Missbrauchsskandal in den USA NOK entmachtet eigenen Turnverband

Das Nationale Olympische Komitee der USA will seinem Turnverband die Anerkennung entziehen. Nach dem Missbrauchsskandal um Teamarzt Larry Nassar könne es in der aktuellen Struktur nicht weitergehen.

US-Turnerin Simone Biles
AP

US-Turnerin Simone Biles


Das Nationale Olympische Komitee der Vereinigten Staaten (USOC) hat die nötigen Schritte eingeleitet, um dem US-Turnverband als Folge des Missbrauchsskandals seinen Status als nationale Dachorganisation abzuerkennen. Das teilte das USOC mit. In einem offenen Brief an die US-Turngemeinschaft erklärte die Komitee-Vorsitzende Sarah Hirshland, der Turnverband stehe vor großen Herausforderungen, die er in seiner aktuellen Struktur nicht überwinden könne.

"Ihr verdient etwas Besseres", schrieb Hirshland in ihrem Brief. "Aber ich habe heute keine perfekte Antwort. Es ist eine Situation, in der es keine perfekten Lösungen gibt. Einem Verband die Anerkennung zu entziehen ist keine einfache Entscheidung, aber ich glaube, es ist die richtige." Hirshland betonte aber, man wolle sicherstellen, dass die Athleten die Unterstützung erhielten, um auch weiterhin antreten zu können.

Der ehemalige Verbands-Teamarzt Larry Nassar war seit Sommer 2017 in drei Urteilen für den Missbrauch teils minderjähriger Opfer zubis zu 175 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte sich in den Verfahren schuldig bekannt, mehrere Mädchen sexuell misshandelt zu haben. Insgesamt waren Anzeigen hunderter Turnerinnen und ihrer Eltern gegen ihn eingegangen, darunter die Olympiasiegerinnen Alexandra Raisman, McKayla Maroney und Simone Biles.

Das Schicksal des US-Turnverbands liegt nun in den Händen der USOC-Vorstandsmitglieder, die unter Beihilfe eines Untersuchungsausschusses über die Zukunft des Turnverbandes abstimmen werden.

chh/dpa/sid

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