NBA-Profi Antetokounmpo Das Märchen vom Einhorn

"Einhörner", so werden in der NBA besonders vielseitige Profis genannt. Der Fabelname passt zu Giannis Antetokounmpo, der einst als illegaler Einwanderer Hüte und DVDs verkaufte - und nun der Star der Milwaukee Bucks ist.

Giannis Antetokounmpo in Aktion
AP

Giannis Antetokounmpo in Aktion


Das griechische Einhorn ist 2,11 Meter groß, wiegt 100 Kilo und hat eine Spannweite von 2,21 Metern. Es heißt Giannis Antetokounmpo, ist Basketballprofi in der amerikanischen Profi-Liga NBA und spielt bei den Milwaukee Bucks. Die Bezeichnung "Einhorn" ist anerkennend gemeint. Denn das Fabelwesen ist so selten wie das, was der 23-Jährige auf dem Parkett zeigt: Ein "Einhorn" in der NBA - das ist ein Spieler, der groß und schnell gleichzeitig ist.

Der Grieche bringt eine seltene Kombination aus Körperbau, basketballerischen Fähigkeiten und Beweglichkeit mit. Spieler wie Antetokounmpo sind in der NBA gerade sehr gefragt. Neben dem Griechen gibt es noch einige wenige, die als "Einhorn" gelten. Dazu gehören zum Beispiel Kristaps Porzingis von den New York Knicks und Joel Embiid von den Philadelphia 76ers.

"Giannis kann selbst punkten, oder er passt den Ball wie ein Aufbauspieler", sagt NBA-Legende Earvin "Magic" Johnson. "Er kann aber auch Würfe blocken, Rebounds holen und dribbeln." Das Passen und Dribbeln fällt großen Basketballern oft eher schwer. Genauso wie das Verteidigen von kleineren, wendigeren Gegenspielern. Doch auch das kann Antetokounmpo.

Beim Distanzwurf kann er sich noch verbessern

Der Grieche kann dank seiner Vielseitigkeit auf jeder Position eingesetzt werden. Dass große Spieler wie er - die "Big Men" - ausschließlich in Korbnähe spielen, ist in der NBA kaum noch der Fall. Auch Dirk Nowitzki hat zu dieser Entwicklung beigetragen. Der 2,13 Meter große Würzburger hat einen hervorragenden Distanzwurf. Früher war das für Big Men absolut untypisch.

Der Distanzwurf von Antetokounmpo ist noch ausbaufähig. "Wenn du so viele Fähigkeiten hast und auf dem Platz dominieren kannst, gibt es keinen Grund zur Panik", sagt Jason Kidd, der kürzlich als Bucks-Trainer entlassen wurde.

Der 23-Jährige legt derzeit mehr als 27 Punkte und zehn Rebounds sowie rund fünf Vorlagen pro Partie auf. Dazu kommen noch rund zwei Balleroberungen und ein Block. Er ist der drittbeste Punktesammler der NBA. Vor ihm liegen nur James Harden und "Einhorn"-Kollege Anthony Davis. Ein Blick in die Statistik zeigt: Die "Einhörner" gehören zu den besten Spielern der Liga.

Als Illegaler in Griechenland

Die Milwaukee Bucks haben Antetokounmpo 2013 in die NBA geholt. Der 23-Jährige ist in Athen geboren. Er und seine Familie lebten illegal in Griechenland, seine Eltern waren in den Neunzigerjahren aus Nigeria nach Athen gekommen. Die Familie war arm. Giannis und seine Brüder verdienten Geld, indem sie auf den Straßen DVDs, Hüte, Taschen und Sonnenbrillen verkauften. Wegen seiner Herkunft und wegen seiner basketballerischen Fähigkeiten trägt Antetokounmpo den Spitznamen "Greek Freak". Das lässt sich in den USA auch leichter aussprechen als sein Nachname.

Der Grieche ist der einzige Star im Team der Bucks. Der Klub aus Milwaukee konnte zuletzt 1971 die NBA-Meisterschaft gewinnen. In den vergangenen zehn Jahren schaffte es die Mannschaft zwar viermal in die Playoffs, jedoch war immer in der ersten Runde Schluss - so auch in der vergangenen Saison. Daran konnte auch ein stark spielender Antetokounmpo nichts ändern.

In der laufenden Spielzeit liegen die Bucks auf einem Playoff-Platz. Sicher qualifiziert ist der Klub noch nicht, 13 Partien stehen noch aus. Antetokounmpo ist der beste Spieler im Kader. Und der Klub ist von ihm abhängig. Wie sehr, das zeigt auch die Zahl der Minuten, die Antetokounmpo pro Partie auf dem Parkett steht: Es sind in dieser Saison mehr als 37 (ein NBA-Spiel dauert 48 Minuten). Kein NBA-Spieler hat derzeit ein größeres Pensum.

