Marco Pantani Mafia soll bei Dopingfall mitgemischt haben

Marco Pantanis Ausschluss vom Giro d'Italia 1999 sorgt in Italien immer noch für Aufregung: Die italienische Zeitung "La Repubblica" hat die Aussagen eines Zeugen veröffentlicht, wonach die Mafia für seinen Dopingfall verantwortlich sein soll.

Marco Pantani
AFP

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Die Spekulationen um Marco Pantanis Ausschluss vom Giro d'Italia 1999 reißen nicht ab. Die italienische Tageszeitung "La Repubblica" hat eine Audioaufnahme veröffentlicht, in der ein Häftling die Version stützt, Pantani sei Opfer eines Wettbetrugs der Camorra gewesen, einem in Neapel beheimateten Mafia-Syndikat.

Im vergangenen Jahr hatte Renato Vallanzasca, eine verurteilte italienische Unterweltgröße, die Behauptung aufgestellt, dass die Camorra das Ausscheiden Pantanis durch einen Dopingverdacht fingiert habe, um mit Wettbetrug gegen ihn riesige Gewinne zu erzielen. Pantani, Führender des damaligen Giro-Gesamtklassements, hatte erst zwei Tage zuvor trotz Kettenschadens und in einer atemberaubenden Aufholjagd eine schwere Bergetappe gewonnen und galt als Favorit für den Gesamtsieg der Rundfahrt.

In dem abgehörten Telefonat soll der Häftling nun gegenüber einer unbekannten Frau die These Vallanzascas gestützt und mehrfach bestätigt haben, dass die Camorra für Pantanis Dopingfall verantwortlich war.

Pantani, wegen seines markanten Kopftuches unter dem Namen "Der Pirat" bekannt, gewann 1998 die Tour de France. 2004 starb er an einer Überdosis Kokain und Medikamente. Um sein Ausscheidenaus dem Giro d'Italia 1999 und seinen Tod ranken sich seit Jahren Spekulationen und Gerüchte. Erst 2014 wurden die Ermittlungen zu seinem Tod nach dem Drängen der Familie und neuen Indizien wieder aufgenommen.

elo

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