Rassismusdebatte in der NBA "Knie nieder" - Westbrook erhält Geldstrafe

Oklahoma-City-Star Russell Westbrook legte sich in der NBA mit einem Fan der Utah Jazz an. Der Vorwurf: Rassismus. Bestraft wurden beide, obwohl mittlerweile sogar Utah-Spieler von einem Problem bei den Jazz sprechen.

Russell Westbrook
AP

Russell Westbrook


Der 98:89-Sieg der Oklahoma City Thunder am vergangenen Montag bei den Utah Jazz war schnell in den Hintergrund gerückt. OKC-Star Russell Westbrook hatte sich während einer Pause in der ersten Hälfte mit einem Anhänger der Gastgeber angelegt und die Auseinandersetzung im Nachhinein mit einer rassistischen Beleidigung seitens des Fans begründet.

Wie in einem Twitter-Video von NBA-Reporter Eric Woddyard, der für "Deseret News" von den Utah Jazz berichtet, zu sehen ist, spricht der an der Auswechselbank stehende Westbrook mit dem Fan und bedroht diesen: "Ihr denkt, ich spiele das nur, aber ich schwöre, ich werde dich fertig machen - dich und deine Frau. Ich werde euch fertig machen."

Worauf sich der 30-Jährige bezieht, ist in dem Video nicht zu sehen. Nach dem Spiel behauptete Westbrook, der Fan habe ihn aufgefordert "niederzuknien, so wie Du es gewohnt bist" (Orginal: "To get down on your knees like you're used to."). Für den Spielmacher der Thunder handelte es sich um einen rassistischen Vorfall und er beklagte es als unangemessen, "dass die Spieler nicht geschützt werden".

Trotzdem wurde der US-Amerikaner von der NBA "wegen der Bedrohung eines Fans" mit einer Strafe in Höhe von 25.000 Dollar belegt. Der betroffene Fan hatte sich nach dem Spiel bei ESPN gerechtfertigt und den Vorwurf des Rassismus zurückgewiesen. Er habe den stehenden Westbrook aufgefordert, sich hinzusetzen und seine Knie zu kühlen. So sei es zu dem Missverständnis gekommen.

Die Utah Jazz reagierten ihrerseits mit einem Hallenverbot für den Fan. Und auch von Seiten einiger Jazz-Spieler erfuhr Westbrook Unterstützung. Der Schweizer Thabo Sefolosha sagte in einem Instagram-Beitrag, er stehe 100 Prozent zu Westbrook. Er liebe die Fans in Salt Lake City, wo die Jazz ihre Heimspiele austragen, aber es gebe auch rassistische Ansichten auf der Tribüne. Laut ESPN äußerten sich auch der Franzose Rudy Gobert und Westbrooks Landsmann Donovan Mitchell unterstützend, laut Mitchell war es nicht der erste Vorfall dieser Art in der Arena der Jazz.

krä

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
hegoat 13.03.2019
1.
Er soll sein Knie kühlen. Ne lächerlichere Ausrede ist dem Fan wohl nicht eingefallen.
palerider78 13.03.2019
2. @1
Ausflüchte und Beschwichtigungen suchen bzw. getätigte, eigentlich eindeutige und unfassbare Aussagen als Missverständnisse hinstellen können halt nur die "Profis" - denn die kommen offenbar immer damit davon.
Voth 13.03.2019
3.
Da wird mal wieder die Rassismuskarte gezogen. Völlig egal was der Zuschauer gesagt hat - da muss mal als Profi halt drüber stehen können. Wird von unseren Fußballern (selbst in der Kreisliga) auch erwartet. Dass der Verein eine solche Entgleisung schützt ist bezeichnend für ein übersensibles Land und traurig
scooby11568 13.03.2019
4. @ voth... Sehe ich nicht so...
Solche Leute verstehen keine andere Sprache.
Mehr Vernunft 13.03.2019
5. Sexismus von Russell Westbrook nebenbei übersehen
Finde es unerhört, dass über die eindeutig sexistische Aussage von Russell Westbrook überhaupt nicht gesprochen wird. Der Fan behauptet etwas, Westbrook etwas anderes. Selbst wenn Westbrook recht hat, finde ich nicht, dass dies Rassismus ist. Wenn er aber sagt, das er die Frau des Fans auch gleich mit "fertig" macht, dann ist dies Sexismus in Reinform. Die Frau (er könnte ja auch homosexuell sein...) sieht er nur als Anhängsel des Mannes und da man den anderen demütigt, wenn man seine Frau "fertig" macht, muss das eben gemacht werden. Ich bin fassungslos, dass dies keine Erwähnung findet. Für jemanden, der solche Ansichten hat, sollte es schwer fallen, auch in anderer Hinsicht Verständnis zu haben...
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