Häusliche Gewalt 30 Spiele Sperre für Baseballstar Chapman

Es ist eine Premiere: Erstmals ist ein Spieler der Major League Baseball wegen häuslicher Gewalt gesperrt worden. Aroldis Chapman von den New York Yankees hatte seine Freundin bei einem Streit gewürgt und bedroht.

Aroldis Chapman
AP

Aroldis Chapman


Der kubanische Pitcher Aroldis Chapman von den New York Yankees ist von der Major League Baseball für 30 Spiele gesperrt worden. Chapman ist der erste Spieler, auf den eine neue Regel der Major League Baseball angewendet wird. Er hat die Sperre akzeptiert.

Chapman, der 2009 bei einer Europa-Reise der kubanischen Nationalmannschaft geflohen war und im folgenden Jahr von den Cincinnati Reds verpflichtet wurde, soll seine Freundin Cristina Barnea bei einem Streit im vergangenen Oktober gewürgt haben. Er bestreitet, sie verletzt zu haben, gibt aber zu, dass es eine Auseinandersetzung gab, in deren Folge er mit einer Pistole acht Schüsse in die Wand seiner Garage abgab, nachdem seine Freundin geflohen war.

Eine Anklage war nicht erhoben worden, auch, weil Barnea nicht gegen ihren Freund aussagen wollte. Die neuen Regularien, die die Liga im August 2015 in Kraft gesetzt hat, erlauben es jedoch, Spieler auch ohne rechtskräftige Verurteilung zu sperren.

Nachdem der Vorfall bekannt geworden war, hatten die Los Angeles Dodgers von der beabsichtigten Verpflichtung des 27-jährigen Chapman Abstand genommen, dessen Wurf als der härteste im Baseball gilt. Die New York Yankees aber nahmen Chapman trotz der drohenden Sperre unter Vertrag und zahlen ihm mehr als elf Millionen Dollar im Jahr.

Die Sperre von 30 Pflichtspielen wirkt sich durch die hohe Anzahl der Begegnungen im Baseball nicht so gravierend aus, wie es klingt: Schon am 9. Mai könnte Chapman erstmals für sein neues Team spielen.

rae

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insgesamt 3 Beiträge
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Bueckstueck 01.03.2016
1. Find ich gut
Wär auch gut wenn im europäischen Fussball die Akteure für grobe Vergehen und dadurch demonstrierte Verantwortungslosigkeit bzgl. der Pflichten als Vorbild in ihrem Beruf - neben den Strafrechtlichen Konsequenzen - zur Rechenschaft gezogen werden würden. So täte es doppelt weh wenn man sich wie ein A-Loch verhält. Statt immer nur lauwarm von Vorbildfunktionen zu labern...
cspann 02.03.2016
2. Wie war das noch...
...mit Hope Solo, Torhüterin der US-Frauen-Fussball-Nationalmannschaft und des Seattle Reign FC? In einem sehr ähnlichen Fall, bei dem sie sogar in flagranti festgenommen wurde, erfolgte wegen Aussageverweigerung der Betroffenen bisher keine Verurteilung. Und über eine Sperre wurde nicht einmal nachgedacht.
mam71 02.03.2016
3.
Ich verstehe zwar den Sinn und Zweck der Aktion, da Sportstars als Helden und Vorbilder gesehen werden. Dennoch finde ich, für Verurteilungen und Strafen sollten ordentliche gerichte zuständig sein, und nicht der Arbeitgeber.
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