NBA Schröder verpasst Überraschungserfolg beim Champion

Stark gespielt, doch knapp verloren: Dennis Schröders Atlanta Hawks hatten den NBA-Champion am Rande einer Niederlage. Golden State steht nun kurz davor, den nächsten Rekord der Chicago Bulls zu brechen.

NBA-Profi Dennis Schröder
AP/dpa

NBA-Profi Dennis Schröder


Auch Dennis Schröder und die Atlanta Hawks können die Erfolgsserie des derzeit überragenden NBA-Teams nicht stoppen: Atlanta verlor bei den Golden State Warriors, die ohne den am Knöchel verletzten Superstar Stephen Curry spielten, 105:109 nach Verlängerung. Für Golden State war es der 43. Heimsieg in Folge.

Die Rekordmarke der Chicago Bulls aus der Saison 1995/96 liegt bei 44 Erfolgen hintereinander. Am Dienstag können die Warriors mit einem Sieg gegen die Oklahoma City Thunder mit den Bulls gleichziehen. Auch der Saisonrekord des legendären Teams um Michael Jordan und Scottie Pippen rückt für die Warriors in Reichweite: Sie haben nun 54 Siege bei nur fünf Niederlagen. Chicago gewann vor 20 Jahren 72 der 82 Saisonspiele.

Schröder zeigte eine starke Vorstellung und kam in knapp 29 Minuten auf 17 Punkte und neun Assists. In der Verlängerung verwarf der deutsche Nationalspieler jedoch zwei wichtige Freiwürfe. Auf der Gegenseite überragte Shooting Guard Klay Thompson, er erzielte sieben seiner 26 Punkte in der Verlängerung.

Bester Werfer bei den Hawks war Paul Millsap mit 19 Zählern. Bei Golden State waren die beiden All-Stars Thompson und Draymond Green (15 Punkte/13 Rebounds/9 Assists) die überragenden Akteure.

Die Atlanta Hawks haben sich für das letzte Viertel der Hauptrunde noch einmal verstärkt. Kris Humphries, ehemaliger Teamkollege von Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks, läuft künftig an der Seite von Schröder auf. Am Sonntag hatten sich die Phoenix Suns von dem 31-jährigen Power Forward Humphries getrennt, deshalb konnte Atlanta auch nach dem Ende der Transferfrist zugreifen.

Basketball-Profi Schröder: Aus Braunschweig in die NBA

Nowitzki abgelöst: Dennis Schröder hatte die Basketball-Nationalmannschaft bei der EM geführt, der mittlerweile 37-Jährige Dirk Nowitzki ließ ihm den Vortritt. Diesen Status hatte sich der Spielmacher in den vergangenen Jahren verdient.

Durchbruch im zweiten NBA-Jahr: Schröder steigerte sich in der abgelaufenen Saison deutlich. Beim zweitbesten Team der regulären Saison, den Atlanta Hawks, zählte er zu den wichtigsten Spielern.

Eine rasante Entwicklung: 2012/2013 konnte er sich in der Bundesliga etablieren, wurde Allstar (siehe Bild), einige Monate später folgte der Sprung in die NBA.

Dort hatte er zunächst große Probleme, die Kritiker fühlten sich bestätigt. Dabei hatte auch der spätere Superstar Dirk Nowitzki (l.) zunächst Schwierigkeiten. Schröder wurde in seinem ersten Jahr kaum eingesetzt und auch zum Farmteam der Hawks abgeschoben.

Ganz anders sah es in der vergangenen Saison aus: Der deutsche Nationalspieler stand knapp 20 Minuten pro Partie auf dem Feld und erzielte dabei rund zehn Punkte, gab dazu im Schnitt vier Vorlagen und darf auch in wichtigen Phasen spielen. Das war im vergangenen Jahr noch ganz anders, oft durfte Schröder sogar nur zuschauen.

Mittlerweile hat sich der Point Guard jedoch an die anspruchsvolle Liga gewöhnt. Schröder weiß seine Schnelligkeit - seine wohl größte Stärke - nun besser einzusetzen. Dank seiner guten Defensive gestehen ihm die Hawks-Coaches auch Fehler im Angriff zu.

Dort hat Schröder auch an seinen Passfähigkeiten gearbeitet, er findet nun regelmäßig frei stehende Mitspieler und bedient diese.

Auch der Wurf ist deutlich konstanter geworden, die Verteidiger können mittlerweile nicht mehr absinken, sondern müssen den Spielmacher eng verteidigen - sonst werden sie so wie hier die Indiana Pacers bestraft.

Eines seiner stärksten Spiele machte Schröder im Dezember gegen die Dallas Mavericks und Dirk Nowitzki. Womöglich könnte der 21-Jährige der nächste deutsche NBA-Star werden. In Atlanta halten sie große Stücke auf den Point Guard.

Ähnlich geht es Bundestrainer Chris Fleming, der Schröder für die Heim-EM die Führungsrolle zuspricht. In der Qualifikation im vergangenen Sommer war Schröder bereits bester Punktesammler.

So gut die Rollenaufteilung zwischen Nowitzki (l.) und Schröder lief. Auf dem Feld gab es noch Abstimmungsprobleme – der Spielmacher war für den alternden Superstar oft zu schnell.

Einen Sieg konnten Nowitzki und die Dallas Mavericks feiern. Die Texaner bezwangen die Orlando Magic 121:108, es war der dritte Erfolg in Serie. Nowitzki steuerte 19 Zähler zum 33. Saisonerfolg der Mavs bei, die damit als Sechster der Western Conference weiter auf Playoff-Kurs liegen. Bester Werfer der Gastgeber war Wesley Matthews mit 21 Punkten.

cte/dpa

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