Kampf gegen den Suff Reiterverband führt erstmals Alkoholkontrollen bei Jugendmeisterschaften durch

Der Reitverband FN will durchgreifen. Nach dem Bericht des SPIEGEL über Alkoholexzesse und Missbrauchsvorwürfe im Lager der deutschen Nachwuchsspringreiter stehen die Sportler unter besonderer Beobachtung.

Springreiter |
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Die Deutsche Reiterliche Vereinigung FN hat nach dem Bericht des SPIEGEL über Alkoholexzesse und sexuelle Übergriffe im deutschen Reitsport Maßnahmen angekündigt: Bei den deutschen Jugendmeisterschaften in München an diesem Wochenende werden erstmals Alkoholkontrollen durchgeführt. Das bestätigte FN-Sport-Geschäftsführer Dennis Peiler der Deutschen Presse-Agentur. "Es wird stichprobenartig Tests geben", sagte Peiler. "Diese werden von der FN durchgeführt."

"Es gibt klare Ansagen über das Verhalten", sagte der Sport-Geschäftsführer. "Wir haben mit allen Equipe-Chefs der Landesverbände gesprochen. Auf unsere Reiter aus den Bundeskadern haben unsere Bundestrainer und die Jugendleitung ein besonderes Augenmerk." Die Teilnehmer seien darüber informiert worden. "Wird bei einem Teilnehmer Restalkohol (...) festgestellt, so wird dieser von der weiteren Teilnahme an den Deutschen Jugendmeisterschaften ausgeschlossen", steht in der Ausschreibung.

"Wir werden alles daran setzen, durchzugreifen, wenn es nötig sein sollte", sagte Peiler. "Wer sich nicht benimmt, wird nach Hause geschickt. Leistungssport und Alkoholexzesse passen nicht zusammen."

Der SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über junge Springreiter aus dem Nationalkader, die unter Alkoholeinfluss auf Turnieren sexuell übergriffig geworden sein sollen. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat in einem Fall Ermittlungen gegen einen 20 Jahre alten Springreiter eingeleitet.

Die Situation ist "schwierig und unangenehm"

Beschlossen worden seien die für die Jugendmeisterschaften getroffenen Maßnahmen nach Aussage Peilers bereits vor der Veröffentlichung im SPIEGEL am vergangenen Wochenende. Die Testgeräte seien nach Peilers Angaben bereits vor einigen Wochen bei einem Nachwuchsturnier eingesetzt worden. "Im Kontext der Vorfälle bei der letzten EM haben wir überlegt, was wir besser machen können", sagte Peiler. "Das war schon vor dem Bericht." Bei der Nachwuchs-EM im slowakischen Samorin im August 2017 hatten junge deutsche Reiter unter Alkoholeinfluss randaliert.

Die Situation sei "schwierig und unangenehm", sagte der Sport-Geschäftsführer des Verbandes. "Viel lieber hätten wir es, wenn sich alle vernünftig verhalten - und die überwiegende Mehrheit benimmt sich ja auch gut." Peiler sieht die Probleme nur bei einer kleinen Gruppe.

Besonderes Augenmerk liege in München auf der traditionellen Feier am Samstag. "Für die Party im Gastronomiezelt am Springplatz ist eine Einverständniserklärung der Eltern bei Minderjährigen erforderlich", heißt es im Anschreiben an die Teilnehmer. Das galt so allerdings auch schon vor fünf Jahren, bei der bisher letzten Jugendmeisterschaft in München.

Springreiter Ludger Beerbaum hatte nach dem Bericht des SPIEGEL ein hartes Durchgreifen gefordert. FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau hatte sich bestürzt über die Vorfälle gezeigt und gesagt, dass es sich um Einzelfälle handele. In den bekannt gewordenen Fällen habe der Verband Abmahnungen, Verwarnungen, Kadersuspendierungen und Geldstrafen ausgesprochen.

Lesen Sie hier die ganze Geschichte auf SPIEGEL+.

ngo/dpa



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