Von Johannes Korge
Platz 4 - LeBron James: Hoffnungsträger, Überflieger, Gesicht der Liga - Superlative begleiten "King" James seit dessen Debüt im Trikot der Cleveland Cavaliers 2003. Schon in seiner vierten Saison brachte er sein Team bis in die NBA-Finals (dort unterlagen die Cavs dem Team aus San Antonio), 2009 gewann er seine erste MVP-Trophäe. Mit einer bisher ungekannten Kombination aus Kraft, Tempo und Wurfgefühl setzt sich der Small Forward regelmäßig auch gegen mehrere Verteidiger durch, der Zug zum Korb endet meist mit spektakulären Dunkings. Dabei existieren durchaus noch Bereiche, in denen sich James verbessern kann. Gelingt es ihm, zuverlässige Post-Bewegungen in der Zone in sein Spiel zu integrieren, steht die gegnerische Defensive endgültig vor einer unlösbaren Aufgabe - und der Scoring-Titel von 2008 dürfte nicht der letzte gewesen sein.
Platz 3 - Shaquille O'Neal: Als dominierender Center der letzten 15 Jahre bewies "Shaq" schon im Dress der Orlando Magic in den 1990er Jahren, dass sich auch deutlich über 130 Kilogramm schwungvoll in die Luft bewegen lassen. Erst sein Wechsel zu den Los Angeles Lakers jedoch brachte den erhofften Erfolg. Drei Meisterringe (2000 - 2002) gewann O'Neal zusammen mit Guard Kobe Bryant und Trainer Phil Jackson, bevor er den internen Machtkampf mit Bryant verlor und nach Miami wechselte. Hier reichte es 2006 noch einmal zum Titel. Alter und Übergewicht lassen den 2,16 Mann, der inzwischen bei den Cavaliers angeheuert hat, die Zone zwar nicht mehr wie früher beherrschen. Ironische Selbstüberhöhung und sein lockeres Mundwerk machen O'Neal aber in jedem Fall zum unterhaltsamsten Interview-Partner der Liga.
Platz 2 - Kobe Bryant: Selbstbewusster Siegertyp oder arroganter Einzelgänger? Der Shooting Guard der LA Lakers polarisiert wie kaum ein Spieler vor ihm. Unbestritten sind dagegen seine Leistungen auf dem Spielfeld. Als Anführer seines Teams sicherte er in den Finals der abgelaufenen Saison den Erfolg gegen Orlando - und damit den ersten Titel ohne Shaquille O'Neal. Neben seinem vierten Meisterschaftsring nahm Bryant den Titel des MVP der Serie entgegen. Als kaum zu kontrollierender Punktesammler attackierte der 31-Jährige in der frühen Phase seiner Karriere noch furchtlos den Korb. Legendär die Partie gegen die Toronto Raptors im Januar 2006: 81 Punkte erzielte Bryant, davon 55 in der zweiten Halbzeit - und sicherte seinen Lakers den Sieg. Inzwischen konserviert Bryant seine Kräfte geschickt und hat sich binnen kurzer Zeit ein zuverlässiges und variantenreiches Spiel in der Zone angeeignet. Mit den Lakers steht der 1,98-Meter-Mann aktuell in Verhandlungen um eine vorzeitige Vertragsverlängerung - diese wäre wohl Grundvoraussetzung, um auch Meistertrainer Phil Jackson noch länger in Los Angeles zu halten.
Platz 1 - Tim Duncan: Sein Spitzname sagt wohl alles: "The Big Fundamental". Der Forward der San Antonio Spurs beherrscht die Grundlagen des Basketballspiels in Perfektion, spielt schnörkellos, zielgerichtet - und höchst erfolgreich. Mit den San Antonio Spurs gewann er nach 1999 auch 2003, 2005 und 2007 die Meisterschaft. Ein ganzes Arsenal an Post-Bewegungen, kombiniert mit 211 Zentimetern Körpergröße und einem hochprozentigen Wurf über das Brett zeichnen Duncan in der Offensive aus. Doch auch in der Verteidigung überzeugt der 33-Jährige, acht Mal stand er in der Auswahl der besten Defensivspieler. Neben seinen Fähigkeiten auf dem Platz gilt Duncan als umgänglicher Zeitgenosse, vorbildlicher Teamkollege und verlängerter Arm seines Trainers auf dem Platz. Dass ein Team aus einem vergleichweise kleinen Markt wie San Antonio in jedem Jahr der Dekade die Playoffs erreichte und gleich dreimal den Titel holte, ist nicht zuletzt der Verdienst des MVPs der Spielzeiten 2002 und 2003.
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