NBA-Star Terry: "Wenn Dirk nichts isst, kannst du ihn vergessen"

Jason Terry und Dirk Nowitzki spielten acht Jahre zusammen für die Dallas Mavericks. Zusammen feierten sie den NBA-Titel 2011, im Sommer trennten sich ihre Wege. Im Interview spricht Terry über gemeinsame Triumphe, was er an Nowitzki vermisst und verrät, was typisch deutsch am Superstar ist.

NBA-Star Jason Terry: Dirks treuer Begleiter Fotos
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SPIEGEL ONLINE: Herr Terry, Sie saßen acht Jahre lang in der Umkleidekabine der Dallas Mavericks neben Dirk Nowitzki. Sind da auch mal die Fetzen geflogen?

Terry: Laufend. Wir haben uns auf dem Parkett und auch außerhalb gestritten. Vielleicht war das auch der Grund, warum wir uns so gut verstanden haben. Einmal dachten die Mitspieler, wir seien ein Ehepaar, so stark hatten wir auf dem Feld diskutiert. Wir sind von Natur aus zwei Wettkampftypen, und diese Streitigkeiten haben bei jedem von uns das Letzte herausgekitzelt.

SPIEGEL ONLINE: Nach außen hin wirkt Nowitzki oft sehr gefasst und ruhig. Wie aber ist er hinter verschlossenen Türen?

Terry: Es kam ganz drauf an, was für ein Tag es war. Wenn wir acht oder neun Spiele nacheinander gewonnen hatten, war der lange Bursche glücklich. Aber wenn wir uns kampflos aufgaben oder mehrere Partien verloren hatten, dann hat er gezeigt, dass ihm das gar nicht passte. Im Großen und Ganzen hatte er aber immer einen Witz auf den Lippen und hat dir immer gesagt, was er von dir hält.

SPIEGEL ONLINE: Was ist typisch deutsch an Nowitzki - die üblichen Klischees Ordnung und Pünktlichkeit?

Terry: Wenn es danach geht, ist er ziemlich amerikanisiert, denn Dirk ist nie pünktlich. Aber er hält sich immer strikt an seinen Ablaufplan. Sei es bei der Vorbereitung auf ein Spiel oder auch beim Essen vor einer Partie. Wenn er zum Beispiel die Mahlzeit verpasst, kannst du ihn im Spiel total vergessen. Dann trifft er gar nichts.

SPIEGEL ONLINE: Sie spielen seit Saisonbeginn bei den Boston Celtics. Wie ist das Leben ohne Dirk Nowitzki?

Terry: Rein sportlich habe ich hier in Boston mit Kevin Garnett einen anderen Superstar an meiner Seite, aber trotzdem vermisse ich den langen Kerl. Ich wünsche Dirk, dass er nach seiner Verletzung bald zurückkommt.

SPIEGEL ONLINE: Was vermissen Sie am meisten?

Terry: Unsere gemeinsame Zeit nach dem Training, als wir in der Halle geblieben sind und an unseren Würfen gefeilt haben. Und mir fehlt natürlich sein Charakter. Wir haben acht Jahre nebeneinandergesessen, viele Höhen und Tiefen in dieser Zeit durchgemacht. Ich werde unsere Freundschaft immer zu schätzen wissen. Und ich weiß, dass ich ohne ihn mein ultimatives Karriereziel, NBA-Meister zu werden, nie erreicht hätte.

SPIEGEL ONLINE: Welcher Augenblick kommt Ihnen als erster in den Sinn, wenn Sie an die Zeit mit Nowitzki denken?

Terry: Als wir nach dem sechsten Spiel der Finalserie 2011 in Miami als Meister vom Parkett gegangen sind. Es gibt da ein Bild, wie ich ihn umarme und zu ihm aufschaue. Wir wussten beide, dass wir es endlich geschafft hatten. Dieses Bild hängt noch heute in der Umkleidekabine der Mavericks.

SPIEGEL ONLINE: Wie sieht Ihr Kontakt zu Nowitzki heute aus?

