LeBron James im NBA-Finale Wenn dir dein Teamkollege mit einem Anfängerfehler den Sieg klaut

Cleveland hatte die große Chance, Golden State im NBA-Finale den Heimvorteil zu nehmen. Vier Sekunden vor Schluss stand es remis, die Cavs hatten den Ball - aber J.R. Smith dribbelte statt zu werfen. Er dachte, sein Team läge in Führung.

LeBron James
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Die Golden State Warriors gingen als großer Favorit in die vierte Auflage des NBA-Finals gegen die Cleveland Cavaliers - hätten nach schwacher Leistung aber eigentlich verlieren müssen. Doch ein selten gesehener Anfängerfehler von Clevelands J.R. Smith verhinderte den so wichtigen Auswärtserfolg der Cavs. Das Spiel ging in die Verlängerung, die Warriors wurden immer besser und am Ende stand ein 124:114 (56:56, 107:107)-Erfolg, von dem sich Cleveland erstmal erholen wird müssen.

Hätte Golden State vor heimischer Kulisse in Oakland einfach nur knapp gewonnen, wäre die Erzählung des Spiels wohl so gewesen: LeBron James ist in der Form seines Lebens, er allein hatte die Cavs ins Finale geführt, gegen die Allstar-Ansammlung auf der anderen Seite mit Stephen Curry, Kevin Durant und Klay Thompson reicht das aber einfach nicht. Die alles überragenden 51 Punkte von James hätten aber reichen können, wenn Smith in der Schlussphase der regulären Spielzeit nicht gepatzt hätte:

Curry hatte die Warriors 23 Sekunden vor dem Ende 107:106 in Führung gebracht. Der Gegenangriff der Cavaliers wurde durch ein Foul von Thompson an George Hill gestoppt, auf der Uhr wurden noch 4,7 Sekunden angezeigt. Der erste Freiwurf von Hill ging rein, Ausgleich. Der zweite sprang jedoch zurück ins Feld, Smith holte den so wichtigen Rebound.

Doch statt wieder zum Korb zu ziehen und die Entscheidung zu erzwingen, dribbelte der 32-Jährige raus aus der Zone und spielte die Sekunden runter - in dem Glauben, Cleveland läge in Führung. Das bestätigte auch sein Trainer Tyronn Lue, während der Gescholtene selbst behauptete, mit einer Auszeit seines Coaches gerechnet zu haben. In den sozialen Medien musste Smith für diesen Fehler viel Spott ertragen, auch weil die Verzweiflung von James greifbar war.

Den Warriors war es egal, sie starteten in der Verlängerung mit einem 9:0-Lauf und gaben diese Führung nicht mehr ab. Bei Golden State war Curry mit 29 Punkten bester Werfer, gefolgt von Durant (26) und Thompson (24). In der Geschichte der NBA konnte erst vier Spieler mehr als 51 Punkte in einem Finalspiel erzielen, das wird James nach dieser verpassten Chance jedoch nicht trösten. Das zweite Spiel der Finalserie findet am kommenden Sonntag erneut in Oakland statt.

krä/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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Bronko 01.06.2018
1.
Tja, das war das eine Spiel, das sie hätten gewinnen können. Auch von den Fehler mal abgesehen ist Smith einfach kein guter Basketballspieler. Schade für James & Love.
taljunge 01.06.2018
2.
Wenn man die Szene sieht, kann man JR Smith weniger einen Vorwurf machen. Aus der Situation heraus musste er mMn rausdribbeln, um den Ball nicht noch zu verlieren. Wenn Hill seinen Freiwurf getroffen hätte wäre doch alles gut gewesen.
nose 01.06.2018
3. Naja,
Zitat von taljungeWenn man die Szene sieht, kann man JR Smith weniger einen Vorwurf machen. Aus der Situation heraus musste er mMn rausdribbeln, um den Ball nicht noch zu verlieren. Wenn Hill seinen Freiwurf getroffen hätte wäre doch alles gut gewesen.
er ist ziemlich weit in Richtung eigene eigene Hälfte gedrippelt. Erst als ihm James SEHR deutlich die Richtung wies, spielte der den Ball nach vorne. Leider zu spät. Sein Gesicht nach der Aktion spricht auch dafür, dass er die Situation total falsch eingeschätzt hatte.
rocketsquirrel 01.06.2018
4. So viel...
...zum Thema der gestrigen Diskussion hier bei SpOn über die anderen Superstars bei den Cavs.
Trollflüsterer 01.06.2018
5.
Klar, ein haarsträubender Fehler aber ob der den aus der Situation rein gemacht hätte, wage ich noch zu bezweifeln. Einen großen Mann gegen sich, die allg. Hektik und dann einen Hakenwurf o.ä., kann auch daneben gehen. Allerdings hat er natürlich die schlechteste aller Option gewählt.
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