Doping im Radsport: Nada prüft sportjuristische Konsequenzen gegen Freiburger Doping-Ärzte 

Das Ermittlungsverfahren gegen Lothar Heinrich und Andreas Schmid wurde eingestellt. Nun will die Nationale Anti Doping Agentur prüfen, ob die ehemaligen Teamärzte vom Telekom-Radrennstall sowie ehemalige Athleten sportjuristisch belangt werden können.

Mediziner Schmid (l.), Heinrich (Archiv):  " Fortbestehenden allgemeiner Verdacht"Zur Großansicht
dapd

Mediziner Schmid (l.), Heinrich (Archiv): "Fortbestehenden allgemeiner Verdacht"

Hamburg - Strafrechtlich ohne Folgen, doch sportjuristisch drohen Konsequenzen: Nach Einstellung des Ermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft Freiburg prüft die Nationale Anti Doping Agentur (Nada), ob die Sportärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid gegen Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen haben. Auch das Verhalten von Athleten wie dem ehemaligen Radprofi Andreas Klöden soll untersucht werden. Die Nada hat dringend um Einsicht in die staatsanwaltlichen Akten gebeten.

"Mit der Akteneinsicht sind für uns die Voraussetzungen geschaffen, um auf sportgerichtlicher Ebene zu prüfen, ob Verfahren wegen Verstößen gegen Anti-Doping-Bestimmungen gegen Athleten oder Athleten-Betreuer auf den Weg gebracht werden können", sagte Dr. Lars Mortsiefer, Chefjustitiar und Vorstandsmitglied der Nada.

Die beiden Ärzte Heinrich und Schmid waren in den Ermittlungsakten von Oberstaatsanwalt Christoph Frank beschuldigt worden, dass sie am Eigenblutdoping bei Radprofis des Rennstalls Team Telekom beteiligt waren und Radsportler systematisch dopten. Wie der SPIEGEL berichtete, wurde das Ermittlungsverfahren gegen sie aber eingestellt.

"Fortbestehender allgemeiner Verdacht"

Frank begründet die Einstellung damit, dass sich kein "hinreichender Verdacht konkreter Verstöße gegen Strafbestimmungen" ergeben habe. Teilweise seien die Vorwürfe verjährt. Auch hätten die Radprofis ihre Zustimmung zum Doping gegeben und seien nicht geschädigt worden. Teilweise hätten genaue Tatzeiten und Tatorte nicht ermittelt werden können.

Frank sieht aber einen "fortbestehenden allgemeinen Verdacht", dass die Mediziner gedopt hätten und die Sportler Jan Ullrich, Steffen Wesemann, Rolf Aldag, Erik Zabel, Udo Bölts und Jens Heppner mit Epo-Kuren versorgt worden seien. "Nachweisbar" seien zudem die Fahrer Andreas Klöden, Matthias Kessler und Patrik Sinkewitz im Juli 2006 mit Eigenblut gedopt worden.

Klöden streitet trotz belastender Aussagen Doping für das Jahr 2006 weiter ab. Für dieses Jahr wäre er noch zu belangen, denn die Verjährung setzt nach acht Jahren erst 2014 ein.

mib/sid

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  • Dienstag, 21.08.2012 – 13:48 Uhr
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Epo und Epo-Doping
Die Ausdauerleistungsfähigkeit ist wesentlich vom Sauerstoffaufnahmevermögen abhängig. Erythropoetin (Epo) ist ein Eiweißhormon, das die Produktion roter Blutkörperchen (Erythrozyten) im Körper stimuliert. Je mehr Erythrozyten im Blut, desto mehr Sauerstoff kann aufgenommen und zu den Körperzellen transportiert werden - die Leistungsfähigkeit steigt.

Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)





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