Hamburg - Es war ein grandioser Triumph: 105:95 siegte Dallas am Sonntagabend (Ortszeit) bei den Miami Heat - und schaffte damit den zum Titelgewinn nötigen vierten Sieg in der Best-of-seven-Serie.
"Ich kann es nicht glauben", sagte Mavericks-Star Dirk Nowitzki, "wir haben sehr lange dafür gearbeitet." Der deutsche Flügelspieler steuerte 21 Punkte zum zweiten Auswärtssieg der Mavericks in der Finalserie der NBA bei. Bester Werfer bei Dallas war Shooting Guard Jason Terry mit 27 Punkten.
Zu Beginn des dritten Viertels hatte Miami noch einen Punkt vorn gelegen (56:55). Doch Dallas konterte mit acht Punkten in Folge. Die Mavs gaben die Führung im weiteren Verlauf der Partie dann nicht mehr her.
Bei Miami erzielte LeBron James die meisten Punkte (21). Dahinter folgten Chris Bosh (19) und Dwyane Wade (17). Das Team aus Florida war als Favorit in die NBA-Finals gegangen. Doch vor allem James enttäuschte maßlos. Der Small Forward, der vor der Saison aus Cleveland nach Miami gekommen war, blieb deutlich unter seinen Möglichkeiten.
"Es war 2007 ein Scheitern, als ich mit Cleveland gegen San Antonio verlor, nun ist es wieder ein Scheitern", gab sich James im Anschluss kleinlaut. Der 26-Jährige war wegen seiner Arroganz und seiner Großmäuligkeit zuletzt der wohl meistgehasste Spieler in der NBA. Nun dürfte reichlich Spott hinzukommen.
Für Dallas war es die erste Meisterschaft in der NBA. Das Team war 2006 ganz dicht dran, scheiterte damals jedoch an Miami. Nach einer 2:0-Führung gab es für die Mavericks damals ein 2:4-Debakel in der Endspielserie.
Anschließend wurde vor allem Nowitzki von den US-Medien als "zu weich" bezeichnet. Er sei kein Leader. Inzwischen hat sich der Deutsche den Respekt erarbeitet. Nowitzki glänzte in der Finalserie trotz einer gerissenen Sehne am Mittelfinger der linken Hand. Auch Fieber konnte den Power Forward nicht stoppen.
Nowitzki gilt mittlerweile als einer der besten Spieler in der Geschichte des Basketballs. Unlängst verneigte sich mit Earvin "Magic" Johnson eine NBA-Legende vor dem bald 33-Jährigen. "Dirk ist unglaublich. Er hat sich mit seinen Leistungen in den Kreis der größten Basketballer aller Zeiten gespielt", sagte Johnson SPIEGEL ONLINE.
In der Finalserie kam Nowitzki auf einen Schnitt von rund 26 Punkten pro Partie. Er wurde als MVP der Finals ("wertvollster Spieler") geehrt. Nowitzki ist nach dem Franzosen Tony Parker (2007, San Antonio Spurs) der zweite Finals-MVP aus Europa. Rekordhalter ist Michael Jordan (Chicago Bulls) mit sechs dieser Auszeichnungen.
Miami Heat - Dallas Mavericks 95:105 (27:32, 24:21, 21:28, 23:24)
Miami: James (21 Punkte), Bosh (19), Chalmers (18), Wade (17), Haslem (11), House (9)
Dallas: Terry (27 Punkte), Nowitzki (21), Barea (15), Marion (12), Kidd, Stevenson (jeweils 9), Chandler (5), Mahinmi (4), Cradinal (3)
Schiedsrichter: Steve Javie , Derrick Stafford , Scott Foster´
Zuschauer: 20.003
ach/dpa/sid
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