Schwimm-Legende Phelps über Depressionen "Es gab einen Teil meines Lebens, da wollte ich nicht am Leben sein"

2014 machte Michael Phelps seine Krankheit öffentlich, nun hat der Rekord-Olympiasieger in einem Interview erneut über seine Depressionen gesprochen. Besonders kritisch wurde es nach seinem ersten Karriereende.

Michael Phelps bei den Olympischen Spielen in Rio
AFP

Michael Phelps bei den Olympischen Spielen in Rio


Schwimm-Superstar Michael Phelps will Menschen mit Depressionen helfen. "Ich möchte in der Lage sein, ein Leben zu retten, wenn ich es kann. Für mich ist das wichtiger, als eine Goldmedaille zu gewinnen", sagte er im Interview mit dem Fernsehsender CNN. Den 23-fachen Olympiasieger ist selbst von der Krankheit betroffen.

Vor "zwei, drei Wochen" habe Phelps eine "sehr schaurige Depression" durchgemacht. "Das wird in meinem Leben immer wieder vorkommen", sagte der 33-Jährige. Am Anfang seiner Erkrankung habe er keinen Therapeuten aufsuchen wollen. "Aber als ich es einmal gemacht hatte, habe ich mich besser gefühlt und war gesünder. Ich habe so viel über mich gelernt, was ich vorher nicht wusste."

Seinen Tiefpunkt erlebte Phelps nach Olympia 2012 in London, als er zum ersten Mal seinen Rücktritt erklärt hatte. "Es gab einen Teil meines Lebens, da wollte ich nicht am Leben sein", sagte er. Schon während der Sommerspiele habe er gelitten. Er erklärte, tagelang sein Zimmer nicht verlassen zu haben.

Michael Phelps im Wasser bei den Sommerspielen 2016
Getty Images

Michael Phelps im Wasser bei den Sommerspielen 2016

2014 hatte Phelps erstmals öffentlich über seine Erkrankung gesprochen. Im selben Jahr war er vom US-Verband wegen einer Alkoholfahrt für ein halbes Jahr gesperrt worden. Phelps ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro hatte er seine Karriere beendet. Ein Comeback bei den Spielen 2020 in Tokio strebe er nicht an, sagte er in dem Interview.

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier finden Sie - auch anonyme - Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch.

bam/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.