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NBA: Teams von Nowitzki und Schröder stecken in der Krise

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Nowitzki: Schlechte Phase vor den Playoffs

Kurz vor den Playoffs schwächeln die NBA-Teams der deutschen Basketballer. Die Dallas Mavericks von Dirk Nowitzki haben fünf von sechs Auswärtsspielen verloren. Dennis Schröder und die Atlanta Hawks kassierten die dritte Niederlage in Folge.

Hamburg - Für die deutschen Basketballer Dirk Nowitzki und Dennis Schröder läuft es derzeit nicht gut. Nowitzki und die Dallas Mavericks mussten sich bei den Phoenix Suns 92:98 geschlagen geben und stehen damit auf Rang sieben in der Western Conference.

Auch die Atlanta Hawks von Dennis Schröder stecken in einer kleinen Krise. 18 Punkte und fünf Assists des 21-jährigen Nationalspielers reichten gegen Titelverteidiger San Antonio nicht - Atlanta verlor 95:114 (41:59) bereits zum dritten Mal in Folge.

Die Hawks sind als Erster der Eastern Conference bereits für die Playoffs qualifiziert. Dennoch kommt die Formkrise zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn am 18. April beginnen die NBA-Playoffs, die acht besten Teams der Eastern und Western Conference qualifizieren sich für die Meisterrunde.

Von "Irk" zu Dirk
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Einfach nur Dirk: In fast 16 Jahren in der NBA hat sich Dirk Nowitzki seinen Status als einer der besten Spieler der Basketball-Geschichte erarbeitet. In den USA nennen sie die größten Sporthelden nur mit Vornamen. Nowitzki ist einer von ihnen.

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Schließlich ist er einer der besten Basketballspieler der Welt. Als erstem europäischen Spieler gelang es dem 2,13 Meter großen Power Forward in der NBA, mehr als 20.000 Punkte zu erzielen. Mittlerweile kommt er auf mehr als 29.000 Zähler und liegt damit in den Top-Ten der Liga-Geschichte.

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Dabei erlebte Nowitzki einen schweren Start in den USA. Anfang 1999 kam er als 20-Jähriger in die NBA und hatte zunächst große Probleme, sich an das Niveau zu gewöhnen. Oft wurde er verspottet, oft wurde er "Irk" genannt - ohne "D" für Defense.

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Doch Nowitzki schloss mit seinem vielseitigen Spiel zu den NBA-Superstars auf und wurde zu einer beständigen Größe der Dallas Mavericks.

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Die Popularität des "German Wunderkind" stieg nicht nur bei den Fans in Dallas und Deutschland. Von 2002 bis 2012 war er immer Allstar und immer in einem der drei All-NBA-Teams vertreten.

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Gemeinsam mit seinen Freunden Steve Nash und Michael Finley machte Nowitzki die Mavericks zu einem Gewinnerteam. 2001 stand der Klub zum ersten Mal seit elf Jahren wieder in den Playoffs. Danach verpasste Nowitzki nur 2012/2013 die Endrunde um die Meisterschaft.

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Auch mit der deutschen Nationalmannnschaft feierte Nowitzki Erfolge. 2002 holte die DBB-Auswahl bei der Weltmeisterschaft Bronze, 2005 bei der EM sogar Silber. Bei beiden Turnieren bekam Nowitzki die Auszeichnung zum MVP.

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Als seinen persönlichen Höhepunkt nennt Nowitzki immer die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking. Nowitzki war bei der Eröffnungszeremonie in Peking sogar Fahnenträger. In den Jahren danach spielte er seltener für Deutschland, um sich für die harte NBA-Saison zu schonen.

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Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon schwere Rückschläge einstecken müssen. 2006 verspielte er mit den Mavs im Finale gegen die Miami Heat eine 2:0-Führung - ein Tiefpunkt in der Karriere des Deutschen.

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Ein weiterer folgte schon ein Jahr später: Trotz der besten Regular-Season-Bilanz der gesamten NBA (67:15) schieden die Mavericks in der ersten Playoff-Runde gegen die Golden State Warriors aus (2:4). Nowitzki spielte schwach, dabei hatte er in der Saison noch überragt.

