Mögliche Totilas-Rückkehr: Wirbel um das Wunderpferd
Es wäre eine spektakuläre Rückholaktion: Der niederländische Dressurreiter Edward Gal versucht nach Informationen von SPIEGEL ONLINE, Wunderpferd Totilas zurückzukaufen. Die Familie um Reiter Matthias Rath ist genervt.
Hamburg - Auf Matthias Rath könnten schwere Zeiten zukommen. Eigentlich will sich der Reiter des Wunderpferdes Totilas in diesen Tagen ausschließlich auf die Olympia-Vorbereitung konzentrieren. Doch im Kreis der internationalen Dressurelite wird intensiv über das angebliche Interesse von Edward Gal diskutiert, Totilas zurückkaufen zu wollen. Das dürfte Rath wenig gefallen.
Der 41-jährige Niederländer Gal arbeitet seit Anfang Februar mit dem Glock Horse Performance Center zusammen. Die Einrichtung in Österreich bildet Spitzenpferde aus und hat sich mit den Weltklasse-Reitern Gal und Peter Minderhoud sowie Trainerin Nicole Werner prominente Unterstützung gesichert.
Weil hinter der Partnerschaft der Multimillionär und Pferdeliebhaber Gaston Glock steht, würde ein Totilas-Deal zumindest an den finanziellen Rahmenbedingungen nicht scheitern. Als die "Kleine Zeitung" vor zwei Wochen zum ersten Mal über das Interesse berichtete, gab es aus dem Gal-Lager umgehend ein Dementi.
Auf die Frage, ob er Totilas zurückkaufen wolle, sagt Gal nun zu SPIEGEL ONLINE. "Ich möchte es weder dementieren noch bestätigen, über die Sache kann ich noch nichts sagen. Es gibt viele Möglichkeiten. Was in der Zukunft passiert, weiß ich nicht. Wir werden es sehen." Und weiter: "Totilas ist ein sehr besonderes Pferd und wir haben gemeinsam sehr besondere Dinge geschafft."
"Warum gönnt man Pferd und Reiter keine Ruhe?"
Bis Ende 2010 ritt Gal Totilas, das Duo wurde Weltmeister und stellte Rekorde in den drei schwierigsten Dressurprüfungen auf. Dann gab der niederländische Besitzer Cees Visser das Wunderpferd für die Rekordsumme von zehn Millionen Euro an den deutschen Unternehmer Paul Schockemöhle ab. Gal zeigte sich enttäuscht.
Schockemöhle und die deutsche Millionenerbin Ann Kathrin Linsenhoff hatten nach dem Kauf eine Besitzergemeinschaft gebildet, Linsenhoffs Stiefsohn Matthias Rath wurde als Reiter auserkoren. Der 27-Jährige konnte bislang aber nicht an die Erfolge von Gal anknüpfen. Zuletzt wurde bei einem Auftritt bei der Hengstschau in Vechta deutlich, dass vor Olympia noch viel Arbeit auf das Duo wartet.
Gleichzeitig gebe es ständig Anfragen für Totilas aus dem Gal-Lager, so Klaus Rath zu SPIEGEL ONLINE. Er ist der Trainer und Vater von Matthias Rath. Ein Verkauf komme nicht in Frage. "Das Pferd ist ein Familienmitglied. Für kein Geld der Welt würden wir es abgeben. Das haben wir und auch Paul Schockemöhle immer so kommuniziert", sagt Rath.
"Ich weiß nicht, was das soll, und verstehe nicht, warum man einem jungen Reiter und dem Pferd nicht die Ruhe gönnt. Wir wundern uns über dieses Verhalten sehr", sagt Vater Rath. Sein Sohn könnte die Ruhe in diesen Tagen sicherlich gut gebrauchen.
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