NBA-Rookie Rubio Endlich in Freiheit

Ricky Rubio galt als kommender NBA-Star, doch der Spanier befand sich in der Heimat in einem Leistungstief. Die Minnesota Timberwolves hielten trotzdem zu ihm und holten den Spielmacher nach Nordamerika. Das Basketball-Magazin "FIVE" analysiert, warum der 21-Jährige dort aufblüht.

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DPA

Dies ist der zweite Teil des "FIVE"-Porträts über Ricky Rubio. Lesen Sie im ersten Teil: Wie der Spanier in seinen zwei Jahren in Barcelona an sich selbst zweifelte - obwohl er ein Basketball-Wunderkind war.

2009 hatten die Minnesota Timberwolves im NBA-Draft Ricky Rubio ausgewählt - und große Hoffnungen in das spanische Ausnahmetalent gesetzt. Aber der Spielmacher schien in der Folge in seiner Entwicklung zu stagnieren und nicht in die USA wechseln zu wollen.

Die Timberwolves hielten in dieser Zeit den Kontakt. General Manager David Kahn schickte SMS, rief an, ließ Club-Boss Glen Taylor einen Brief verfassen. Der Macher wusste, dass sein Schicksal von Rubio abhängt. Für die Basketball-Fans in Nordamerika ist Kahn eine Lachnummer. Ein Entscheider ohne Weitsicht, ein Manager, den die anderen Personalchefs der Liga gern und leicht über den Tisch ziehen. Kahn ist von Rubio überzeugt.

"David Kahn sagte mir, dass das Team mich noch immer wollte und dass sie mir helfen würden, aus meinem Tief herauszukommen", verriet Rubio später der "Sports Illustrated", der aus der Ferne die Timberwolves genau beobachtet. "Er sagte, sie könnten mir meine Freiheit auf dem Feld zurückgeben. Ich glaube, ich war danach aufgeregter als sie."

Viel Lob von NBA-Legende Magic Johnson

Kahn wusste, dass er einen Übungsleiter finden muss, der ein System implementiert, welches die Stärken Rubios betont. Seine Wahl fiel auf Rick Adelman, der seine Teams intelligenten, schnellen Basketball spielen lässt - ein Coach wie gemacht für Rubio.

"Du wirst falschliegen. Hör' mir zu, wenn es um diesen Jungen geht. Er wird in der NBA besser sein als in Europa", sagt Magic Johnson. "Die Spieler hier sind athletischer, sie rennen zum Ring. In Europa spielen sie nicht wirklich den Fastbreak, sie verteilen sich draußen an der Dreierlinie." Die NBA-Legende diskutierte vor Beginn der Saison 2011/2012 mit Michael Wilbon, seinem Kollegen beim TV-Sender ESPN.

"Es gibt einen Unterschied zwischen dem Spielen eines Passes und dem Kreieren eines Wurfs für einen Mitspieler. Rubio kreiert Würfe. Er hat Instinkte, großartige Instinkte", versuchte Johnson zu überzeugen. Wilbon war einer der prominentesten Kritiker Rubios gewesen, aber nur einer von vielen.

"Er macht uns alle besser"

Es dauerte nicht lange, bis Wilbon Abbitte leistete. "Sorry, ich bin ein Narr", schrieb er auf ESPN.com. "Ich habe noch nie mit einem so passenden Point Guard wie Ricky gespielt", sagt Rubios Teamkollege Derrick Williams, ebenfalls Rookie: "Jemanden wie ihn im Team zu haben, jemanden mit einem so hohen Basketball-Verständnis und dieser großartigen Übersicht, verändert das Spiel komplett. Er macht uns alle besser."

Dass Rubio von der offeneren Spielweise und den Regeln der NBA profitieren würde, hatten die Verantwortlichen geahnt. Aber elf Double-Doubles in den ersten 36 Partien? Davon hätte niemand zu träumen gewagt. Nicht einmal Kahn, der mit Genugtuung registrierte, dass Coach Adelman den Point Guard nach zehn Partien in die Startformation berief.

Rubios größte Schwäche, der Sprungwurf, so die allgemeine Erwartung, würde es der Defense erlauben, so weit abzusinken, dass der Rookie Probleme haben würde, Würfe für andere zu erarbeiten. Was kaum jemand wusste: Vor der Saison hatte Rubio intensiv an seinem Wurf gearbeitet. Das Resultat: eine Dreierquote von etwa 35 Prozent. Pro Spiel kommt der Spanier auf knapp elf Punkte sowie gut acht Assists, vier Rebounds und zwei Steals. Da fallen auch die rund drei Ballverluste sowie die Trefferquote von 38,2 Prozent nicht so schwer ins Gewicht.

"Ich habe gelernt, dass ein Fehlwurf eben ein Fehlwurf ist. Du musst nicht immer alles analysieren, was nicht geklappt hat. Du spielst Basketball, weil du es genießt. Genau das mache ich hier. Ich genieße es", sagt Rubio.



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