Mixed Zone PGA Tour sperrt John Daly, Usain Bolt und Jelena Issinbajewa ausgezeichnet

Die Quittung bekommen: Golf-Profi John Daly wurde wegen schlechten Benehmens von der PGA-Tour für ein halbes Jahr gesperrt. Usain Bolt und Jelena Issinbajewa sind zu Sportlern des Jahres gewählt worden, Vanderlei de Lima hat seine Laufbahn beendet.


Hamburg - Die US-PGA-Tour hat den 42-jährigen Amerikaner John Daly nach jüngsten peinlichen Auftritten in Amerika und Australien für ein halbes Jahr gesperrt.

Golf-Profi Daly: Sechs Monate Sperre auf der PGA-Tour
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Golf-Profi Daly: Sechs Monate Sperre auf der PGA-Tour

"Ich bin am tiefsten Punkt angelangt", sagte Daly zu der Nachricht, die ihm sein Manager Bud Martin nach einem Brief von US-PGA-Tour-Chef Tim Finchem überbracht hatte: "Die Suspendierung ist realistisch gesehen unfair, aber wahrscheinlich fair aus einer bestimmten Sichtweise."

Die zweite Suspendierung in seiner 18-jährigen Golfkarriere ist die Quittung für den Rückfall des zweimaligen Major-Siegers (1991 und 1995) in alte Zeiten, in denen Daly durch Alkohol-, Drogen- und Spielsucht sowie mehreren Entziehungskuren seinen schlechten Ruf begründete. Sein bisher letztes Turnier auf amerikanischem Boden hatte der Kalifornier, der nach eigenen Angaben über 60 Millionen Dollar verzockt haben will, am 17. Oktober 2008 in Las Vegas gespielt und dabei den Halbzeit-Cut verpasst. Zehn Tage später saß er wegen Trunkenheit für 24 Stunden im Gefängnis.

Die Polizei von Winston-Salem in North Carolina hatte den ehemaligen British Open-Sieger vor einem Restaurant "völlig alkoholvergiftet und schwer ansprechbar" aufgesammelt und in eine Ausnüchterungszelle gebracht. Anfang Dezember 2008 war Daly bei den Australian Open in Sydney ausgeflippt und hatte die Fotokamera eines Zuschauers gegen einen Baum geschleudert. Der Turnierbesucher hatte den Golfprofi unerlaubterweise aus nächster Nähe fotografiert.

Schon 2002 geriet Daly in Australien nach schlechtem Spiel außer Kontrolle, warf mit Schlägern und weigerte sich, pflichtgemäß die Spielkarte zu unterschreiben. "Es war immer Licht für mich am Ende des Tunnels. Jetzt muss ich wohl auf die Europa-Tour ausweichen, obwohl mein Lebensmittelpunkt in den USA ist", sagte Daly.

Der Jamaikaner Usain Bolt und die russische Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa sind von den Mitgliedern der Internationalen Sportjournalisten-Vereinigung AIPS zu den Sportlern des Jahres 2008 gewählt worden. Der dreifache Olympiasieger Bolt, der die Nachfolge von Roger Federer antrat, setzte sich bei der Online-Umfrage unter 571 Journalisten aus 96 Ländern knapp vor dem achtfachen Schwimm-Olympiasieger Michael Phelps aus den USA und Wimbledon- und French-Open-Sieger Rafael Nadal aus Spanien durch. Bei den Frauen siegte Olympiasiegerin und Weltrekordhalterin Issinbajewa überlegen vor der kenianischen Leichtathletin Pamela Jelimo und der Tennis-Weltranglistenersten Jelena Jankovic aus Serbien. Bei den Mannschaften setzte sich Fußball-Europameister Spanien vor Jamaikas Sprint-Staffel und Champions-League-Sieger Manchester United durch.

Vanderlei de Lima, der im Marathonlauf bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen fünf Kilometer vor dem Ziel mit gut 30 Sekunden Vorsprung in Führung liegend von einem irischen Fanatiker von der Strecke gedrängt worden war, beendet im Alter von 39 Jahren seine Karriere. "Ich weiß nicht, ob ich ohne den Zwischenfall gewonnen hätte. Aber die Siegchance wurde mir dadurch geraubt. Dennoch trage ich keine Hassgefühle in mir. Das Wichtigste war der Gewinn der Bronzemedaille." Weil er den Vorfall damals ohne Murren ertragen hatte - erst später klagte das brasilianische NOK erfolglos vor dem Sportschiedsgericht CAS in Lausanne auf eine zusätzliche Goldmedaille - erhielt de Lima vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) Ende August 2004 die Pierre-de-Coubertin-Medaille.

Der Langstreckler wuchs im Hinterland des Bundeslandes Parana auf, wo seine Familie auf dem Land Geld verdiente. Als Kind lief er auf den staubigen Wegen zwischen den Plantagen. Seine Marathonkarriere startet de Lima 1994, als er als Tempomacher in Reims (Frankreich) bis zum Schluss durchhielt und gewann. Siege feierte er zudem bei den Panamerikanischen Spielen 1999 und 2003 sowie 1996 in Tokio, 2002 in Sao Paulo und 2004 beim Hamburg-Marathon.

Bei der zweiten Auflage des sogenannten Winter Classic in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL gewann Stanley-Cup-Sieger Detroit Red Wings die Freiluftveranstaltung im Baseball-Stadion Wrigley Field in Chicago nach einem 1: 3-Rückstand mit 6:4 bei den Chicago Blackhawks. 41.000 Fans in der ausverkauften Arena kamen bei Temperaturen von vier Grad minus voll auf ihre Kosten. Die Gastgeber, die 24 Stunden zuvor am Sylvester-Tag mit 0:4 in Detroit verloren hatten, wähnten sich nach dem ersten Drittel bereits auf der Siegerstraße. Chris Versteeg, Martin Havlat und Ben Eager schossen eine scheinbar sichere 3:1-Führung heraus. Den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 für die Red Wings hatte der Schwede Mikael Samuelsson erzielt. Im zweiten und dritten Abschnitt aber drehte der Champion auf und kam durch den Doppelpack von Jiri Hudler sowie die Treffer von Pawel Daziuk, Brian Rafalski und Brett Lebda noch zum Erfolg. Der vierte Treffer der Gastgeber durch Duncan Keith war nur noch Ergebniskosmetik. Die erste Auflage des Winter Classic hatte im vergangenen Jahr vor über 70.000 Zuschauern im Football-Stadion von Buffalo stattgefunden, damals gewannen die Pittsburgh Penguins bei den Buffalo Sabres. Die Veranstaltung soll die darbende Sportart in den USA wieder populärer machen.

DEL-Schlusslicht Füchse Duisburg hat den lettischen Torhüter Edgars Masalskis von Dynamo Riga verpflichtet. Am Samstag soll der 28-Jährige in Duisburg eintreffen. Masalskis, der bereits zwischen den Pfosten der lettischen Eishockey-Nationalmannschaft stand, soll am 6. Januar beim Auswärtsspiel gegen den EHC Wolfsburg erstmals für die Füchse spielen.

luk/ruf/dpa



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