Nascar-Serie: Chaostage in Daytona

Feuer, Regen, Unfälle: Die 500 Meilen von Daytona sind legendär, und auch dieses Rennen dürfte in die Nascar-Geschichte ein gehen. Innerhalb von anderthalb Tagen wurde die Veranstaltung mehrfach verschoben und unterbrochen. Den heftigsten Crash hatte Ex-Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya.

Nascar in Daytona: 500 Meilen mit Feuer und Unfällen Fotos
REUTERS

Daytona Beach/Hamburg - Der Start war ursprünglich für Sonntagnachmittag angesetzt, das Rennen endete aber erst am frühen Dienstagmorgen: Was in den 36 Stunden dazwischen auf dem Daytona International Speedway passierte, hat die Nascar-Motorsportserie noch nie erlebt. Erst kam der Regen, dann gab es Unfälle, Fahrzeuge gingen in Flammen auf. Am Ende triumphierte Matt Kenseth zum zweiten Mal beim prestigeträchtigsten Nascar-Rennen.

"Man denkt, man habe im Laufe der Jahre schon alles gesehen. Und dann siehst du so was hier", kommentierte Mike Helton, Präsident des Motorsportverbandes Nascar, das 200 Runden umfassende Rennen, das normalerweise nur wenige Stunden dauert und nicht anderthalb Tage.

Was war passiert? Wegen starken Regens in Daytona Beach (US-Bundesstaat Florida) musste der für Sonntag geplante Start mehrfach verschoben werden. Als das Rennen am Montag dann endlich freigegeben wurde, war es nach zwei Runden auch schon wieder vorbei. Elliott Sadler fuhr dem fünfmaligen Nascar-Champion Jimmie Johnson ins Heck. Dieser verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug, knallte in die Mauer und wurde zurück auf die Rennstrecke geschleudert. Die Folge war ein Massencrash mit sechs weiteren Fahrzeugen.

Safety Truck geht nach Montoya-Unfall in Flammen auf

"Ich bin wirklich sehr deprimiert, so in die Saison zu starten", sagte Johnson. Der 36-Jährige blieb ebenso unverletzt wie die anderen Fahrer, die in den Unfall verwickelt waren.

Doch der Crash in Runde zwei war noch harmlos im Gegensatz zu dem, was sich 40 Runden vor Ende des Rennens ereignete. Der ehemalige Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya wollte an einem Safety Truck, der die Strecke trocknen sollte, vorbeifahren, als er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und in den mit rund 750 Liter Kerosin betankten Truck knallte. Beide Fahrzeuge gingen in Flammen auf, die Fahrer kamen aber mit leichten Verletzungen davon. "Das Auto ist auf einmal nach rechts ausgeschert", sagte Montoya später.

Rennfahrer Brad Keselowski nutzte den Moment, um aus dem Auto heraus Fotos mit seinem Handy zu machen und via Twitter ins Netz zu stellen. Binnen zwei Stunden hatte der US-Amerikaner mehr als 100.000 neue Follower.

Das Rennen wurde nach zweistündiger Pause fortgesetzt, Kenseth holte sich schließlich seinen zweiten Titel bei den Daytona 500. Bereits 2009 hatte er gewonnen. Damals war das Rennen verkürzt worden - wegen starken Regens.

ham

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Wieso
morpholyte 28.02.2012
Zitat von sysopDer ehemalige Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya wollte an einem Safety Truck, der die Strecke trocknen sollte, vorbeifahren, als er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und in den mit rund 750 Liter Kerosin betankten Truck knallte. Beide Fahrzeuge gingen in Flammen auf ... Nascar-Serie: Chaostage*in Daytona - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Sport (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,817961,00.html)
ist denn ein sog. "Safety-Truck" mit Kerosin betankt und kurvt auf der Renstrecke rum ? Naja und das Montoya in den reinknallt, wen wunderts !?! Diese Flizpiepe hats ja schon in der F1 dereinst ordentlich krachen lassen.
2.
eduardo_l 28.02.2012
Zitat von morpholyteist denn ein sog. "Safety-Truck" mit Kerosin betankt und kurvt auf der Renstrecke rum ? Naja und das Montoya in den reinknallt, wen wunderts !?! Diese Flizpiepe hats ja schon in der F1 dereinst ordentlich krachen lassen.
Der Safety-Truck hat die Strecke getrocknet, mit einem Kerosin-befeuerten Gebläse.
3.
pfodi 28.02.2012
Das passiert wenn man jemand über eine Rennserie schreiben lässt der keine Ahnung davon hat. In der Nascar verwenden sie sogenannte Jet Dryer, das ist ein Düsentriebwerk aus einem Flugzeug, um die Strecke nach einem Unfall von Kleinteilen zu reinigen. Oder um die Strecke nach einem Regen zu trocknen. In einer Gelbphase ist dem Montoya das Auto genau auf Höhe dieser Safety Cars mit Jet Dryer ausgebrochen und er ist in das Triebwerk reingeknallt.
4. gelb + auf der Strecke = Safety Truck
simple mind 28.02.2012
Für deutsche Journalisten ist alles, was in den USA gelb ist und sich auf einer Rennstrecke befindet, ein Sicherheitsfahrzeug. Es war kein Safety Truck, sondern ein Jet Dryer - ein kleiner Unterschied, den man erst erkennt, wenn man etwas recherchiert. Offenbar ist ein Jet Dryer ein Fahrzeug, das mit Hilfe eines Düsenstrahltriebwerks die Fahrbahnoberfläche trocknet. Und was für einen Treibstoff benötigt man für ein Düsenstrahltriebwerk? Diese Fahrzeuge kann man sich auch leihen, falls man mal die heimische Terrasse nach einem starken Regen trocknen möchte: Jet Dryer Services-Eagle Jet Dryers (http://www.jetdryers.com/)
5. erstmal informieren
affenkopp 28.02.2012
Zitat von morpholyteist denn ein sog. "Safety-Truck" mit Kerosin betankt und kurvt auf der Renstrecke rum ? Naja und das Montoya in den reinknallt, wen wunderts !?! Diese Flizpiepe hats ja schon in der F1 dereinst ordentlich krachen lassen.
Was ein Jet-Dryer ist und wieso dieser voll mit Kerosin ist, wurde bereits erklärt. Der Unfall selbst sah ser merkwürdig aus. Möglicherweise gab es bei Montoya einen einen Reifenschaden, als er über Trümmerteile fuhr. Dies wird noch zu klären sein. Ein grober Fahrfehler war nicht zu erkennen. Schade, dass man in Deutschland Nascar Sprint Cup und Indy Car Series nur wahrnimmt wenn es Dramatisches geschieht. Dabei sind diese Serien, derzeit, um ein vieles spannender als Formel 1 und DTM. Wäre schön wenn man endlich alle Rennen im Free-TV sehen könnte oder wenigstens zu einem fairen Preis im Pay-TV und nicht dne völlig überteuerten Preisen von Sky.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles zum Thema Motorsport
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 7 Kommentare
  • Zur Startseite