Neue IOC-Regeln Doping-Leidtragende bekommen künftig Wunschzeremonie

Wer dopt, betrügt seine Gegner nicht nur im Wettkampf, sondern auch um den Moment auf dem Podest. Das IOC hat nun verbindliche Regeln für nachträgliche Ehrungen beschlossen.

Ester Ledecka mit Goldmedaille, Pyeongchang 2018
AFP

Ester Ledecka mit Goldmedaille, Pyeongchang 2018


Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Regeln für nachträgliche Medaillenvergaben nach Disqualifikationen wegen Doping-Vergehen verabschiedet. Demnach muss es binnen zwölf Monaten einen Zeremonie für Athleten geben, die im Nachhinein Gold, Silber oder Bronze zuerkannt bekommen. Dies entschied das IOC-Exekutivkomitee in Lausanne. "Das ist eine großartige Sache für die Athleten", sagte Kirsty Coventry, die Vorsitzende der Athletenkommission des IOC.

In dem verabschiedeten Dokument sind die Einzelheiten des Prozedere der nachträglichen Medaillenvergaben festgelegt. Demnach hat ein Athlet Wahlmöglichkeiten, wann und wo die Siegerehrung für die zunächst entgangene Medaille stattfinden soll: bei den nächsten Olympischen Spielen, einem Großereignis in seiner Sportart oder zum Beispiel im Olympischen Museum in Lausanne.

Bei den Winterspielen im Februar in Pyeongchang hatten nach dem Dopingfall des russischen Curlers Alexander Kruschelnizki die Norweger Kristin Skaslien und Magnus Nedregotten nachträglich die Bronzemedaille im Curling-Mixed-Wettbewerb erhalten. Die beiden Sportler waren bereits auf dem Weg in die Heimat, wurden aber wieder zurückgeholt und in Pyeongchang im Rahmen der offiziellen Medaillenzeremonie geehrt.

Bei Nachtests der Olympischen Sommerspiele 2008 und 2012 waren mehr als 100 Proben auffällig gewesen, 75 Medaillen wurden im Anschluss neu vergeben, oft in den Räumen der jeweiligen Nationalen Olympischen Komitees - mit wenig oder gar keiner öffentlichen Beachtung.

chh/dpa/rtr



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
Fritz.A.Brause 02.05.2018
1. Sehr unglücklich...
...scheint mir ausgerechet die Wahl eined Fotos das Ester Ledecka zeigt, um einen Atrikel über olympisches Doping zu illustrieren. Ester Ledecka ist, ganz ohne Hintersinn, sicher eine der positivsten Figuren der letzen Olympiade. Warum ausgerechnet sie, wenn auch nur anscheinend, in die Nähe von Doping gerückt wird, ist mir ein Rätsel. Die Bildauswahl hätte wirklich sensibler erfolgen können.
spon_1654787 03.05.2018
2. Abschaffen
Das Problem ist doch weniger das Aufrücken. Es ist die Tatsache, dass 100 Proben auffällig sind. Das ist doch uninteressant. Warum soll ich da überhaupt zuschauen. Profisport ist Unfug.
susuki 03.05.2018
3.
Ahhhh, ab sofort ist die Siegerehrung nur noch "super-provisorisch"? Sobald die Kontrollen keine Auffälligkeiten zeitigt kommt die "vorläufige Siegerehrung" Und sobald allfällige Doping-Vergehen verjährt sind die "endgültige Siegerehrung" Vielleicht sollte man nicht an den Symptomen herumdoktern sondern das Problem lösen.
quark2@mailinator.com 03.05.2018
4.
Bischen seltsam, Frau Ledecka abzubilden. Soweit ich weiß, hat sie weder gedopt, noch wurde sie von Dopern am Treppchen gehindert, oder ? Ansonsten kann ich mir eher nicht vorstellen, daß nachträgliche Ehrungen irgendwas heilen können. Selbst wenn das Doping direkt nach Zieldurchlauf feststünde und man auf das richtige Treppchen käme, bliebe dennoch immer die Erinnerung, daß jemand an dem Tag auf der Strecke schneller war. Dieser Schaden ist mMn. einfach nicht zu heilen.
c.PAF 03.05.2018
5.
Und da kommt man erst jetzt drauf? Klar, der Kommerz geht vor, und die nachträglichen Verleihungen bringen kein Geld. Aber daß es für so eine Selbstverständlichkeit so lange gebraucht hat, ist schon bezeichnend...
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