Hamburg - Die Chicago Bulls müssen ihren Traum vom siebten Titelgewinn in der Basketball-Profiliga NBA begraben. Das beste Team der Vorrunde unterlag in Spiel sechs der ersten Playoff-Runde 78:79 bei den Philadelphia 76ers und verlor damit die Best-of-seven-Serie 2:4. Andre Iguodala besiegelte das Aus des Titelkandidaten mit zwei verwandelten Freiwürfen 2,2 Sekunden vor Schluss.
"Die Niederlage enttäuscht mich. Aber vom Team bin ich nicht enttäuscht. Wir haben die ganze Saison gekämpft", sagte Bulls-Trainer Tom Thibodeau. Beste Werfer der Gäste waren Luol Deng und Richard Hamilton mit jeweils 19 Punkten. Bei Philadelphia überzeugte Matchwinner Iguodala mit 20 Punkten.
Auch im letzten Saisonspiel wurde Chicago von Verletzungssorgen geplagt. Neben Superstar Derrick Rose, der sich im Auftaktspiel einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, fehlte zum dritten Mal nacheinander Center Joakim Noah wegen seiner Verletzung am Sprunggelenk. "Alles, was nicht hätte passieren dürfen, ist passiert", fasste Deng die Misere beim sechsmaligen Meister zusammen. Erst zum fünften Mal in der NBA-Geschichte schied das erstplatzierte Team einer Conference gegen den Tabellenachten aus.
Boston erreicht die zweite Runde, Harden ausgezeichnet
Im Halbfinale der Eastern Conference treffen die Sixers auf die Boston Celtics. Der NBA-Rekordmeister setzte sich mit einem 83:80-Sieg in der Serie 4:2 gegen die Atlanta Hawks durch. Der 14-malige Allstar Kevin Garnett war mit 28 Punkten bester Werfer der Celtics und bester Mann auf dem Parkett. Josh Smith verbuchte als Topscorer der Hawks 18 Punkte.
Im Westen müssen die Los Angeles Lakers um das Weiterkommen in die zweite Runde bangen. Der 16-malige Champion unterlag bei den Denver Nuggets klar 96:113 und kassierte in der Serie nach dem zweiten vergebenen Matchball den 3:3-Ausgleich. Lakers-Superstar Koby Bryant erzielte 31 Punkte, war damit aber nicht der erfolgreichste Werfer des Spiels. Beim Gegner kam Ty Lawson auf 32 Punkte.
Die Entscheidung im siebten Spiel fällt am Samstag in Los Angeles. Auch Stadtrivale Los Angeles Clippers muss um den Einzug in die zweite Runde zittern. Die Clippers führen in der Serie gegen die Memphis Grizzlies aber noch 3:2, Spiel sechs ist am Freitag zu Hause. Im Osten stehen derweil schon die vier Teams der zweiten Playoff-Runde fest. Am Samstag startet die Serie zwischen Philadelphia und Boston, einen Tag später die zwischen Miami und Indiana.
Unterdessen wurde James Harden von Dallas-Bezwinger Oklahoma City Thunder mit deutlichem Vorsprung zum besten Bankspieler der Liga gewählt. Der 22 Jahre alte Guard erzielte während der regulären Saison im Schnitt 16,8 Punkte und war damit drittbester Werfer seines Teams. In der Abstimmung wurde Harden von 115 der 119 stimmberechtigten Sportjournalisten auf Rang eins gewählt. Auf Rang zwei kam Louis Williams von den Philadelphia 76ers, Dritter wurde Dirk Nowitzkis Teamkollege Jason Terry von den Dallas Mavericks.
leh/sid
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles zum Thema NBA | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH