Tennis am Rothenbaum Keinen Stich mehr

Ablösung am Hamburger Rothenbaum: Das Tennisturnier soll künftig nicht mehr von Michael Stich organisiert werden. Der Deutsche Tennisbund strebt eine andere Lösung an.

Turnierdirektor Michael Stich
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Turnierdirektor Michael Stich


Ex-Profi Michael Stich hat die Lizenz für das Tennisturnier am Hamburger Rothenbaum verloren. Der Deutsche Tennis Bund (DTB) teilte im Anschluss an eine Sitzung des Bundesausschusses mit den Vertretern der 18 Landesverbände in Frankfurt/Main mit, dass er Vertragsverhandlungen mit Peter-Michael Reichel aufnehmen wird.

Der Österreicher, Gründer des WTA-Turniers in Linz und Ausrichter des Nürnberger Damenturniers, könnte ab 2019 als Veranstalter zum Zuge kommen. Die Lizenz für Stich und dessen Agentur HSE läuft 2018 aus. Die Standortfrage ließ der DTB offen, forderte aber die Stadt Hamburg zu einer stärkeren Unterstützung als bisher auf.

Die Hansestadt ist grundsätzlich bereit, das Traditionsturnier weiter zu unterstützen. Allerdings nicht um jeden Preis. "Wir wollen mit allen Beteiligten vernünftig sprechen, damit das Rothenbaum-Turnier eine Zukunft hat. Allerdings sollte niemand glauben, dass sich die Stadt unter Druck setzen lässt", sagte Sportstaatsrat Christoph Holstein. Bisher unterstützt Hamburg das Sandplatz-Turnier mit 100.000 Euro pro Jahr.

"Wir haben in den vergangenen Monaten alle uns vorliegenden Angebote detailliert analysiert. Am Ende haben wir uns für jenes entschieden, das dem DTB nach Bewertung aller Kriterien das beste Gesamtpaket garantiert", begründete DTB-Präsident Ulrich Klaus die Entscheidung pro Reichel.

Die Standortfrage für das ATP 500er-Turnier blieb offen. "Das Turnier ist seit weit mehr als 100 Jahren in Hamburg verwurzelt und vor allem für die Tennisfans in Norddeutschland ein echtes Highlight. Allerdings: Die Stadt Hamburg muss sich bewegen und für die Turnier-Ausrichtung einen entscheidenden Anteil zu einer vollständig intakten Anlage beitragen", forderte Klaus.

Stich, Wimbledonsieger von 1991, organisiert die Veranstaltung seit 2008. Der 48-Jährige wollte sich zunächst nicht zu der Entscheidung äußern. Er benötige erst sämtliche Informationen, sagte er.

aha/dpa



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