Motorrad: Bradl weint, Simoncella jubelt

Pech für Stefan Bradl: Ein Defekt warf den Motorrad-Piloten beim Großen Preis von Malaysia im Kampf um die Vize-Weltmeisterschaft fast aussichtslos zurück - danach flossen Tränen der Enttäuschung. Den Weltmeistertitel in der 250er-Klasse sicherte sich der Italiener Marco Simoncelli.

Hamburg - Motorrad-Profi Stefan Bradl muss seine Hoffnung auf die Vize-Weltmeisterschaft wohl begraben. Ein elektrischer Defekt an seiner Aprilia zwang ihn beim Großen Preis von Malaysia in Kuala Lumpur zur Aufgabe. "Es ist Mist, dass das ausgerechnet jetzt passiert. Aber man kann niemandem einen Vorwurf machen. So ist halt der Rennsport", sagte der 18-Jährige nach dem vorletzten Saisonrennen. "Ich habe immer wieder versucht, die Maschine zum Laufen zu bringen. Und als ich gemerkt habe, dass es nicht mehr klappt, habe ich einfach nur noch geweint", sagte Bradl.

Aprilia-Pilot Bradl: Defekt an der Lichtmaschine
DPA

Aprilia-Pilot Bradl: Defekt an der Lichtmaschine

Als die Lichtmaschine ihren Dienst verweigerte, lag er aussichtsreich auf Rang drei. Nun hat er 19 Punkte Rückstand auf den neuen WM-Zweiten Gabor Talmasci aus Ungarn, der das Rennen gewann. Als Vierter der Fahrerwertung hat Bradl damit vor dem Saisonfinale am kommenden Sonntag in Valencia kaum noch Chancen auf Gesamtrang zwei, den er vor dem Rennen noch belegt hatte.

"Die Vize-Weltmeisterschaft war schon ein Ziel", sagte Bradl, "es ist zwar nicht unmöglich, Zweiter zu werden, aber doch in weite Ferne gerückt." Den Weltmeistertitel bei den 125ern hatte sich der Franzose Mike di Meglio bereits vor zwei Wochen gesichert.

Auch in der kommenden Saison will Bradl bei den 125ern an den Start gehen und "um den Titel kämpfen". Das Thema Aufstieg zu den 250ern sei für ihn abgehakt. Es sei "aus sportlicher Sicht zwar logisch, dass ich aufsteigen möchte, aber ein Werksmotorrad bei den 250ern kostet 1,5 Millionen im Jahr. Und da sind die Ersatzteile noch gar nicht drin. Das ist nicht so einfach aufgetrieben." Bradl wehrte sich gegen den Vorwurf, sein Sponsor, der sich gegen einen Aufstieg aussprach, stünde ihm beim Aufstieg im Wege. "Es war eben einfach nicht machbar", sagte Bradl: "Dass der Sponsor als großer Verhinderer dargestellt wird, ist aber definitiv nicht richtig."

Seinen Aufwärtstrend bestätigte Sandro Cortese. Frustriert war der Aprilia-Pilot am Ende aber dennoch. 19 Tausendstelsekunden fehlten Cortese bei seinem besten Karriere-Ergebnis als Vierter zur ersten Podiums-Platzierung. "Es war das beste Rennen, das ich je gezeigt habe", sagte Cortese, "wenn die Zielgerade zehn Meter länger gewesen wäre, hätte es wohl zu Platz drei gereicht." Der 16 Jahre alte Jonas Folger wurde 17., Robin Lässer belegte Rang 20.

In der 250er-Klasse holte sich Marco Simoncelli aus Italien erstmals den Weltmeistertitel. Dem Gilera-Piloten reichte in Malaysia in Sepang ein dritter Rang, um sich den Titel bereits vor dem letzten Rennen in Valencia zu sichern. Sieger in Sepang wurde zum sechsten Mal in seiner Karriere der Spanier Alvaro Bautista auf Aprilia vor dem KTM-Piloten Hiroshi Aoyama aus Japan. Deutsche Piloten waren nicht am Start.

ulz/sid

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