Rassistische E-Mail Besitzer verkauft NBA-Klub freiwillig

Er hatte von der NBA eine Null-Toleranz-Linie in Bezug auf Rassismus gefordert, nun muss sich Bruce Levenson selbst beugen. Der Besitzer der Atlanta Hawks verkauft den Klub wegen einer rassistischen E-Mail.

Hawks-Eigner Levenson: Unangemessen und beleidigend
AP

Hawks-Eigner Levenson: Unangemessen und beleidigend


Hamburg - In der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA gibt es innerhalb weniger Monate den zweiten Besitzerwechsel wegen rassistischer Aussagen. Bruce Levenson, Mehrheitseigentümer der Atlanta Hawks, werde seinen Anteil an dem Klub verkaufen. Die Entscheidung sei ihm am Samstagabend mitgeteilt worden, sagte NBA-Commissioner Adam Silver.

Levenson hatte die Liga im Juli über eine zwei Jahre alte Mail in Kenntnis gesetzt, die er an die Mitbesitzer und an General Manager Danny Ferry geschickt hatte und in der er rassistische Aussagen gemacht hatte. Daraufhin hatte die NBA eine Untersuchung eingeleitet. Vor Abschluss dieser Untersuchung kündigte Levenson nun den Verkauf seiner Anteile an und entschuldigte sich öffentlich für seine Worte. Er sei beschämt von dem "unangemessenen" und "beleidigenden" Inhalt. Er habe die eigenen Fans trivialisiert, sich in Klischees und Stereotypen über sie geäußert. "Zum Beispiel, dass weiße Fans vor unseren schwarzen Fans Angst haben könnten. Ich habe auch die unabsichtliche und schmerzhafte Botschaft vermittelt, dass unsere weißen Fans wertvoller als unsere schwarzen Fans sind", so Levenson.

Die Hawks, bei denen der deutsche Nationalspieler Dennis Schröder unter Vertrag steht, werden vorerst von Geschäftsführer Steve Koonin geleitet. Die NBA kündigte ihre Hilfe beim Verkauf des Klubs an. Mögliche Interessenten sind noch nicht bekannt.

Im August waren die Los Angeles Clippers verkauft worden, nachdem der frühere Besitzer Donald Sterling wegen rassistischer Äußerungen lebenslang aus der NBA verbannt worden war. Sterling hatte sich gerichtlich gegen den Ausschluss und den Verkauf gewehrt, den Prozess aber verloren. Der frühere Microsoft-Chef Steve Ballmer zahlte zwei Milliarden Dollar für den Klub.

Im Skandal um Sterling hatte sich Levenson öffentlich auf die Seite der Liga gestellt ("Die NBA sollte bei Rassismus eine Null-Toleranz-Linie fahren").

max/dpa/sid



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