant zu sehen, in welche Richtung sich die Weltspitze des Tennis derzeit entwickelt. Auch wenn Federer und Nadal dieses Jahr eine wahre Renaissance erlebt haben (die ich so nicht für möglich gehalten habe), neigen sich deren Karrieren (wie auch jene von Djokovic, Murray, Wawrinka) langsam aber sicher dem Ende entgegen. Zverev ist für mich die logische, künftige Nummer 1 der Welt, wenngleich ihm m.E. beim Offensivspiel noch einiges fehlt. In puncto Volleyspiel und "Händchen" muss er zulegen um sein Spiel variabler zu gestalten. Letzteres ist allerdings nicht wirklich trainierbar, das hat man (Federer) oder man hat es nicht (viele andere). In 2018 rechne ich ganz stark nochmal mit Djokovic, der das Tennis in vielen der letzten Jahre total dominiert hat. Federer hat es in 2017 aber meiner Meinung nach nicht nur wegen dessen Abwesenheit so gut gemacht, er ist tatsächlich auch nochmal stärker geworden, sowohl vom Schlagrepertoire (Rückhand) her betrachtet, als auch mental. Der totale "Durchbruch" gelang ihm dabei bei den Aussie Open, als er trotz 1:3 Rückstand im fünften Satz gegen Nadal noch gewann, und dabei in bisher nie gesehener Sicherheit, Aggressivität und dadurch Dominanz. Seit 2009 (mit Ausnahme des Wimbledon-Sieges in 2012) hatte Federer ausnahmslos alle kritischen Spiele in wichtigen Grand Slam-Spielen (vor allem in den Finals) gegen vor allem Nadal und Djokovic abgegeben; auch wenn er so manches mal das berühmte "Momentum" auf seiner Seite hatte. Ich denke da vor allem an das in 5 Sätzen verlorene Wimbledon-Finale gegen Djokovic oder das meiner Meinung nach legendäre Halbfinale von Federer gegen wiederum Djokovic bei den US Open 2011, als Federer wie der sichere Sieger aussah und bei eigenem Aufschlag 2 Matchbälle auf sensationelle Art und Weise vergab (bzw. Djokovic sensationell verteidigte). Beim Tennis spielt die Psyche eine unfassbar große Rolle und entscheidende Momente können einen lange verfolgen. Insofern war das gewonnene Finale bei den AO dieses Jahr fast so etwas wie die "Wiedergeburt" des totalen Champions Roger Federer. Dieses Selbstvertrauen beflügelte ihn das komplette Jahr, führte ihn zu nahezu ungefährdeten Siegen gegen seinen einstigen Angstgegner Rafa und wird ihm vermutlich auch zum Sieg bei den ATP Finals führen. Ich bin sehr gespannt, ob sein Körper auch 2018 in der Lage sein wird, die Grundvoraussetzung für sein fantastisches Spiel zu leisten. Falls ja, dann dürften vor allem Grand-Slam-Duelle gegen Djokovic in meinen Augen der absolute Gradmesser sein. Denn Djokovic verfügt auf Nicht-Sand-Belägen über das größere Repertoire als Rafa und ist mental mit diesem absolut ebenbürtig. In puncto Mentalität sind Djokovic und Nadal die absoluten Top-Player. Vom reinen technischen Potenzial führt kein Weg an Federer vorbei. Ich bin sehr gespannt auf die neue Saison.
jean-baptiste-perrier 15.11.2017
5. Federer wie beständig ?
Zurzeit ist Federer wieder on top. Ich frage mich nur wie lange er am Stück auf diesem Niveau noch spielen kann. Was war mit ihm bei den US Open wirklich los? Hatte er da eine Verletzung? Oder war er nach Wimbledon und den vielen Erfolgen danach (eben Anstrengungen) einfach müde? Wieviele und wie lange Pausen braucht Federer tatsächlich? Nicht vergessen: Vor den Australian Open 2017 und vor Wimbledon 2017 hatte er diese Turnier-Pausen. Vor den US Open nicht. Und da wirkte er ja nicht nur gegen Del Potro zwischendurch immer wieder unkonstant in seinem Leistungsvermögen. Reicht Federers Fitness wirklich auch über einen längeren durchgängigen Spielbetrieb? Bzw. reicht es aus weiterhin nur die Sandplatz-Turniere auszulassen? Oder braucht er doch mehr Pausen?
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