Von Johannes Korge
3. Orlando Magic: Der Vizemeister holt zum ganz großen Schlag aus. Mit Vince Carter kam aus New Jersey ein Forward mit (All-)Star-Kaliber, der nach mehr als einem Jahrzehnt in der Liga beweisen muss, dass er auch bei einem Titelanwärter glänzen kann. Dafür ließen die Magic in Hedu Turkoglu ihren Leistungsträger der Playoffs nach Toronto ziehen, Carter hat aber das Potential, den Türken mehr als adäquat zu ersetzen. Als weniger medienwirksam, aber ungemein wertvoll dürfte sich die Verpflichtung von Power Forward Brandon Bass erweisen, der Rashard Lewis entlastet. Der Mannschaftskern aus Lewis, Aufbau Jameer Nelson und Center Dwight Howard ist intakt geblieben, an Coach Stan van Gundy liegt es nun, das Team für einen weiteren tiefen Playoff-Run einzustellen. Auf den Überraschungseffekt der vergangenen Saison können sich die Magic nicht mehr verlassen.
2. Boston Celtics: Die bangen Blicke der Fans in Grün und Weiß richten sich auf Kevin Garnetts Knie. Findet der Power Forward nach der ersten schweren Verletzung seiner Karriere zurück zu alter Form? Kann er diese über die Saison - und vor allem in die Playoffs - retten? Wie schlagen sich Paul Pierce und Ray Allen, die beiden anderen Leistungsträger jenseits der 30 Jahre? Bleiben die Celtics verletzungsfrei und setzt Aufbauspieler Rajon Rondo seine positive Entwicklung fort, sind die Celtics einer der Top-Favoriten im Osten. Erst recht, da sie ihre Bank massiv verstärkt haben. Mit Forward Rasheed Wallace (aus Detroit) kommt ein ehemaliger Champion als sechster Mann. Marquis Daniels kann in der zweiten Garde punkten, dazu wurde Nachwuchs-Forward Glen "Big Baby" Davis gehalten.
1. Cleveland Cavaliers: Geht er oder bleibt er? Kaum eine Frage wird die Fans in Ohio (und der kompletten NBA) so beschäftigen wie der Verbleib von Star-Forward LeBron James, der im kommenden Sommer einen neuen Verein wählen kann. Wollen die Cavaliers den wertvollsten Spieler der abgelaufenen Saison halten, können sie sich kein weiteres vorzeitiges Playoff-Aus leisten. Alles andere als die Finalteilnahme wäre eine Enttäuschung, daher haben die Cavs in der Offseason noch einmal kräftig investiert. Center Shaquille O'Neal kam aus Phoenix und soll unter dem Korb dominieren. Der alterende Hüne bringt (Endspiel)-Erfahrung und Masse, muss sich aber erst noch in das Teamgefüge der Cavaliers integrieren. Mit 37 Jahren und 17 NBA-Spielzeiten in den Knochen gilt er zudem als zunehmend verletzungsanfällig. Unspektakulär, aber enorm wichtig waren dazu die Verpflichtungen von Forward Jamario Moon und Guard Anthony Parker, die die Defensive verstärken. Mit dem nochmals verstärkten Kader und beeindruckender Heimstärke (39 Siege bei zwei Niederlagen in 2008/2009) gehen die Cavaliers als absolute Favoriten in die Jagd auf die Krone in der Eastern Conference.
Lesen Sie am Dienstag im zweiten Teil der NBA-Saisonvorschau: Warum sich der Meister aus Los Angeles auf einen harten Kampf mit alten Bekannten einstellen kann - und warum es für Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks wieder nicht zum Titel reichen dürfte.
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