Basketball-Legende Magic Johnson kehrt zu den Lakers zurück

Seit Jahren geht es bei den Los Angeles Lakers sportlich bergab. Nun soll NBA-Legende Magic Johnson als Berater helfen. Es ist wohl nur die erste Veränderung im Management des Klubs.

Magic Johnson (Archivbild)
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Die Los Angeles Lakers sind einer der glamourösesten und erfolgreichsten Klubs der Welt. 16 NBA-Meisterschaften hat die Franchise gewonnen. Doch in den vergangenen Jahren waren die Lakers weit davon entfernt, einen weiteren Titel zu gewinnen. Tatsächlich stand das Team seit 2013 nicht mehr in den Playoffs, derzeit zählt die Mannschaft zu den schlechtesten in der besten Basketball-Liga der Welt. Von Glamour und Erfolg keine Spur.

Damit sich das möglichst schnell ändert, hat der Klub eine Legende zurückgeholt: Earvin "Magic" Johnson, der die Lakers als Spieler zu fünf Meisterschaften geführt hat, wird Berater von Teampräsidentin Jeanie Buss. Er wird Buss in allen "Basketball- und Wirtschaftsbereichen" zur Seite stehen, teilten die Lakers mit. "Wir sind begeistert und fühlen uns geehrt, uns mit Magics Expertise verstärkt zu haben und ich freue mich darauf, mit ihm zusammenzuarbeiten", sagte Jeanie Buss.

"Jeder kennt meine Liebe für die Lakers", sagte Johnson. In den vergangenen Jahren habe er mehrere Angebote erhalten, aber die Lakers seien seine erste und einzige Wahl gewesen, so der 57-Jährige. "Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit die Lakers wieder an ihren angestammten Platz unter den besten Teams der NBA zurückkehren."

Johnson spielte von 1979 bis 1991 für die Lakers, als er wegen seiner HIV-Infektion seine Karriere beendete. 1994 kam er als Interimstrainer für 16 Spiele zurück, 1996 gab er als 36-Jähriger einen Comeback-Versuch als Aktiver, der jedoch nur 36 Partien andauerte. Danach trat Johnson endgültig zurück. Bis zum vergangenen Jahr war er ehrenhalber Vizepräsident der Lakers, dieser Titel wurde auf seinen Wunsch hin fallen gelassen. Wiederholt hatte er in Medien die Klubführung, Trainer und Spieler kritisiert und auf potenzielle Zugänge hingewiesen. Eine Beteiligung von 4,5 Prozent an den Lakers hatte er 2010 verkauft.

Nach seiner Basketball-Karriere wurde Johnson ein erfolgreicher Geschäftsmann, seine Firma ist mehr als 700 Millionen Dollar wert. Unter anderem ist er auch an dem Baseball-Klub Los Angeles Dodgers beteiligt.

Die Verpflichtung Johnsons könnte auch eine Veränderung im Management der Traditionsfranchise bedeuten. Seit dem Tod des langjährigen Besitzers Jerry Buss vor rund vier Jahren gehört seinen sechs Kindern über eine Stiftung der Klub. Seine Tochter Jeanie führt die Lakers als Präsidentin, für den sportlichen Bereich ist ihr Bruder Jim zusammen mit General Manager Mitch Kupchak verantwortlich. Jim Buss gilt als umstritten, da er wenig Basketball-Erfahrung vorweisen kann. 2014 hatte er angekündigt zurückzutreten, sollte die Lakers bis 2017 nicht die Playoffs erreicht haben. Kupchak ist ein Ex-Teamkollege von Johnson und seit 2000 im Amt, er hat die Meisterschaftsteams von 2009 und 2010 zusammengestellt.

Johnson, den eine tiefe Freundschaft mit Jerry Buss verband, wird direkt an Jeanie Buss berichten, die sich bislang aus dem sportlichen Bereich herausgehalten hat. Womöglich will sie mit Johnsons Hilfe mehr Einfluss gewinnen. "Jim macht die Ansagen und ich habe ihm gesagt, dass ich nur hier bin, um Rat zu geben", sagte Johnson, um die Wogen zu glätten. Besonders Jim Buss hatte er häufig kritisiert.

Die Lakers haben die Playoffs seit drei Jahren nicht erreicht und auch in dieser Saison ist die Endrunde um die Meisterschaft in weiter Ferne - sollte es dabei bleiben, wäre es die längste Durststrecke in der Klubgeschichte. Zudem wurden auch etliche Fehlentscheidungen getroffen, die den Klub noch immer belasten. Allerdings gibt es aufgrund der Leistungen der jungen Mannschaft in dieser Saison wieder Hoffnung, dass es bald aufwärts gehen könnte.

Was jedoch seit dem Karriereende von Kobe Bryant fehlt, ist ein herausragender Spieler. Die Lakers hatten in ihrer Geschichte immer große Stars im Kader, was auch zu ihrem Hollywood-Image geführt hat. Mit Magic Johnson gibt es nun immerhin wieder einen solchen Superstar im Klub.

Mit Material von AP



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