Manipulationsvorwürfe THW Kiel bittet Staatsanwalt um Ermittlungen

Jetzt soll die Staatsanwaltschaft eingreifen: Der Handballclub THW hat laut "Kieler Nachrichten" die Ermittlungsbehörden aufgefordert, die Aufklärung der Bestechungsvorwürfe zu übernehmen. Nach SPIEGEL-Informationen sollen Manager und Ex-Trainer bei mindestens zehn Champions-League-Spielen manipuliert haben.


Hamburg - THW-Kiel-Gesellschafter Georg Wegner schaltet wegen der Bestechungsvorwürfe gegen den Handballverein jetzt die Staatsanwaltschaft ein. Zwar wies Wegner am Sonntag alle Anschuldigungen zurück - gab aber zugleich in den "Kieler Nachrichten" bekannt, er habe am Sonntagmorgen mit dem Leitenden Oberstaatsanwalt Peter Schwab in Kiel telefoniert und diesen gebeten, alle erforderlichen Ermittlungsmaßnahmen einzuleiten. "Der THW Kiel wird alles zur Unterstützung der Ermittlungen Notwendige beitragen." Der durch die Vorwürfe belastete Vereinsmanager Uwe Schwenker habe für die kommende Woche alle Termine abgesagt und Urlaub genommen. Für Montagabend kündigte Wegner der Zeitung zufolge eine Sitzung der THW-Gesellschafter und des Beirates an.

Kiels Ex-Trainer Serdarusic: Unter Manipulationsverdacht
DDP

Kiels Ex-Trainer Serdarusic: Unter Manipulationsverdacht

THW Kiel, Schwenker und der frühere Trainer Zvonimir Serdarusic stehen nach SPIEGEL-Informationen im Verdacht, bei mindestens zehn Spielen der Champions League Schiedsrichter bestochen zu haben. Das geht aus einem Beschluss der Gesellschafter des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen hervor. Sie entschieden in einer Sitzung am 17. Februar, von der geplanten Beschäftigung Serdarusics abzusehen. Die Begründung laut dem protokollierten Beschluss: Die Gesellschafter gingen davon aus, dass Serdarusic und Schwenker diverse Schiedsrichterbestechungen begangen haben sollen.

Bei einem Treffen mit einem der Löwen-Gesellschafter habe Schwenker Bestechungen eingeräumt. Bei einem anderen Treffen habe Serdarusic erklärt, er habe Kenntnisse gehabt von diversen Bestechungsversuchen und vollzogenen Bestechungen, und er habe teilweise mitgewirkt, indem er Mittelsmänner nannte, über die Schiedsrichter angesprochen wurden.

Bei dem Treffen in Serdarusics Haus in Kiel soll dieser auch Belege und Kontoauszüge aus den Tagen kurz vor dem Finale der Champions League 2007, das Kiel gegen die SG Flensburg-Handewitt im Rückspiel mit 29:27 gewann, präsentiert haben. Insgesamt, so soll es Serdarusic gesagt haben, seien für das Finale 96.000 Euro gezahlt worden.

Das bestätigte auch der Beiratsvorsitzende der Rhein-Neckar Löwen, Dieter Matheis, dem SPIEGEL in einem schriftlichen Statement. Diese Erkenntnisse seien auch der Grund dafür gewesen, warum er Schwenker in einem vertraulichen Schreiben um Aufklärung gebeten habe. Schwenker bestreitet sämtliche Vorwürfe gegen ihn und den THW Kiel vehement. Serdarusic war für den SPIEGEL nicht zu erreichen. In einem früheren Statement hat er jede Manipulation abgestritten.

plö/jar

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