Boxen Müder Huck verteidigt WM-Titel gegen Afolabi

Erfolg bei der Rückkehr: Marco Huck darf seinen WBO-Weltmeistertitel dank eines Unentschiedens behalten. Gegen Herausforderer Ola Afolabi blieb der Deutsche bei seinem beim Comeback im Cruisergewicht lange Zeit zu passiv - konnte jedoch in einer hart umkämpften Schlussphase zulegen.

Die Box-Profi Huck (r): Titelverteidigung gegen Afolabi
DPA

Die Box-Profi Huck (r): Titelverteidigung gegen Afolabi


Hamburg - Der Weg "Zurück in die Zukunft" sollte es für den deutschen Boxer Marco Huck werden, es wurde ein mühevoller Erfolg: Bei seinem Comeback im Cruisergewicht hat der WBO-Champion seinen Titel gegen Herausforderer Ola Afolabi dank eines Unentschiedens verteidigt. Am Ende werteten die Punktrichter den Kampf 114:114, 115:113, 114:114.

"Ich glaube, der Powetkin-Kampf hat sehr viel Kraft gekostet. Aber ich bin ein Kämpfer und habe Moral gezeigt", sagte Huck nach dem Kampf.

Für Huck war es der erste Auftritt seit seinem Ausflug ins Schwergewicht. Im Februar hatte er in der höchsten Boxklasse eine Punktniederlage gegen den Russen Alexander Powetkin einstecken müssen und war daraufhin wieder ins Cruisergewicht zurückgekehrt.

Bereits nach den ersten Runden sah sich Trainer Ulli Wegner genötigt, seinem Schützling einige deutliche Worte zu sagen: "Das ist viel zu wenig. Du willst doch Weltmeister bleiben, oder nicht?" Huck, der zu diesem Zeitpunkt schon mit einer blutigen Nase zu kämpfen hatte, war sichtbar angeschlagen.

Auch in den weiteren Runden konnte Huck erneut nicht überzeugen. "Ich bin müde", sagte der Deutsche seinem immer heftiger schimpfendem Trainer in der Pause zwischen fünfter und sechster Runde.

Huck versuchte es nun mit wütenden Angriffen - und konnte einige Treffer landen. Gerade seine Linke fand einige Male das Ziel. Doch Afolabi ließ sich von dem teilweise sehr unkontollierten Schlaghagel des Deutschen zunächst nicht verunsichern.

Dennoch: Huck wurde stärker, auch wenn es nicht die ganz große Boxkunst war, die der 27-Jährige zeigte. Am Ende der neunten Runde wackelte Afolabi kurz, als Huck mehrere Schläge kurz hintereinander platzieren konnte.

Mit technisch anspruchsvollem Boxen hatte die letzte Runde dann überhaupt nichts mehr zu tun. Afolabi taumelte teilweise bedenklich, fiel jedoch nicht. Huck konnte keinen K.o.-Schlag setzen.

bka/sid



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