"Ich spiele zu viel", sagte der Grieche erst kürzlich in einem Interview. In dieser Saison musste er aufgrund von Knieproblemen bereits einige Partien aussetzen. Nach der Entlassung von Trainer Jason Kidd Ende Januar ließ Nachfolger Joe Prunty seinen Star zunächst etwas weniger spielen. Doch im März kommt Antetokounmpo bisher sogar auf gut 38 Minuten pro Partie.

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Seite 1
altai 20.03.2018
1. Keine Chance auf Titel
Vielseitige Spieler wie Herr Antetokounmpo führen nicht zum Titelgewinn einer Mannschaft. Das Gegenteil ist der Fall. Die Vielseitigkeit sorgt dafür dass andere Teammitglieder auf ihren Positionen weniger gefordert werden, sich nicht entwickeln können und sich nicht das für den Titelgewinn erforderliche sog. Puzzle aus Schützen, Center(n), Passern und Verteidigern zusammen setzen kann. Dies sage ich als ausgewiesener Basketball - Experte.
808tom 21.03.2018
2. Guter Ansatz, leider zu oberflächlich
Erstmal Danke fuer den Artikel, freue mich immer ueber Basketball hier zu lesen. Leider ist der Artikel mMn viel zu Oberflächlich. Giannis' Familengeschichte könnte wohl ein Buch fallen und wird hier in zwei Saetzen abgetan. Dieser Junge war fast seen ganzes Leben offiziell staatenlos und besitzt erst seit 2013 einen Pass. Er hat 4 Brueder, von denen noch zwei anderes Profisportler sind. Sicher haette man noch mehr herausgefunden mit etwas Recherche... Stattdessen wird dreimal wiederholt, dass er der beste Spieler der Bucks ist. Die Bucks haben ausserdem mit Khris Middleton (+20 Punkte p.Spiel) und Eric Bledsoe mindestens zwei weitere Spieler, die von vielen Leuten also Stars bezeichnet werden... Guter Versuch, bitte beIN naechsten Mal besser recherchieren. Gruesse aus NC
sincere 21.03.2018
3. Einhorn? Eher Greek Freak.
Das ist ein furchtbar schlecht recherchierte Artikel, Porzingis word bereits als Einhorn bezeichnet, es ist allgemein bekannt. Wie kommt der Autor also dazu einen anderen Spieler als Einhorn zu bezeichnen? Peinlich.
Der_schmale_Grat 21.03.2018
4. Er ist sehr gut
Doch was LeBron James ihm vorletzte Nacht "angetan" hat, zeigt, wieviel er noch lernen kann. James hat ihn und das Spiel dominiert, Antetokoumpo war nach eigener Aussage konsterniert und frustriert, weil noch nie ein Gegenspieler so viele Punkte gegen ihn gemacht habe. Da sieht man mal wieder, wie unfassbar gut LeBron immer noch ist. Dennoch stimmt, dass er unglaubliche Fähigkeiten besitzt, die kaum spektakulärer ausfallen könnten. Wer mit einem (!) Dribbling ab der Mitellinie einen Monsterdunk gegen einen Spieler auflegt, ist schon "freakig".
TheDjemba 21.03.2018
5. Zu einfach
Zitat von altaiVielseitige Spieler wie Herr Antetokounmpo führen nicht zum Titelgewinn einer Mannschaft. Das Gegenteil ist der Fall. Die Vielseitigkeit sorgt dafür dass andere Teammitglieder auf ihren Positionen weniger gefordert werden, sich nicht entwickeln können und sich nicht das für den Titelgewinn erforderliche sog. Puzzle aus Schützen, Center(n), Passern und Verteidigern zusammen setzen kann. Dies sage ich als ausgewiesener Basketball - Experte.
Diese Argumentation ist zu einfach. Ante ist einer von fünf auf dem Feld, er spielt ja nicht sowohl Center als auch Guard gleichzeitig. Und dass er sich selbst einen Assist zuspielt habe ich auch noch nicht gesehen. Wichtig ist doch, dass das Management um diesen einen Spieler herum eine funktionierende Mannschaft aufbaut. Das war schon immer so. So ist auch Nowitzki Champion geworden. Kein vernünftig argumentierender Manager sagt doch, wir brauchen keinen Center, das macht Ante, wir brauchen keinen Guard, das macht Ante, und einen Point-Guard schon gar nicht, das kann Ante auch am besten. Im Gegenteil, solche Spieler sind Gold wert wenn es darum geht, Löcher in wenig austarierten Mannschaften zu stopfen. Wenn es darauf ankam, hat Nowitzki auch den Ball getrieben und verteilt. Dass das aber nur der Anfang sein kann, ist auch klar. Dallas hat auch Jahre und viel Glück gebraucht, um Champion zu werden.
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