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Für seine Leistungen in der regulären Saison 2006/2007 wurde er als erster Europäer als MVP ausgezeichnet.

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Nowitzki erreichte in den folgenden Jahren wiederum Top-Niveau und bewies, dass er ein Team führen kann. Obwohl das Team in den Playoffs nicht mehr weit kam, verlängerte er 2010 um weitere vier Jahre. Für seine Treue wurde er 2011 mit dem NBA-Titel belohnt.

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"Ich kann es nicht fassen": NBA-Meister, wertvollster Spieler der Finalserie - all das war für Dirk Nowitzki kurz nach dem entscheidenden sechsten Spiel in Miami zu viel. In der Serie gegen die favorisierten Heat wurde Nowitzki endgültig zur Basketball-Legende.

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In seiner Heimatstadt Würzburg gab es einen riesigen Empfang für den damals 33-Jährigen. Zehntausende nahmen an der Parade zu Nowitzkis Ehren teil.

AP/dpa

Auch in Zukunft wird Nowitzki für die Dallas Mavericks spielen. Im Sommer 2014 verlängerte der mittlerweile 36-Jährige erneut, diesmal um weitere drei Jahre.

Nowitzki kam in 33 Minuten Spielzeit auf elf Punkte und sieben Rebounds. Bester Werfer war Chandler Parsons mit 19 Punkten. Es war bereits die fünfte Niederlage im sechsten Auswärtsspiel für Dallas seit dem All-Star-Game Mitte Februar. Dabei hatten die Mavericks im dritten Viertel einen 17-Punkte-Rückstand in eine 86:80-Führung gedreht. Doch mit vier Minuten ohne Punkte brachten sich die Gäste in Arizona selbst um den Lohn.

"Wir waren in der ersten Halbzeit kein Team, das gilt für die Trainer, für die Spieler, einfach für jeden", sagte Mavs-Coach Rick Carlisle: "Und wenn du 24 Minuten nichts zeigst, dann holen dich die Basketball-Götter."

Einen schlechten Tag erwischte Monta Ellis, er erzielte nur elf Punkte und traf lediglich vier von 22 Würfen. Carlisle nahm seinen Top-Scorer in Schutz: "Er hat heute einfach nicht getroffen. Aber das ist kein Monta-Ellis-Problem, es ist ein Dallas-Problem."

Basketball-Profi Schröder: Aus Braunschweig in die NBA

Durchbruch im zweiten NBA-Jahr: Dennis Schröder hat sich deutlich gesteigert und zählt beim derzeit zweitbesten Team, den Atlanta Hawks, zu den Leistungsträgern.

Eine rasante Entwicklung: 2012/2013 konnte er sich in der Bundesliga etablieren, wurde Allstar (siehe Bild), einige Monate später folgte der Sprung in die NBA.

Dort hatte er zunächst große Probleme, die Kritiker fühlten sich bestätigt. Dabei hatte auch der spätere Superstar Dirk Nowitzki (l.) zunächst Schwierigkeiten. Schröder wurde in seinem ersten Jahr kaum eingesetzt und auch zum Farmteam der Hawks abgeschoben.

Ganz anders sieht es in dieser Saison aus: Der deutsche Nationalspieler steht gut 18 Minuten pro Partie auf dem Feld und erzielt dabei rund acht Punkte, gibt dazu im Schnitt 3,5 Vorlagen und darf auch in wichtigen Phasen spielen. Das war im vergangenen Jahr noch ganz anders, oft durfte Schröder sogar nur zuschauen.

In diesem Jahr hat der 21-Jährige sich jedoch an die anspruchsvolle Liga gewöhnt. Schröder weiß seine Schnelligkeit - seine wohl größte Stärke - nun besser einzusetzen. Dank seiner guten Defensive gestehen ihm die Hawks-Coaches auch Fehler im Angriff zu.

Dort hat Schröder auch an seinen Passfähigkeiten gearbeitet, er findet nun regelmäßig frei stehende Mitspieler und bedient diese.

