Tennis Scharapowa positiv auf Doping getestet

Prominenter Dopingfall im Damentennis: Während der Australian Open wurde bei Marija Scharapowa der Wirkstoff Meldonium nachgewiesen. Das hat die Russin auf einer Pressekonferenz eingeräumt.


Tennis-Superstar Marija Scharapowa ist bei den Australian Open im Januar positiv auf die verbotene Substanz Meldonium getestet worden. Während des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres sei die mittlerweile verbotene Substanz in ihrem Körper gefunden worden, sagte die 28-Jährige in Los Angeles. "Ich habe einen großen Fehler gemacht", räumte die Weltranglistensiebte ein.

Scharapowa erklärte, eine Änderung in den Doping-Regularien der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada sei für den Verstoß verantwortlich. Die Wada hatte die Substanz zum 1. Januar dieses Jahres auf die Verbotsliste gesetzt.

Sie wisse noch nicht, welche Konsequenzen der Weltverband ziehe und könne nicht sagen, wann sie auf die WTA-Tour zurückkehre. Das Medikament mit der verbotenen Substanz nehme sie seit 2006.

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Tennisstar Scharapowa: "Ich habe einen großen Fehler gemacht"
Sperre ab dem 12. März

Nach Angaben ihres Anwalts John Haggerty wird Scharapowa auf die Öffnung der B-Probe verzichten, das sagte er der "New York Times". Der Tennis-Weltverband ITF teilte mit, dass die Russin vom 12. März an vorläufig suspendiert werde. Über die Dauer der Sperre wurde zunächst nichts bekannt.

Am Sonntag hatte die fünfmalige Grand-Slam-Turniersiegerin zu der Pressekonferenz mit einer "wichtigen Ankündigung" eingeladen und damit für Spekulationen über einen Rücktritt gesorgt. "Wenn ich einmal meine Karriere beende, dann nicht in solch einem Hotel in Downtown Los Angeles mit so einem hässlichen Teppich", sagte Scharapowa.

Ihre bislang letzte Partie spielte Scharapowa bei den Australian Open, als sie im Viertelfinale der Amerikanerin Serena Williams unterlag. Seit Ende Januar hat die Wahlamerikanerin kein Turnier mehr bestritten. Auch das an diesem Mittwoch beginnende Turnier in Indian Wells hatte sie abgesagt.

Wada verbietet Meldonium

Meldonium ist ein Wirkstoff, der in Deutschland als Arzneimittel nicht zugelassen ist. Die in den baltischen Staaten und Russland vertriebene Substanz soll die Durchblutung fördern und als Medikament unter anderem bei Herzerkrankungen geeignet sein.

Bei einer Untersuchung der Welt-Anti-Doping-Agentur im Jahr 2014 konnte ein hoher Missbrauch des Wirkstoffs in verschiedenen Sportarten festgestellt werden. Die Wada vermutete, dass Athleten so eine verbesserte Durchblutung und höhere physische Ausdauer erlangen wollen. Deshalb wurde das Mittel zur Liste der verbotenen Substanzen hinzugefügt.

krä/sid/dpa



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insgesamt 70 Beiträge
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noalk 07.03.2016
1. Hat sie das wirklich so gesagt?
"Scharapowa erklärte, eine Änderung in den Doping-Regularien der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA sei für den Verstoß verantwortlich." ---- Aha! Nicht der Athlet - pardon: die Athletin -, die gegen die Regel verstößt, sondern der, der die Regeln macht, ist für einen Regelverstoß verantwortlich. Klingt einleuchtend, oder? Ok, wenn die letzte Einnahme vor dem 1. Januar stattfand, kann man ihr keinen Vorwurf machen. Damit scheint sie sich aber nicht herausreden zu wollen.
pauschaltourist 07.03.2016
2.
Besitzt dieses "Medikament" abseits der Verwendung als Dopingmittel auch nur eine sinnvolle medizinische Anwendungsmöglichkeit? Die fehlende Zulassung hierzulande lässt nicht darauf schließen. Also ein typisches Ostblock-Dopingmittel.
Ostwestfale 07.03.2016
3.
Jetzt werden vermutlich wieder die üblichen Pauschalanschuldigungen gegen Russland vorgebracht. Dabei laufen russische Arthleten in vielen dopingverdächtigen Sportarten (z.B Biathlon) überwiegend hinterher. Es tellt sich mir die Frage, ob es im "Westen" ähnlich wirkende Mittel gibt, die nicht auf der Dopingliste stehen.
jujo 07.03.2016
4. ...
Hat es ihr geholfen? Ich denke nein!
Bueckstueck 07.03.2016
5.
Zitat von noalk"Scharapowa erklärte, eine Änderung in den Doping-Regularien der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA sei für den Verstoß verantwortlich." ---- Aha! Nicht der Athlet - pardon: die Athletin -, die gegen die Regel verstößt, sondern der, der die Regeln macht, ist für einen Regelverstoß verantwortlich. Klingt einleuchtend, oder? Ok, wenn die letzte Einnahme vor dem 1. Januar stattfand, kann man ihr keinen Vorwurf machen. Damit scheint sie sich aber nicht herausreden zu wollen.
Wieso berstehst du die Aussage nicht? So lange eine Substanz nicht illegal ist, ist sie legal. Wird sie von einem Tag auf den anderen für illegal erklärt, ist das der Grund für den Verstoss. Du sagst es ja selbst, wenn sie vor dem Verbot zum letzten mal genommen wurde, kann man ihr wohl kaum einen Vorwurf machen, sollte diese Änderung nicht ausreichend früh kommuniziert worden sein. Aber da Unwissenheit nicht vor Strafe schützt, kriegt sie jetzt halt eine Sperre.
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