Eklat bei den Dallas Mavericks Nowitzki ist "angewidert und schockiert"

Vergiftete Arbeitsatmosphäre, sexuelle Belästigungen - die Anschuldigungen gegen die Dallas Mavericks wiegen schwer. Superstar Dirk Nowitzki reagierte wütend auf die Vorgänge in seinem Klub.


Basketball-Superstar Dirk Nowitzki hat sich nach den schweren Vorwürfen gegen seine Dallas Mavericks betroffen gezeigt. "Das ist sehr enttäuschend. Ich bin froh, dass alles rauskommt", sagte der 39-Jährige der Zeitung "Dallas Morning News": "Es bricht mir das Herz."

Darum geht es: Im Magazin "Sports Illustrated" hatten mehr als ein Dutzend derzeitiger und ehemaliger Mitarbeiter die Atmosphäre bei Nowitzkis langjährigem Arbeitgeber als vergiftet bezeichnet. Auch Beschuldigungen der sexuellen Belästigung wurden erhoben, die #MeToo-Debatte hat den NBA-Klub erreicht. Besitzer Mark Cuban zog erste Konsequenzen und kündigte neben der Entlassung des Personalchefs eine umfassende Untersuchung an.

Dem früheren Mavs-Präsidenten und -Geschäftsführer Terdema Ussery sowie einem weiteren Mitarbeiter wird unangemessenes Verhalten gegenüber weiblichen Angestellten angelastet. Ussery hat den Klub 2015 nach 18 Jahren verlassen. Spieler und der gesamte sportliche Mitarbeiterstab sollen von den Anschuldigungen nicht betroffen sein.

Mark Cuban
AP

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"Ich war angewidert, als ich den Artikel gelesen habe - so wie jeder", sagte Nowitzki: "Ich war schockiert, dass in unserem Betrieb, in meinem Betrieb, solche Sachen passiert sind." Die Organisation hatte zuvor in einem Statement betont, dass es im Klub "keinen Platz für solches Verhalten" gebe. Auch die NBA hat sich eingeschaltet. Die Organisatoren der US-Liga wollen die Untersuchungen in Dallas "sehr genau" überprüfen.

Geldstrafe für Cuban

Angesichts der für den Klub aufwühlenden Vorgänge gerät die unbefriedigende sportliche Situation in den Hintergrund. Die Mavericks haben nahezu keine Chance mehr auf eine Playoff-Teilnahme.

Das verleitete Cuban zu einer Aussage, für die er nun bezahlen muss. "Ich sollte das wohl nicht sagen, aber als ich gerade mit ein paar unserer Jungs beim Abendessen war, habe ich gemeint: Verlieren ist unsere beste Option", sagte der Klub-Boss in einem Podcast vom ehemaligen NBA-Profi Julius Erving, genannt Dr. J, mit Blick auf den Draft. Je schlechter die Bilanz zum Ende der Hauptrunde ist, desto eher ist Dallas bei der künftigen Auswahl der Talente an der Reihe.

Die NBA bestrafte Cuban nach dessen Aussage mit einem Bußgeld in Höhe von 600.000 Dollar (488.000 Euro).

mru/sid



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Seite 1
sven2016 22.02.2018
1.
Da wird nicht der letzte Sportkonzern sein, bei dem solche Dinge aufgedeckt werden. Nirgends scheint es eine Aufmerksamkeitskultur zu geben; das ist eine schlimme Erkenntnis. Die New Yorker U-Bahn hat als ein Motto "See something? Say Something!" In Unternehmen ist das noch lange nicht angekommen. Deshalb sind harte Konsequenzen für Töter und Mittäter wichtig, nicht nur in USA.
emil_erpel8 22.02.2018
2.
Zitat von sven2016Da wird nicht der letzte Sportkonzern sein, bei dem solche Dinge aufgedeckt werden. Nirgends scheint es eine Aufmerksamkeitskultur zu geben; das ist eine schlimme Erkenntnis. Die New Yorker U-Bahn hat als ein Motto "See something? Say Something!" In Unternehmen ist das noch lange nicht angekommen. Deshalb sind harte Konsequenzen für Töter und Mittäter wichtig, nicht nur in USA.
Na, es wird ja überall schöngeredet, auch bei uns. Nach dem Motto "jetzt darf man bald nicht mal mehr flirten" wird alles ins Lächerliche gezogen und beide Augen werden fest zugedrückt. Und es ist ja "sowieso" nur ein Problem der "Glamourwelt", normale Männer und Frauen sind ja angeblich gar nicht betroffen. Es wird Zeit, daß sich diese Einstellung endlich ändert.
GueMue 22.02.2018
3. Das ist wie jeder Sport koerperlich
Es ist fuer mich eher ueberraschend, dass Bei Sportlern das nicht oefters vorkommt. Die sind etwas anders gebaut.
antares56 22.02.2018
4. Aha...
Nowitzki, seit über 10 Jahren im Verein, wusste natürlich von nichts! Ist doch lächerlich - vielleicht hätte sich früher empören sollen?
go2dive 22.02.2018
5. @antares56
Na klar, wenn Mitarbeiterinnen in der Verwaltung Probleme hatten, hätte Nowitzki das mitbekommen müssen. Vermutlich so, wie der VW Schrauber am Band von der Abgasmanipulation etwas hätte mitbekommen müssen. Ihre Aussage ist lächerlich.
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