Terry: Ich schreibe ihm ab und zu SMS. Bislang ist kaum etwas von ihm zurückgekommen. Aber er ist ja jetzt verheiratet, vielleicht liegt es daran. (lacht)

Das Interview führte Heiko Oldörp

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1. Sinnloses Interview
slann303 26.12.2012
Was soll dieses Interview? Der Journalist hätte das Interview mit Dirk Notwitzki machen sollen anstatt mit Terry.
2. cool ein Interview mit NBA-Inhalt---dachte ich
mivanov3012 26.12.2012
Schade, daß sich jede Frage nur um Nowitzki dreht. Terry wird sich wohl auch gefragt haben wieso man ihn überhaupt interviewt hat. Interessanter wäre es zB gewesen , wie Terry die Chancen der Celtics im Osten einschätzt, oder wie Kevin Garnett sich von Dirk unterscheidet, wenn Nowitzki schon erwähnt werden muss...oder wie er sich angepasst hat an das neue Team. Aber was solls, bei Sport1 gibts auch nur Käse zu lesen von der NBA ; ist leider zu einer Randsportart verkommen!
3. Mecker, mecker...
peter_gurt 26.12.2012
Es ist doch interessant den langen Kerl auch mal von einem seiner (Ex-)Mitspieler beschreiben zu lassen. Uns Basketballer interessiert so etwas.
4. Lieber Peter_gurt
Oberslehrer 27.12.2012
Nein, es ist nicht interessant wie Terry über Nowitzki denkt. Als erstes will man etwas über den Sportler Terry erfahren, dann ein bisschen etwas zu Dirk. Vermutlich hat der Spiegelcheffredakteur vorgeschrieben, NBA Interviews ja, aber immer nur im Zusammenhang mit Dirk Nowitzki, Schwachsinn! Im übrigen, bei diesen Sportlern handelt es sich um Medienprofis, welcher inkompetente Redakteur glaubt hier etwas neues zu erfahren? Terry würde nie irgendwelche wertvollen Internas Preis geben. Wenn hier Leute etwas Posten, dann handelt es sich nicht um "Meckern" sondern um berechtigte Kritik. Dieser Artikel ist respektlos, und weit schlimmer, er ist die reinste Zeitverschwendung. Leider kann man das zu Beginn nicht erkennen, sonst hätte ich Ihn gar nicht erst fertig gelesen. Jetzt habe ich es aber gemacht, und mich so geärgert, dass ich mir die Zeit nehme für ein kostenloses Feedback. Solch einen Artikel hätte nicht ein mal der Bild.de zugetraut. Bitte zukünftig mehr NBA, aber bitte fachlich kompetenter und dem Spiegelniveau angemessen.
5.
spon-facebook-10000161823 27.12.2012
Ja leider besteht die NBA für deutsche Medien nur aus Dirk Nowitzki und irgendwie 29 anderen Teams.
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Zur Person
JASON TERRY, Jahrgang 1977, spielt seit 1999 in der NBA. Zunächst bis 2004 für die Atlanta Hawks, danach für die Dallas Mavericks. Dort feierte er seine größten Erfolge: 2009 wurde er als bester Sechster Mann der NBA ausgezeichnet, zwei Jahre später gewann Terry an der Seite von Dirk Nowitzki die Meisterschaft. Vor der Saison 2012/2013 wechselte der wurfstarke Terry zu den Boston Celtics.

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Basketball-Glossar
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Zu einem Basketballteam gehören fünf Akteure. Auf der Eins spielt der Point Guard (Aufbau). Die Zwei hat der Shooting Guard inne, dessen vornehmliche Aufgabe es ist, Punkte zu erzielen. Die Drei ist der Small Forward, eine wendige Flügelkraft mit einem guten Wurf. Spieler, die auf der Zwei oder Drei eingesetzt werden können, heißen "Swingmen". Die Vier ist der Power Forward, ein kräftiger Spieler, der durch seine Größe auch für Rebounds prädestiniert ist. Auf der Fünf spielt der Center, der zumeist in Korbnähe agiert. Die Positionen Eins und Zwei bilden den Backcourt, Drei bis Fünf sind der Frontcourt.

NBA - Meister und MVPs seit 2000
Jahr Team Season-MVP Finals-MVP
2014 San Antonio K. Durant K. Leonard
2013 Miami Heat L. James L. James
2012 Miami Heat L. James L. James
2011 Dallas D. Rose D. Nowitzki
2010 LA Lakers L. James K. Bryant
2009 LA Lakers L. James K. Bryant
2008 Boston K. Bryant P. Pierce
2007 San Antonio D. Nowitzki T. Parker
2006 Miami S. Nash D. Wade
2005 San Antonio S. Nash T. Duncan
2004 Detroit K. Garnett C. Billups
2003 San Antonio T. Duncan T. Duncan
2002 LA Lakers T. Duncan S. O'Neal
2001 LA Lakers A. Iverson S. O'Neal
2000 LA Lakers S. O'Neal S. O'Neal