Tödlicher Unfall von Radprofi Michael Goolaerts Rätseln um Sturz und Herzstillstand

Für Michael Goolaerts kam Hilfe zu spät. Ungewiss ist, ob der belgische Radprofi beim Frühjahrsrennen Paris-Roubaix wegen des Herzstillstands gestürzt ist oder ob der Unfall der Auslöser war. Ermittlungen sollen Klarheit bringen.

Michael Goolaerts
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Auch am Tag nach dem tragischen Tod des belgischen Radprofis Michael Goolaerts gibt es noch keine Informationen über den genauen Ablauf des Unfalls beim 116. Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix. Der 23-Jährige war Sonntagabend im Krankenhaus von Lille verstorben, nachdem er im Rennen einen Herzstillstand erlitten hatte und zunächst an der Strecke reanimiert worden war.

Goolaerts war 148 Kilometer vor dem Ziel auf dem zweiten Kopfsteinpflaster-Sektor Briastreo - vermutlich ohne Fremdeinwirkung - zu Fall gekommen. Es ist allerdings noch nicht geklärt, ob der Herzstillstand die Ursache für den Sturz war oder ob es infolge des Unfalls zum Herzversagen kam. Die französische Justiz hat daher eine Untersuchung eingeleitet, wie die Behörden am Nachmittag mitteilten.

Mit einem Hubschrauber war der Radprofi, der für das Team Veranda's Willems-Crelan fuhr, ins Krankenhaus geflogen worden. Dort erlag er seinen Verletzungen. Die Obduktion sowie weitere Untersuchungen sollen die Umstände des Todes aufklären.

In einem ersten Reflex wurde die anspruchsvolle Streckenführung bei Paris-Roubaix mit den diversen Kopfsteinpflaster-Passagen als Grund für den Sturz genannt. Immerhin wird der Klassiker als "Hölle des Nordens" bezeichnet, was viele Zuschauer mit dem Schwierigkeitsgrad in Verbindung setzen. Tatsächlich bekam das Rennen den Namen nach dem Ersten Weltkrieg, als die Region in Frankreich massiv zerstört worden war und die Fahrer Assoziationen mit der Hölle anstellten.

Der Vorfall weckte Erinnerungen an den Tod des Belgiers Daan Myngheer, der 2016 nach einem Herzinfarkt beim Criterium International ebenfalls gestorben war. Auch sonst gibt es beim Radsport immer wieder Todesfälle. 2017 starb etwa Ex-Giro-Sieger Michele Scarponi nach einem Unfall beim Training, ein Jahr zuvor hatte der Belgier Antoine Demoitié eine Kollision mit einem Begleitmotorrad nicht überlebt.

Der Sieg von Peter Sagan rückte in den Hintergrund. "Ich bin mit diesen Nachrichten aufgewacht. Ich wollte eigentlich erzählen, welch großartige Erfahrung das gestern war, aber das ist jetzt nichts mehr wert. So traurig vom Tod von Michael zu lesen", schrieb der deutsche Top-Sprinter Marcel Kittel auf Twitter und teilte wie viele seiner Kollegen seine Anteilnahme mit. Sagan schrieb: "Alle Gedanken und Gebete meines Teams und von mir gehören Michael Goolaerts."

Beim Rennen Paris-Roubaix war Goolaerts zum ersten Mal bei den Profis an den Start gegangen. "Goolie, genau wie ich 1994 geboren. So sind wir seit Jahren im Peloton zusammen. Ich kann noch nicht verstehen, dass dies zu Ende ist. Dein ewiges Lächeln wird mir immer eine Inspiration bleiben", schrieb sein Teamkollege Wout van Aert auf Twitter.

krä/dpa/sid

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