NFL Playoffs Der Wunder-Touchdown von Minnesota

Die beiden NFL-Sonntagsspiele waren spektakulär: In Pittsburgh gab es einen Außenseitersieg - und insgesamt 87 Punkte. Im zweiten Spiel des Tages wechselte die Führung viermal in den letzten drei Minuten.

Matchwinner Stefon Diggs
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Matchwinner Stefon Diggs


Da waren es nur noch vier: Die Minnesota Vikings haben in der amerikanischen Football-Liga NFL das Playoff-Halbfinale erreicht. Damit haben sie weiter die Chance, als erstes Team den Super Bowl (4. Februar, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im eigenen Stadion zu gewinnen. Das Team aus Minnesota besiegte in der Divisional Round in der Nacht von Sonntag auf Montag die New Orleans Saints 29:24 (17:0).

In einer dramatischen Schlussphase waren es zuerst die Gäste aus Louisiana, die 25 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit per Field Goal 24:23 in Führung gingen. Vikings-Quarterback Case Keenum sorgte jedoch mit seinem 61-Yard-Touchdown-Pass auf Stefon Diggs bei ablaufender Spielzeit für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber.

"Das ist, was du als Kind hinter dem Haus machst", sagte Keenum. "Noch 30 Sekunden auf der Uhr, du liegst mit zwei zurück, letztes Viertel, Playoffs. Drew Brees ist der Quarterback des anderen Teams. Davon träumst du." Dieser Traum geht weiter: Im Halbfinale am 21. Januar müssen die Vikings bei den Philadelphia Eagles antreten. Die Eagles hatten ihr Viertelfinalspiel bereits am Samstag gegen Vorjahresfinalist Atlanta Falcons 15:10 gewonnen.

Die 87-Punkte-Schlacht von Pittsburgh

 Leonard Fournette (mit Ball)
AFP

Leonard Fournette (mit Ball)

Ausgeschieden sind dagegen die Pittsburgh Steelers. Das Team um Star-Quarterback Ben Roethlisberger verlor vor eigenem Publikum nach einer schwachen Defensivleistung überraschend 42:45 gegen die Jacksonville Jaguars.

Am 21. Januar kämpfen die Jaguars jetzt beim Titelverteidiger New England Patriots (35:14 gegen die Tennessee Titans) um den Einzug in den Super Bowl. Für Jacksonville ist es der dritte Halbfinaleinzug der Vereinsgeschichte und der erste seit der Saison 1999/2000. Running Back Leonard Fournette war mit drei Touchdowns und 109 erlaufenen Yards der Leistungsträger beim Auswärtssieg seiner Mannschaft.

Nur in drei Spielen in der Geschichte der NFL-Playoffs waren zuvor mehr Punkte erzielt worden. Der Rekord steht bei 96 aus dem Wild-Card-Playoff-Duell 2009 zwischen den Arizona Cardinals und den Green Bay Packers (51:45).

chh/dpa/sid



insgesamt 21 Beiträge
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benjorito 15.01.2018
1.
Ein unfassbar tolles Ende...aber man muss erwähnen, dass die Vikings beim letzten Pass auch richtig Glück hatten. So wie der Rookie-Safety Williams da ohne Armeinsatz seinen eigenen Mann wegtackled, das war schon ein echter Blackout. Egal, der Stimmung im Stadion hat es nicht geschadet...
frankfurter. 15.01.2018
2. Sensationell
Für so ein Spiel bleibe ich gerne die ganze Nacht wach. Für Fußball jedoch, mit seinen eingefahrenen Strukturen, wo sich 6-8 europäische Clubs hundert andere Vereine als Sparringspartner und Ausbildungsknechte halten, genügen 5 Minuten Highlights in der Sportschau.
chalchiuhtlicue 15.01.2018
3. Wo ist hier bitte ein "Wunder Touchdown"?
Was soll die Hochjublerei? Ein ganz normaler Spielzug, völlig unspektakulär: Unbedrängter Pass des Quarterbacks der Vikings aus der Pocket heraus, viel Platz für die Receiver der Vikings und ein Saints-Verteidiger, der komplett an Stefon Diggs vorbeifliegt und dabei auch noch einen eigenen Mitspieler abräumt. Diggs musste nur noch völlig ungefährdet 30 yards (27 Meter) weit in die Endzone laufen und dies auch nur bei submaximaler Geschwindigkeit. Wo zum Geier soll hier der "Wunder Touchdown" sein? Kann es ein, dass SPON hier einfach nur alles aus amerikanischen Medien unreflektiert übernommen hat? Dort ist es ja üblich, dass auch die banalsten Szenen mit ausufernden Beschreibungen zu "Jahrhundert-Spielzügen" hochstilisiert werden, weil dies beim unreflektierten, unkritischen Publikum die Begeisterung und die emotionale Anteilnahme fördert, was sich letztlich im finanziellen Umsatz sowohl bei Verbänden, Veranstaltern, Vereinen und Sportlern, aber auch bei den berichtenden Medien positiv auswirkt. Und so werden aus Allerweltsspielzügen plötzlich "Wunder Touchdowns". Einfach nur peinlich ...
tomkey 15.01.2018
4. #3
Richtig, es gab schon Touchdowns, die die Bezeichnung "Wunder-Touchdown" verdient hätten. Alleine die Aufnahme des Abpraller vom eigenen Wurf Titans QB war ganz sicher ein "Wunder-Touchdown". Hatte was ein wenig von einer Hail Mary. Trotzdem war es für mich auch ein Wunder, dass in den paar Sekunden die Vikings das Spiel noch drehen konnten. Wobei ich mich immer noch über den seltsamen Einsatz von Williams wundere. So blind kann man doch nicht vorbei springen?
bigmitt 15.01.2018
5. Man muss.....
....bei Williams schlechten, unentschuldbaren Tackle mal das ganze Spiel und vor allem die imo fragwürdigen Pass Interference Calls in der ersten Halbzeit in die Bewertung mit einbeziehen. Williams hatte bei dem Play gute Position. Er hätte auch zum Ball gehen können, jedoch wollte er zwanghaft ein PI Call vermeiden um den Vikings nicht die Chance zu geben ein Field Goal zum Sieg zu schiessen. Denke das alles hatte er im Hinterkopf. Das schlimme ist das Williams nun 8 Monate Zeit hat über diesen Fehler nachzudenken.
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