Auch der Wurf ist deutlich konstanter geworden, die Verteidiger können mittlerweile nicht mehr absinken, sondern müssen den Spielmacher eng verteidigen - sonst werden sie so wie hier die Indiana Pacers bestraft.

Eines seiner stärksten Spiele machte Schröder im Dezember gegen die Dallas Mavericks und Dirk Nowitzki. Womöglich könnte der 21-Jährige der nächste deutsche NBA-Star werden. In Atlanta halten sie große Stücke auf den Point Guard.

Ähnlich geht es Bundestrainer Chris Fleming, der Schröder bei der Heim-EM im kommenden September eine Führungsrolle zuspricht. In der Qualifikation im vergangenen Sommer war Schröder bereits bester Punktesammler.

cte/sid

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1.
Child 23.03.2015
Mensch Leute - die reg. Season ist fast um und die Hawks haben 8 Spiele Vorsprung auf Platz 2 (ich meine es stehen noch insg. 12 Spiele aus) in der Conference, außerdem die Division bereits entschieden. Da werden die Starter weniger Minuten spielen um halbwegs ausgeruht in die Playoffs zu starten. Es sind dort schon genug Teams verbrannt, die bis zum Schluss durchgepowert haben - siehe bspw. das Aus der Mavs gegen Golden State vor ein paar Jahren.
2.
Janshi 23.03.2015
Die Mavs sind in der ersten Runde sowieso raus. Entweder geht´s gegen GSW oder die Grizzlies (bezweifle dass sie in ihrem aktuellen Zustand die Spurs noch einholen werden), sehe da kein Szenario wo die Mavs diese beiden Teams aktuell in einer Best-of-Seven schlagen könnte, RC hin oder her. Der Rondotrade hat nicht wirklich reingeschlagen, Dirk wird nicht jünger und allein das Ellis als Go-To-guy bei Dallas betrachtet wird, sagt schon alles aus. Ich tippe glatt auf ein Sweep in Runde 1. Die Hawks stehen an sich gut da, glaube aber immer noch dass sie in den Playoffs ihre guten Leistungen aus der RS nicht bestätigen werden können. Wäre nicht das erste mal dass einem Team dies widerfährt.
3. Krise: Hawks nein, Dallas ja
DenisJohnson 23.03.2015
Die Hawks haben zur Überraschung der gesamten NBA sehr souverän die Playoffs erreicht. Nun werden die Starter geschont, um auch den Ersatzspielern mehr Einsatzzeit und Übung in Hinblick auf die Finalrunde zu geben, siehe Dennis Schröder. Dessen Statistiken sind seit dem Erreichen der Playoffs hinsichtlich Einsatzzeit und Punkteschnitt noch einmal nach oben geschnellt. Hier von einer Krise zu sprechen, entspricht m. E. nicht ganz den Tatsachen. Die Probleme der Mavs ziehen sich im Grunde durch die ganze Saison. Dirks Karriereende nähert sich rasant, kein zweiter Big-Man Ersatz für Tyson Chandler etc. Mit dem Trade von Rondo hat man sich zu allem Überfluss die ganze Taktik versaut und auch noch die Teamchemie zerstört. Da wird nichts gehen diese Saison, ich tippe ebenfalls auf ein schnelles Aus in der ersten Runde.
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Zu einem Basketballteam gehören fünf Akteure. Auf der Eins spielt der Point Guard (Aufbau). Die Zwei hat der Shooting Guard inne, dessen vornehmliche Aufgabe es ist, Punkte zu erzielen. Die Drei ist der Small Forward, eine wendige Flügelkraft mit einem guten Wurf. Spieler, die auf der Zwei oder Drei eingesetzt werden können, heißen "Swingmen". Die Vier ist der Power Forward, ein kräftiger Spieler, der durch seine Größe auch für Rebounds prädestiniert ist. Auf der Fünf spielt der Center, der zumeist in Korbnähe agiert. Die Positionen Eins und Zwei bilden den Backcourt, Drei bis Fünf sind der Frontcourt.


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