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Meldonium-Doping: Russlands Außenminister erwartet Erklärung der Wada

Russlands Außenminister Sergej Lawrow Zur Großansicht
DPA

Russlands Außenminister Sergej Lawrow

Etliche Athleten konsumieren Meldonium - einen Wirkstoff, der seit Jahresbeginn auf der Doping-Liste steht. Das Verbot verwundert Russlands Außenminister. Er fordert eine Erklärung von der Welt-Anti-Doping-Agentur.

In die Dopingaffäre um das seit Jahresbeginn verbotene Präparat Meldonium hat sich nun auch Russlands Außenminister Sergej Lawrow eingeschaltet. Er erwarte von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada eine Erklärung, warum Sportler das Präparat nicht mehr nehmen dürfen, sagte er dem Moskauer Fernsehsender Ren-TV. "Nach einigen Jahrzehnten, in denen das Präparat sowohl von Sportlern als auch von Menschen mit Herzproblemen eingenommen werden durfte, wurde es plötzlich zu Doping erklärt. Das wirft Fragen auf", sagte Lawrow.

In den vergangenen Tagen wurden zahlreiche russische Athleten des Dopings mit Meldonium beschuldigt. Prominenteste Sportlerin ist Tennisstar Maria Scharapowa. Russlands Sportminister Witali Mutko kündigte für die kommenden Tage Treffen mit Ärzten, Trainern und Sportlern an, um über das Meldonium-Problem zu sprechen.

Meldonium soll die Ausdauer verbessern, die Erholung nach Trainingsphasen optimieren, die Stimmung heben und sich sogar positiv auf Lern- und Gedächtnisprozesse auswirken. (Lesen Sie hier weitere Details zu dem Wirkstoff.)

Außenminister Lawrow forderte dafür Beweise. Russland respektiere die Wada und wolle mit ihr zusammenarbeiten. Allerdings sei ihm keine zufriedenstellende Erklärung über die leistungssteigernde Wirkung des Präparats bekannt. "Es kann sein, dass die Führung der Wada schwerwiegende Gründe hat. Aber sie sind weder uns noch der wissenschaftlichen Gesellschaft bekannt", sagte er. Russland erwarte, dass "auf professionelle Fragen professionelle Antworten" folgen.

Am Mittwoch hatte sich ein Sprecher des Kreml bereits zu den Dopingfällen geäußert und diese als individuelle Verfehlungen der Sportler abgetan. "Uns tut das natürlich leid. Aber man darf die Situation nicht auf den gesamten russischen Sport übertragen", hieß es.

mon/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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1. muhahahaha
HeisseLuft 10.03.2016
Allerdings sei ihm keine zufriedenstellende Erklärung über die leistungssteigernde Wirkung des Präparats bekannt. Genau, all die Hochleistungssportler haben ein schwaches Herz... Echt schlimm. :-) http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/meldonium-mildronate-damit-hat-marija-scharapowa-gedopt-a-1081183.html
2. Er möge doch bitte
dbrown 10.03.2016
einfach nur still sein.
3. Nun ja. Leistungssport beansprucht das Herz stark
alex300 10.03.2016
Viele Athleten haben das Training schon mit Leben bezahlt. Schutzmedikamente machen durchaus Sinn. Im Osten wird Meldonium genommen. Im Westen eben andere Präparate. Warum wohl wird gerade Meldonium plötzlich verteufelt?
4. in russland scheinen alle
florian29 10.03.2016
Sportler herzprobleme zu haben. vielleicht sollte sich russland fragen warum junge Sportler Medikamente für Senioren einnehmen!!!
5. hätte die Wada nicht
f-rust 10.03.2016
mit mehr zeitlichem Vorlauf und unter Nennung ALLER gebräuchlichen Namen des Mittels transparenter agieten müssen? Nils Schumann hat einen interessanten Vorschlag gemacht ("Doping" freigeben). Und dass die Wada und ihr verbundene (verpflichtete?) Organisationen Politik betreiben, dürfte dich spätestens seit unsäglichen Kampagne gegen Claudia Pechstein offensichtlich sein.
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